SPÖ-Finale

Häupl setzt zum K.O.-Schlag an

Teresa Eder, 8. Oktober 2010, 20:41
  • Artikelbild
    foto: apa/schlager

    Häupl teilte beim Wahlkampfabschluss noch einmal kräftig aus. Nicht nur an Heinz-Christian Strache sondern auch an Maria Fekter: "Wer 8-jährige wie Terroristen behandelt, der tickt nicht richtig."

  • Artikelbild
    foto: apa/schlager

    Als Unterstützung besuchte Häupl wie schon bei vergangenen Urnengängen der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD).

Bürgermeister schwört seine Anhänger auf den Wahltag ein und vergisst dabei auch nicht auf Sticheleien gegen Strache

"No, I won't be afraid, just as long as you stand, stand by me" tönt es hinaus bis auf die Ringstraße. Mit dieser sinngemäßen musikalischen Aufforderung, doch Häupl zu wählen, stimmt Andy Lee Lang inklusive Band die SPÖ-Anhänger auf den vorläufigen Schlusspunkt im Wiener Wahlkampf ein. Im SPÖ-Zelt aufgebaut zwischen Parteizentrale, Cafe Landtmann und Burgtheater drängen sich Jung und Alt, Parteifunktionäre und SPÖ-Wähler. Sitzplätze gibt es keine mehr, alles wartet bei Rock'n-Roll-Klängen auf die Ankunft der SPÖ-Granden. Wer zu spät kommt, kann die "Show" auch auf einer großen Videoleinwand im Freien mitverfolgen.

48 Stunden vor der Wien-Wahl will Michael Häupl seinen Anhängern noch einmal beweisen, wer im inszenierten Duell um Wien den längeren Atem hat. Unter lautem Applaus, begleitet von zahlreichen Kameras zieht Häupl flankiert von Bundeskanzler Werner Faymann schließlich mit 15-minütiger Verspätung in die Halle ein. Auch die Senioren lassen es sich nicht nehmen, sich von den Plätzen zu erheben, um dem Bürgermeister zuzujubeln.

Münchner Oberbürgermeister als Glücksbringer

Das Aufgebot an Sozialdemokratie ist groß: sämtliche Mitglieder der Bundesregierung sind anwesend, Nationalratspräsidentin Prammer und die gesamte Wiener Stadtregierung. Als Glücksbringer fungiert Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) aus München, der bereits zum dritten Mal extra zum Wahlkampfabschluss der Wiener SPÖ angereist ist: bisher konnte sich Häupl danach immer über eine absolute Mehrheit freuen.

Und auch dieses Mal streut Ude dem Bürgermeister wieder Rosen, schwärmt in seiner Rede von Wien als der "lebenswertesten Stadt" (abgesehen von München), die vor Rechtspopulisten geschützt werden müsse, um die Weltoffenheit zu wahren. Ude wünscht Häupl für Sonntag einen Erfolg, "wenn es geht sogar einen Triumph mit absoluter Mehrheit."

ÖVP wirbt mit Häupl: "Es war so ein tolles Plakat"

Nach einem kurzen SPÖ-Werbespot betritt dann der, um den sich alles dreht, die Bühne. Häupl bedankt sich nicht nur bei seinem Team, dem er tolle Stimmung, Eifer und den Willen zum Sieg attestiert, er ist auch versucht den ÖVP-Bundesparteichef Josef Pröll in seine Dankesworte zu inkludieren: "Es war so ein tolles Plakat", meint er in Anspielung auf die Werbekampagne der ÖVP, die ihn selbst abbildete.

In der anschließenden Rede grast Häupl die wichtigsten Themen im Wahlkampf noch einmal ab, ohne jedoch auf seinen Kontrahenten Heinz-Christian Strache zu vergessen. Die zu verbessernde Situation an den Wiener Schulen habe auch er erkannt, daher sei es laut Häupl "Pflicht alle Kinder zu fördern, sodass sie zumindest das Bildungsniveau von Heinz-Christian Strache erreichen. Obwohl, so garstig wollen wir nicht sein: wir wollen, dass unsere Kinder besser sind." Die Anhänger goutieren die stellenweise spitzen Kommentare des Bürgermeisters mit Gejohle.

Häupl: Strache wird auch nicht Erzbischof

Dass, die Sozialdemokratie eine jämmerliche Wirtschaftspolitik betreibe, will Häupl nicht auf sich sitzen lassen: Selbst während der Wirtschaftskrise hätte es in Wien eine höhere Beschäftigungsquote gegeben als zur Zeit von Schwarz-Blau. Nächster Angriff auf Strache: Seine "soziale Heimtpartei" habe klarerweise nicht für die Mindestsicherung gestimmt: "744 Euro, das brauchen er und seine Hawara ja an einem Abend." 

In diesem Ton geht es weiter. Strache werde wohl nach seiner Niederlage als nächstes für das Amt des Erzbischofes kandidieren: "Er wird auch das nicht werden", prophezeit ihm Häupl und erteilt Straches Forderung eine Flat-Tax einzuführen eine klare Abfuhr.

"Gebt's uns die Hausmeister wieder!"

Zum Zug kommt dann neben der FPÖ auch die ÖVP, als Häupl das Sicherheits-Thema anspricht. "Ihr seid's nicht die Biedermänner, die sich jetzt Sorgen machen um die Sicherheit im Zusammenleben. Ihr seid die Brandstifter." Deshalb fordert Häupl im Einklang mit den Anwesenden: "Gebt's uns die Hausmeister wieder!" Am Sonntag hätten die Wiener die Wahl: Zwischen Strache, dessen "Lebenselexier das Schüren von Ängsten" sei, oder dem kompletten Gegenteil - der SPÖ.

Die Kandidatur von Heinz Christian-Strache habe eine bittere Seite, weil sie auch auf die Bundesregierung abfärbe. Häupl attestiert Innenministerin Fekter ein "Strachesches Politikverständnis" und prangert die Schubhaft zweier kosovarischer Kinder an: "Wer 8-jährige wie Terroristen behandelt, der tickt nicht richtig." Die Stimmung im Publikum kocht an dieser Stelle, der Applaus will nicht mehr enden. Der Bürgermeister ist davon überzeugt, dass die Abschiebung nicht von ungefähr drei Tage vor der Wahl stattfand. "Der Antrag selbst ist schon drei Monate alt, das war also politische Absicht und ist daher besonders verwerflich."

Standing Ovations für Bürgermeister

"Nur noch zwei Mal schlafen". Trotzdem in den Stunden noch einmal alles geben und Überzeugungsarbeit leisten, weil es noch viele unentschlossene Wähler gebe - das gibt Häupl seiner Anhängerschaft zum Schluss mit auf den Weg. "Das ziehen wir noch durch, dann haben wir es geschafft und machen ein Riesenfest." Mit einem "Glück auf" unter Standing Ovations und einem Papierschlangen-Feuerwerk verlässt er nach einer halben Stunde die Bühne wieder. (Teresa Eder/derStandard.at, 8.10.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 159
1 2 3 4
LieberGut
20
10.10.2010, 15:21
Ich mag den Häupl einfach nicht

Der ist jetzt fast 20 Jahre Bürgermeister, und für 20 Jahre ist wirklich wenig weitergegangen.

Grashalm
11
10.10.2010, 13:50

Ach was, wählt doch einfach grün...

Dr. Dieter Zakel MA
 
00
10.10.2010, 13:47
Schön dass dem Standard totalitäre Regime

so gefallen:-)
Vielleicht könnte man in Zukunft auch etwas objektiver über Nordkorea berichten?

Amdamdesdissemallepress
00
10.10.2010, 12:42

das 1. bild ist lustig ! *g*

silurus g
02
10.10.2010, 12:26
Selbst während der Wirtschaftskrise hätte es in Wien eine höhere Beschäftigungsquote gegeben als zur Zeit von Schwarz-Blau.

Hab ich was versäumt? Wann hat in Wien Schwarz/Blau regiert?

Thomas Felder1
00
10.10.2010, 13:49

ich vermute bund ist gemeint

Gerda Soros
10
10.10.2010, 12:10

Bin Wechselwähler (jedoch nie FPÖ oder BZÖ), aber diese SPÖ hängt mir zum Hals heraus: eine Gruppe selbstverliebter Althippies, welche den Roman 'Die Farm der Tiere', wo einige gleicher sind als gleich in die Praxis umsetzen.
Diese Freunderlwirtschaft der SPÖ und der immer mehr zum Wirtshauspolterer sich entwickelnde Häupl verdienen wirklich eine kräftige Bestrafung am Wahltag. Aber bitte ohne Strache zu wählen!!!

Atoar
02
10.10.2010, 09:49

Ist jetzt nicht politisch gemeint, aber irgendwie erinnert er mich an Jabba the hutt...

Miststierler
32
10.10.2010, 07:07
Weil mit Suff und Buff in Saus und Braus gelebt ordentlich verwaltet wird, ist die Sache nicht in Ordnung!

Wenn man sich bei 800000 Haushalten und 11000000000.-€ Aufkommen die Last des einzelnen Haushalts ausrechnet, erkennt man schnell, hier wird gepraßt.

Otto Normal bekommt nicht die Hälfte dessen zurück, das er einbezahlt.

Das zu ändern liegt in der Hand der Haushalte - ganz abgesehen von der zunehmenden Belästigung durch Islame gewohnheiten.

Aber ich bin sicher, bei ernsthaften Bemühen dieser Prasserei einhalt zu gebieten, werden die Schienen herausgerissen, die Energie, Wasserversorgung und Müllentsorgung eingestellt.

Solche Herrschaft ist bedrückend aber eben nur mit den Wiener Haushalten zu ändern.

Das dauert noch bis die Kriese zuschlägt. Dann sind die Nichtsnutze die ersten die flüchten und die letzten die mitbezahlen.

Tintifax2000
14
10.10.2010, 11:27
ich glaube auch für Sie sollte ..

... der Deutschkurs verpflichtend sein ...

soamist
1215
10.10.2010, 00:19
häuptl verkörpert die spö

fett, faul, machtgeil,

systemfehler1
01
10.10.2010, 12:00
Gut, dass es so unfähige Oppositionsparteien in Wien gibt.

Gegen die ist sogar die Häupl-SP wie ein Weihnachtswunder.

oberspirito
013
10.10.2010, 08:04
Komisch,...

hier werden nur alle negativen "FPÖ-Kommentare"
veröffentlicht!

€girl
22
10.10.2010, 12:39
Das Koranblattl hat seine Blattlinie!

B.Kiddo
11
10.10.2010, 07:05
Politik ist Macht - Macht ist Politik

fett: ja, schließlich haben sie eine fette Wählermehrheit hinter sich.

faul: nein, in Wien läuft vieles reibungslos, wenn auch etwas langsam u. schwerfällig.

machtgeil: unpassend, da systemimmanent; in der Politik geht es ja schließlich um die Macht des Regierens; jeder Politiker kämpft um Wählerstimmen, um mehr Macht, hat er sie, verteidigt er sie auch.

bittemehrniveau
88
10.10.2010, 01:37

jedenfalls ist er unterhaltsamer und sein schmäh ist erdiger als der vom hc.
weltmännisches auftreten hat der hc auch nicht drauf, er wird einfach seinen stallgeruch nicht los

Karl Labruni
01
10.10.2010, 10:40
Stallgeruch im Zahnlabor???

Wo Strache drauf steht, ist wohl kaum Landwirtschaft drin.

ausnahmsweise
00
10.10.2010, 08:43

schweine- oder hühnerstall?

h 90
20
10.10.2010, 06:28

Man sollte aber nicht nach dem Kriterium des erdigeren Schmaehs waehlen.

Thomas Felder1
00
10.10.2010, 13:50

sondern aufgrund des programms....

hat strache eines ?

h 90
00
10.10.2010, 14:45

Ja, im Umweltschutzbereich sogar ausgezeichnet, aber es wird halt nicht beworben. Einzig die Gruenen bewerben ihr Programm, alle anderen schauen nur wie sie die besseren Wuchteln schieben koennen.

Ex-Muslim
03
10.10.2010, 03:00

Wenn ein Schmöh ausreicht wählen wr doch gleich einen professionellen Komiker, wenn es auf sonst nichts ankommt. Trinken können auch andere gut. Jenseits von Häupl und Strache...

armerschwarzerkater
11
10.10.2010, 01:48

..sorry für das rote Stricherl, das galt eigentlich dem Vorposter...

Paulschneider
85
10.10.2010, 00:29
Strache die FP?

Aggressiv, untreu, nicht satifaktionsfähig...?

ausnahmsweise
32
10.10.2010, 08:47

na wumm. nach den rotstricherln zu schließen tummelt sich hier vorwiegend braunes gelichter

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 159
1 2 3 4

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.