Mindestsicherung mit Anlaufschwierigkeiten

8. Oktober 2010, 07:05

Bezieher klagen über Aussetzung der Hilfe und Geldverlust

Wien - Mit der im September eingeführten Mindestsicherung gibt es Startschwierigkeiten. Betroffenen soll die Mindestsicherung, die die bisherige Sozialhilfe ersetzt, nicht ausbezahlt worden sein. Andere wiederum klagen darüber, dass sie plötzlich viel weniger Geld bekommen, obwohl es ein "Verschlechterungsverbot" gibt. Die "Salzburger Nachrichten" berichteten von mehreren solchen Fällen in Salzburg. Grund für die Probleme sind offenbar fehlende Sachbearbeiter und eine Flut von Anträgen.

Salzburg: 140 statt 200 Euro

Auch aus anderen Bundesländern werden "Anlaufschwierigkeiten" gemeldet, wie ein Rundruf ergab. Salzburgs Soziallandesrätin Erika Scharer (SPÖ) bestätigte, dass es natürlich vereinzelt die "üblichen Anlaufschwierigkeiten" und auch Probleme gebe. Diese werden aber selbstverständlich überprüft und sollten bis spätestens Mitte November bereinigt sein. Scharer versicherte außerdem, dass bei niemandem eine Verschlechterung auftrete. Die "SN" nannten das Beispiel eines Betroffenen aus der Stadt Salzburg, der statt 200 Euro im Monat nur mehr rund 140 Euro bekommt, weil die vom Sozialamt bisher bezahlten Leistungen für Warmwasser und Zuschüsse für die Ernährung bei Diabetes-Patienten mit der Mindestsicherung wegfallen.

Niederösterreich: "Arbeitsbelastung"

Von den üblichen Anlaufschwierigkeiten berichtet auch Niederösterreich. "Die Bezirkshauptmannschaften stöhnen unter der Arbeitsbelastung", hieß es. Damit hatte man aber gerechnet, weil die Beamten zeitgleich nicht nur die neuen Anträge bearbeiten, sondern auch jene der alten Sozialhilfeempfänger umstellen und neu berechnen müssen. Viele Verfahren seien daher noch nicht abgeschlossen - die Mindestsicherung werde dann rückwirkend ausbezahlt. Wie viele Anträge bisher konkret gestellt bzw. bewilligt wurden, ist nicht bekannt.

Grundsätzlich laufe die Mindestsicherung nach Meinung des Landes aber "programmgemäß". Gleich zu Beginn hätten "sehr viele" Leute einen Antrag auf die Unterstützung gestellt - etwa 20 Prozent mehr als bei der Sozialhilfeunterstützung, die zuvor ausgezahlt wurde, erklärte der zuständige Referent der Landesregierung. Generell sei aber auch die Anzahl der Sozialhilfeansuchen in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen.

Wien: 250 bis 300 Anträge täglich

In der Wiener Stadtregierung wollte man von Problemen nichts wissen. Auch bei der Armutskonferenz waren bisher keine Fälle verzögerter Bearbeitung bekanntgeworden. Allerdings sei "die Situation noch zu unübersichtlich", schränkte Martin Schenk ein. Genaueres lasse sich erst Ende Oktober sagen.

In der Bundeshauptstadt haben zwischen 1. und 30. September 4.402 Menschen einen Erstantrag auf Mindestsicherung gestellt, die noch nie eine Kernleistung aus der Sozialhilfe erhalten haben. Hinzu kommen weitere rund 5.000 Anträge von Personen, die bereits einmal eine Leistung bezogen hatten. Dies sei mit den 308 Mitarbeitern - inklusive 42 zusätzlich aufgenommener - problemlos zu bewältigen, versichert man im Ressort der zuständigen Stadträtin Sonja Wehsely (SPÖ). Zugleich gab es ab der Monatsmitte einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen. "Wir verzeichnen derzeit zwischen 250 und 300 Anträge täglich", heißt es.

Anstieg der Bezieher

Sollte ein Antrag vollständig ausgefüllt sein, werde dieser in ein bis zwei Werktagen erledigt. Anträge, die beim AMS abgegeben würden, seien tendenziell allerdings nicht vollständig ausgefüllt, was bisweilen ein Nachfordern von Unterlagen notwendig mache, was den Prozess leicht verzögere. Insgesamt hat man im Vorfeld der Mindestsicherungseinführung in Wien mit 7.000 zusätzlichen Neuanträgen gerechnet. "Mit dieser Erwartungshaltung liegen wir richtig", hofft man im Wehsely-Büro. Im vergangenen Jahr verzeichnete Wien 100.031 Sozialhilfebezieher. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 81
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Strache - der kürzeste Witz Österreichs!
01
1.11.2010, 16:28
Mindest was?

Wo soll die sein?
Meine Gattin hat gar nichts bekommen und über 500 EURO Arbeitslosen nicht Notstand Arbeitslose, weil die ihr auch noch diie Tage des Urlaubsanspruches in Rechnung gestellt haben.
Gut sie geht ja jetzt in den Kurs macht eine Prüfung und hat ab 1. Jänner schon wieder etwas, deshalb haben wir uns gar nicht aufgeregt, denn sonst hätte sie vielleicht noch weniger bekommen.
Das ganze ist der größte Pröllschmäh den es gibt um den Staat Einnahmen zu verschaffen und wirkt sich nur bei Leuten auss die derzeit vielleicht 400,- EURO bekommen haben, vielleicht alleinerziehende Mütter oder so, aber sonst ist es wesentlich schlechter als vorher, denn die Sozi entfällt ja ganz!
Gut gespart liebe Popscherln!

sonne-licht
 
11
13.10.2010, 12:17
beamten und arbeiten

habe vor drei wochen einen termin bekommen, wegen einsicht alimentenzahlung durch meinen vater!

wenn ich vorher nicht nocheinmal eingerufen hätte, hätte ich nicht erfahren, dass die frau magister krank ist!
eine entschuldigung oder verständigung bekam ich natürlich nicht!

wozu auch! im privatbetrieb übernimmt ein anderer mitarbeiter die tätigkeiten der kranken mitarbeiter bei beamten steht alles still und wird totgeschwiegen!

ich bin für leistungsbezahlung der beamten am magistrat und nachweise wieviele akten sie pro tag bearbeiteten und fertig brachten!
bzw. abzug der beamten die in abteilungen sitzen, wo nichts zu bearbeiten ist, diese effizienz darf der steuergeldbezahler von den beamten verlangen!

für jedes versäumnis strafgelder!

jeff5
11
12.10.2010, 07:53
früher hat man sich geniert und schnell eine arbeit gesucht.

heute beschwert man sich mit handy und internet.

nona, es wollen alle ins österreichische paradis, bis es krachen wird.

ja, bin auch gegen bankengeschenke, das ist ja das einzige hirni-argument, dass dann kommt.

oder weiter unten die .azi-keule, dümmer gehts nimmer.

rfofan
03
12.10.2010, 14:04
Auch heute

geniert man sich und sucht schnell nach
Arbeit. Nur - viele finden keine. Es ist nicht genug Arbeit für alle da.

Und dann wollen die auch noch telefonieren und ins Internet ... Na, wo samma denn.

rollie63
13
11.10.2010, 09:40

antrag vor einem monat eingereicht, bis heute keinen bescheid geld natürlich auch nicht. telefonische nachfrage ergab: wir haben zuwenig personal und zuviele anträge, ich solle mir keine sorgen machen, das geld wird biem nächsten termin nachgezahlt.
8 wochen ohne geld obwohl ich miete, strom, lebensmittel bezahlen muss. wie soll das gehen?

Zeit Geist1
61
11.10.2010, 15:31
Wenn das Geld schon so knapp ist,

kannst du vielleicht zuerst Internet und Handy abmelden.

DagmarRehak
 
02
12.10.2010, 09:59

Gerade Internet und Handy ist heut zu Tage unbedingt notwendig für Arbeit und Behördenkontakte. Anonym in der großen weiten Welt herumzupsoten ist sicher auch eine Verwendungsmöglichkeit, aber nicht die vordergründigste.
Richtig wäre daher, Kommunikationsmittel in die Definition der Grundsicherung aufzunehmen.

Erwin Wolfram
31
10.10.2010, 07:38

das naziregime zeigt sein wahres gesicht nur selten...

Gut und dann...?
03
9.10.2010, 22:42
Pröllsicherung sollte die heissen!

Weil diese Mindessicherung gar nicht greift und es sogar auch weniger geben kann.
Das hat der Finanzminister zerstört, dabei wäre es ein guter Grundgedanke gewesen.
Wieder so typisch wie schwarz/balu halt auch für das Volk sind.
Das bekommt die ÖVP aus dem Hirn nicht mehr raus dieses totsparen und trotzdem noch mehr Schulden machen als andere!

DagmarRehak
 
02
9.10.2010, 19:11
Wie ist das jetzt mit dem Verschlechterungsverbot?

"Die "SN" nannten das Beispiel eines Betroffenen aus der Stadt Salzburg, der statt 200 Euro im Monat nur mehr rund 140 Euro bekommt, weil die vom Sozialamt bisher bezahlten Leistungen für Warmwasser und Zuschüsse für die Ernährung bei Diabetes-Patienten mit der Mindestsicherung wegfallen."

Maggie M1
36
8.10.2010, 20:34
Fr. Wehsely Stellungnahme zur Lage in Wien

Sie lügt so offensichtlich, dass es ein Graus ist, jeder der ein bisschen Einblick hat weiß dass die MA 40 personell eindeutig unterbesetzt ist und daher es zu massiven Verzögerungen der Bearbeitungen der Anträge kommt!
Sie hat offenbar auch noch nicht begriffen, dass auch Beamte Wähler sind!

gletschermandl
23
8.10.2010, 22:24

völlig richtig, ich habe das schon in bei einem anderen artikel geschrieben.fristgerecht abgegebene anträge von mitte august oder monatsanfang september, werden z.b. im amt spetterbrücke 1160, um wochen verspätet bearbeitet, da ein referent in langzeit-ks ist.
ohne reserven stehen diese leute jetzt mit leeren händen da.den Ma40 mitarbeiter kann man aber keinen vorwurf machen.die sind größtenteils bemüht aber auch überarbeitet.
das es jetzt, seitens der spö-stadtregierung heißt, es gibt eh keine probleme, ist zum kotzen.diese mauerer und schwindler sind definitiv nicht mehr wählbar.

Kendall Von Tharn
00
10.10.2010, 18:02

dazu sei noch angemerkt, dass das AMS vor einigen monaten im rahmen der aktion 8000 hunderte mitarbeiter zur erledigung der anträge gesucht wurden. was wurde daraus?

Maggie M1
00
18.10.2010, 19:40
AMS sucht MA 40 Mitarbeiter

Hunderte Mitarbeiter? dass ich nicht lache, es wurden tatsächlich 42 aufgenommen, allerdings mit befristeten Dienstverträgen (bis März 2011). Diese wurden in 2!!!!! Monaten von überlasteten Mitarbeitern " eingeschult" und sind total überfordert, no na!

gletschermandl
00
10.10.2010, 18:24

von ams können die anträge nur angenommen und auf vollständigkeit überprüft.letzteres scheint derzeit noch nicht wirklich zu funktionieren.
dann werden die anträge zur bearbeitung an die auszahlende stelle (in wien ma 40) weitergeleitet.

Gegenflieger
115
8.10.2010, 19:08

Jep,wenn es um die Armen geht hat man immer probleme mit der Finanzierung.

Geht es darum einer Bank Milliarden in den Hintern zu schieben geht das Ruck Zuck.

wirdeinlichtleinseinamendedestunnels
11
10.10.2010, 19:00
Manchmal

hab ich den eindruck, dass teile der spö Leider das geschäft der övp gleich miterledigen - zum nachteil für ärmere menschen.

santa fe
 
012
8.10.2010, 16:14

wenn es so weitergeht, wird die mindestsicherung dem staat teurer kommen als das

BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN.

österreich entscheidet sich in der regel solange gegen den fortschritt, bis es zum endgültigen zusammenbruch eines obsoleten systems kommt. beispiel: 40 jahre bundesheer-pseudoreform.

eze eze
 
310
9.10.2010, 07:40
Bedingungsloses Grundeinkommen - JETZT!

Ich unterstütze die Einführung eines

* allgemeinen,
* personenbezogenen,
* bedingungslosen

Grundeinkommens in existenz- und teilhabesichernder Höhe.

ONLINE UNTERSCHREIBEN kann man HIER:

http://www.pro-grundeinkommen.at/

(Insgesamt - also auch mit den handschriftlich geleisteteten Unterschriften - haben sich seit Beginn der Aktion im Mai 2009 - schon mehr als 4000 Menschen für ein Bedingungsloses Grundeinkommen ausgesprochen - siehe Grafik: http://www.pro-grundeinkommen.at/?page_id=34)

-_-
26
9.10.2010, 12:13
erklären Sie uns bitte die Finanzierung

zahlen wir, unsere Kinder oder die Enkel dafür?

Und was sagen wir der Kassiererin beim Billa diesbezüglich?

Ersuche um Aufklärung.

mag2412
02
10.10.2010, 10:55
ich trete gerne in die bresche und erklärs ihnen

SIE werden das zahlen, sofern sie berufstätig sind und steuer- und sozialversicherungen zahlen.

wer den sonst? oder glauben sie das der julius oder der menstof puly sein geldbörserl aufmachen wird.

was glauben sie wer das bis jetzt gezahlt hat, und was glauben sie was das ist?

eine solidarleistung wird immer von den menschen bezahlt die etwas haben und an die menschen verteilt die das nicht haben. so funktioniert ein sozialstaat. wem das nicht recht ist, der sollte parteien wählen die soziale werte ausdrücklich ablehnen. das wäre dann NICHT die SPÖ NICHT die FPÖ nicht die GRÜNEN nicht die KPÖ und auch nicht die ÖVP

warum meinen sie wohl ist das so?

DagmarRehak
 
17
10.10.2010, 12:25
Stimmt nicht ganz.

Wer auch immer Geld hat in diesem Lande, bzw. auf dieser Welt, hat das so gut wie nie selbst erwirtschaftet, sondern ist durch Glück, Erbschaft, Betrug, Diebstahl und/oder Ausbeutung von Arbeitskräften dazu gekommen.
Stimmtschon, es gibt ein paar Leute, die besitzen was und tun so, als wären sie mega großzügig, wenn sie ihren Ausgebeuteten einen Sozialraum finanzieren. Oder wenn die Bank so tut, als wäre das echt ein Problem für sie, wenn sie Quartal für Quartal Zinsen von einem Kundenkonto abzieht und auch noch großzügig anbietet, die Rückzahlungszeit zu verlängern, um noch mehr Zinsen lukrieren zu können. Davon leben die!
Es ist nicht so, dass das Geld denen gehört, die es haben. Daher sind die auch nicht die Finanzierer. Wenn ich dir erst was wegnehme und es dir dann zurückgebe, bin ich dann sozial? Eher nicht, oder?

Es ist auch nicht so, dass nur Menschen etwas erwirtschaften können, sondern auch die Zeit, die Sonne, Pflanzen, Wind, Maschinen,... Der, der den Gewinn daraus entnimmt, ist ja nicht der, der es erschaffen hat.
In Wirklichkeit müssen wir nicht einmal die Vilarschen fünf Stunden am Tag arbeiten, um ein zufriedenes Leben zu führen, sondern zwei Stunden bequeme Arbeit pro Person und Tag reichen, und das macht sogar Spaß.

Langer rede kurzer Sinn:
Geld wächst von selbst und dann liegt es auf der Straße.

Chocoholic
11
10.10.2010, 17:02
Ich kenne einige, die auch mehr gahackelt haben als andere.

DagmarRehak
 
01
10.10.2010, 19:22
Gibt's sicher.

Aber mehr als 16 Stunden pro Tag werden es wohl nicht gewesen sein. Daraus erklären sich keine (rechnerisch) 10-fachen Stundenlöhne. Mehr als das doppelte eines Durchschnittsverdieners zu verdienen ist mit ehrlicher Arbeit unrealistisch.

Chocoholic
00
11.10.2010, 14:59
Es sind auch oftmals erhöhte risikobereitschaft.

Und die zeigen Sie mir, die am meisten raunzen, obe die jemals in ihrem Leben 16 Stunden für jemanden gehackelt haben, ohne zu motzen...

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