"Wir werden es den Mächtigen schon zeigen"

7. Oktober 2010, 21:13
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Das BZÖ feierte den Wahlabschluss bei Bier und Stelzen - Spitzenkandidat Sonnleitner gab sich trotz schlechter Umfragewerte optimistisch: "Der Wähler wird entscheiden"

Das Schweizerhaus als Location für den Wahlabschluss zu wählen war ein taktisch kluger Zug des BZÖ. Der Saal im oberen Stockwerk, in dem normalerweise 150 Personen Platz finden, war gesteckt voll. Einige Anhänger konnten nicht einmal mehr einen Sitzplatz ergattern. Bevor es aber Stelzen zu essen gab, mussten sich die Besucher zunächst mit Bier zufrieden geben. Spitzenkandidat Walter Sonnleitner ergriff das Wort, um seine Anhänger für das Wahlkampf-Finish zu motivieren.

"Gefälschte Prognosen"

"Wir sind in der Zielgeraden", sagte er, "bitte schmeißt jetzt nicht die Nerven weg." Sein Ziel, so Sonnleitner: der Einzug ins Rathaus. "Fünf Prozent haben wir uns als Latte gelegt. Wenn es mehr sein werden, stört es uns auch nicht." Kritik übte der ehemalige ORF-Journalist an den Meinungsumfragen. Dabei handle es sich um "gefälschte Prognosen", sagte er und vermutete "schmutzige Tricks" derjenigen, "die verhindern wollen, dass wir in den Gemeinderat hineinkommen". Sonnleitner gab sich optimistisch: "Was wirklich herauskommt, wird der Wähler am Sonntag entscheiden. Wir werden es den Mächtigen schon zeigen."

Ein wenig sentimental wurde Sonnleitner als er sich an seinen Beschluss, in die Politik zu gehen, erinnerte: "Der Einstieg in die Politik war ein wunderbares Erlebnis". Mit Lob an seine Wahlhelfer sparte er nicht: "Ihr seid eine tolle Truppe, was ihr alles aufgestellt habt. Lasst mich danke sagen."

Bucher lobt Sonnleitner: "Guter Kandidat"

Zuvor nutzte Parteiobmann Josef Bucher die Gelegenheit, um hervorzuheben, dass das BZÖ den sparsamsten Wahlkampf geführt habe. Das Budget von 250.000 Euro sei ein Bruchteil dessen, was den anderen Parteien zur Verfügung stehe. Spitzenkandidat Sonnleitner bezeichnete er als einen "guten Kandidaten". Auch für sein eher zurückhaltendes Gemüt fand er positive Worte: "Man muss nicht immer durch die Gegend schreien."

An eine Zukunft des BZÖ glaubt Josef Bucher: "Uns wird es weitergeben. Bis zu den Nationalsratswahlen werden wir weiterkämpfen." 

Walter Sonnleiter eröffnete schließlich das Buffet mit Worten: "Guten Appetit, lasst es euch schmecken." Das taten die Anwesenden, unter ihnen auch die ehemaligen BZÖ-Regierungsmitglieder Herbert Scheibner und Sigisbert Dolinschek. (rwh, derStandard.at, 7.10.2010)

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    "Fünf Prozent haben wir uns als Latte gelegt. Wenn es mehr sein werden, stört es uns auch nicht."

  • Sonnleitner und Bucher kämpfen für den Einzug ins Rathaus.
    foto: bzö/harald kalasek

    Sonnleitner und Bucher kämpfen für den Einzug ins Rathaus.

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