Verhindertes Atomkraftwerk wird zum Forschungslabor

7. Oktober 2010, 15:24
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TU-Forscher analysieren Solaranlagen auf Effizienz, Kosten und Anwendungstauglichkeit

Zwentendorf - Sonnen- statt wie ursprünglich geplant Atomenergie wird schon seit dem vergangenen Jahr vom niederösterreichischen Versorger EVN im nie ans Netz gegangenen Atomkraftwerk Zwentendorf erzeugt. Ab sofort wird auch wissenschaftlich gearbeitet: im Photovoltaik-Forschungszentrum, das gemeinsam mit der Technischen Universität Wien (TU) gegründet wurde. Acht Mitarbeiter haben kürzlich ihre Arbeit aufgenommen, teilte die TU am Donnerstag in einer Aussendung mit.

Solaranlagen unter der Lupe

Im Juli 2009 wurden Dächer, Freigelände und Seitenwände des Kraftwerks im Tullnerfeld mit Solarmodulen ausgerüstet. Bisher seien auf diese Weise 190 Kilowatt Photovoltaik aktiv. Da in den kommenden Jahren ein privater Boom im Bereich der Photovoltaik erwartet wird, sei entsprechende Forschung nötig, hieß es. In Zwentendorf werden daher handelsübliche Modelle verschiedener Hersteller unter realen Umweltbedingungen hinsichtlich Effizienz, Anwendungstauglichkeit, Investitions- sowie Betriebskosten ausgetestet.

So will man herausfinden, welche Paneele sich für Haus- und Garagendächer am besten eignen, aber auch Erkenntnisse für den großflächigen Einsatz - etwa bezüglich Aufstellung und Netzanbindung - gewinnen. Interessante Punkte dürften vor allem auch der Wettereinfluss sowie die natürliche Selbstreinigung der Geräte durch den Niederschlag sein. (APA)

  • Zur bereits seit dem Vorjahr bestehenden 190-Kilowatt-Photovoltaik kommt nun auch noch ein Forschungszentrum ins AKW Zwentendorf.
    foto: standard/corn

    Zur bereits seit dem Vorjahr bestehenden 190-Kilowatt-Photovoltaik kommt nun auch noch ein Forschungszentrum ins AKW Zwentendorf.

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