Umfrage

SPÖ zeigt Schwäche, FPÖ holt auf

6. Oktober 2010, 17:11

In der letzten Umfrage vor der Wien-Wahl zeigt sich: Bürgermeister Michael Häupl ist weitgehend unangefochten, doch seiner SPÖ ist die absolute Mehrheit nicht sicher - Die FPÖ hat ihr Potenzial noch nicht ausgeschöpft

Wien - 47 Prozent - das ist das hochgerechnete Ergebnis für die SPÖ in der letzten Wien-Umfrage des Linzer Market-Instituts vor der Wahl am Sonntag. Das könnte für eine absolute Mandatsmehrheit reichen - aber es zeigt auch, dass die SPÖ seit August an Boden verloren hat. Damals wurden für sie noch 50 Prozent errechnet.

Aber das war vor dem Wahlkampf-Start der Freiheitlichen, die spät und massiv aufgetreten sind und nun mit 22 Prozent rechnen können. Innerhalb von acht Wochen haben die Freiheitlichen demnach um drei Prozentpunkte zugelegt - "dabei kann ihr Potenzial nicht als ausgeschöpft bezeichnet werden", sagt Market-Chef Werner Beutelmeyer.

SP 47, FP 22, VP 17, G 12

Das also besagt die jüngste Wahlprognose - erstellt aus Umfragedaten von Freitagabend und Montagabend: 47 Prozent (minus drei gegenüber der Wahl 2005) für die SPÖ, 22 für die FPÖ (plus sieben), 17 für die ÖVP (minus zwei), zwölf für die Grünen (minus zweieinhalb) und je ein Prozent für BZÖ und weitere Kleinparteien.

Die SPÖ ist demnach auch jene Partei, die Wien prägt. "Wenn Sie sich so anhören, über welche politischen Themen in Wien gesprochen wird: Welche Parteien geben da Ihrer Meinung nach am ehesten die Themen in der Landespolitik vor?" Darauf nennen 67 Prozent als Erstes die SPÖ, gerade einmal elf Prozent die FPÖ und nur vier Prozent die ÖVP - wobei ÖVP und FPÖ noch 13 beziehungsweise zehn Prozent Zweitnennungen haben.

In derselben Umfrage wurde auch erhoben, wie die künftige Machtverteilung in Wien aussehen sollte. Dabei zeigt sich ein eher geringer Wille, die SPÖ klar abzuwählen - der Grafik ist zu entnehmen, dass nur 14 Prozent der Wähler die (eher unrealistische) Ansicht vertreten, dass die SPÖ in Opposition gehen sollte. In einer weiteren Frage wurde erhoben, wer sich wünscht, dass die SPÖ in Wien nicht mehr allein bestimmen kann: In dieser Fragestellung sagen 35 Prozent, dass sie sich wünschen, dass die SPÖ die Macht teilen möge.

Andersherum gefragt - und man erhält ein anderes Ergebnis, nämlich das in der Grafik abgebildete: Da meinen 61 Prozent, dass die ÖVP Verantwortung tragen sollte, auch jeder zweite erklärte SPÖ-Wähler wünscht sich das. Grünes oder gar blaues Mitregieren wünschen sich nur 39 beziehungsweise 20 Prozent - 63 Prozent wollen die FPÖ nur in Opposition sehen.

Häupl direkt unschlagbar

Dem entsprechen auch die Werte der Spitzenkandidaten in der (fiktiven) Direktwahl-Frage. 54 Prozent würden Amtsinhaber Michael Häupl wieder zum Bürgermeister wählen - der stark auf seine Person zugeschnittene SPÖ-Wahlkampf hat dazu geführt, dass Häupl (anders als noch im August) viel bessere Werte hat als seine Partei.

Anders Heinz-Christian Strache: Dessen Partei hat zwar in der Umfrage zugelegt, aber nur acht Prozent können sich Strache auf dem Bürgermeistersessel vorstellen. Bei ÖVP-Frontfrau Christine Marek liegt der Wert bei sieben Prozent. Völlig zurückgefallen ist Grünen-Spitzenkandidatin Maria Vassilakou - im August wollten sie noch fünf Prozent, jetzt kommt sie bloß noch auf ein Prozent Direktunterstützer.

Überhaupt sah es für die Grünen eine Woche vor der Wahl nicht sehr rosig aus: Wünschten im August noch 38 Prozent, dass die Grünen "im Gemeinderat ein wichtiges Wort mitzureden haben", so ist dieser Wert inzwischen auf 29 Prozent gesunken.

Und was erwarten sich die Wiener sonst von der Wahl? 44 Prozent hoffen, dass das Ergebnis ein klares Zeichen gegen rechts sein möge. Die Gegenthese, dass man sich starke FPÖ-Gewinne erhofft, um die Freiheitlichen zur meistbeachteten Partei der Wahl zu machen, vertreten nur 15 Prozent - nicht einmal alle erklärten FPÖ-Wähler. (Conrad Seidl/DER STANDARD-Printausgabe, 7.10.2010)

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Heiner Müller
23
10.10.2010, 12:16
FPÖ unter 20%

wäre für mich ein gutes Wahlergebnis. Alles andere ist mir Blunzn.

Heiner Müller
13
10.10.2010, 12:22
Man kanns auch anders formulieren

Wenn ein Hassprediger wie HC Strache mehr als 20% Lemminge für seine Gefolgschaft lukrieren kann, ist das für mich eine äußerst bedenklich gesellschaftliche Entwicklung.

rudolf schladming
 
00
10.10.2010, 13:48

hatten wir doch alles schon. haider hat 28% gemacht. diese leute sind eben noch da und sie sind - wen wunderts - auch weiterhin rassisten. hin und wieder wird es eben in wahlergebnissen sichtbar, das problem ist aber nicht das wahlergebnis sondern seine ursache.

aculus populus
 
02
10.10.2010, 10:24
Das FPÖ 22 Prozent erreicht...

zeigt eindeutig wie schlecht es mit der Bildung in Ö steht. FPÖ die Partei der Hetze...kein Programm, keine Ahnung von irgendwas...einfach nur "Ausländer raus" Parolen ... und das zieht ungebildete dumme oder einfach nur ängstliche Wähler magisch an.

Stimmspatz
 
00
10.10.2010, 11:24

Eigenartig, dass in den ländlichen Bereichen die Bildungsqualität an Schulen wesentlich besser ist! Woran das wohl liegt...?

The_new_number_2
00
10.10.2010, 14:09

Ich bitte um eine Quellenangabe! Ich fände ein derartiges Ergebnis äußerst überraschend...

untitled
00
10.10.2010, 17:13

das wird dir jeder lehrer bestätigen.

The_new_number_2
00
25.5.2011, 14:19

Ich habe aber keine Lust, jeden Lehrer zu fragen...

Das kleine i
00
10.10.2010, 11:05
anderer wien-wahl-artikel

leider gibt es auch posterInnen in diesem forum, die ernsthaft dazu aufrufen fpö zu wählen um övp und spö zu bestrafen - folglich geht's wohl eher um skrupel als um bildung ...

Schmämt Euch kurz gesagt Scheuch!
00
10.10.2010, 07:49
Erklärungen zu Schweinen die leider selbst Kinder haben!

http://www.redbook.at/home/blog... entry/2866

MoltoBene
01
9.10.2010, 13:45
Lauter Gewinner - ein Blick in die Zukunft

Nach der Wahl: "Also trotz Verlust der Absoluten ist es uns gelungen stärkste Kraft in Wien zu bleiben." "dadurch dass wir nur 3% verloren haben ist der Abstand zur SPÖ um 0,5% geschrumpft." "Es ist uns gelungen auch diesmal zweistellig abzuschneiden und haben immerhin die zwei Bezirksvosteher fast gehalten." "Da wir als einzige Partei zugelegt haben ist es der Wille des Wählers das ich Bürgermeister werde." Wir haben mit 0,8% immerhin unsere Stimmen verdoppelt, womit die Oragngen ein starkes Lebenszeichen von sich gegeben haben" - wer wettet mit mir dass ich in die Zukunft schauen kann

gustav1970
00
10.10.2010, 10:40
nehme die wette an

es ist allerdings traurig, dass sich Ihre Einstellung so an der Realität orientiert ... dennoch sollte mensch/frau/mann heute die "Politverdrossenheit" außen vor lassen und einfach wählen gehen - wien ist schließlich unser aller stadt!

Petra Ustinov
33
8.10.2010, 18:56
"Eine kleine Auflistung der FPÖ-Vorfälle in den vergangenen Wochen"

http://www.stopptdierechten.at/2010/10/0... teiermark/

Harry Y.
 
00
8.10.2010, 17:18
Achtung: Nicht 61% der Wiener meinen,

sondern - laut Grafikbeschriftung jedenfalls - nur 61% der Österreicher ab 16 Jahren!!

Zumindest bin ich gar nicht überzeugt, dass das die Wiener sein sollen. Das wäre eine irgendwie äußerst ungute Panne.

Frank Adler
105
8.10.2010, 13:49
Ihr in Wien tuts mir leid.

Häupl - die Suffnase, den könnt ich schon nicht wählen, weil er aussieht wie ein Alkoholiker.

Strache - was soll man zu dem noch sagen?

Marek - die Persepektivlosigkeit schlechthin.

Die Grünen, die noch immer nicht verstanden haben, wie man Wählerstimmen bekommt.

Heiner Müller
01
10.10.2010, 13:21
Wenn alle Wähler in Wien

ein derart jämmerliches politisches Urteilsvermögen aufweisen würden, wie Sie, Herr Adler, dann würde ich allerdingsl auch schwarz sehen für die Grünen.

b.s.o.d.
00
10.10.2010, 12:23
1 runde fremdschämen für wien - find ich gut

-_-
00
10.10.2010, 08:33
Und wo bitte wohnen Sie?

Im "glorreichen" Kärtnen und im "schuldenfreien" NÖ ???

Colonel Grande
01
10.10.2010, 00:26
Fällt ihnen eigentlich auf

wie lächerlich es ist einen Politiker nach seinem/ihrem Aussehen zu bewerten?

Harry Y.
 
10
9.10.2010, 12:21

Der erste und der zweite Satz sind uns echt zu blöd.
Außerdem fällt deine "Kritik" zu seicht aus.

boro boros
 
10
9.10.2010, 11:34

mich würd interessieren, woher du kommst, dass du die wiener bemitleidest, mir fällt kein bundesland ein, dem es nicht fast schlechter geht, abgesehen von strache, der ist halt eine geburtspanne.

081547112
03
8.10.2010, 09:51
umfragen

umfragen hin oder her, am sonntag werden wie immer wieder alle sieger sein, mit ausnahme der wähler.

austriaica
02
7.10.2010, 23:36
SPÖ zeigt Schwäche...

Klar ist, wenn eine Partei (siehe auch NÖ) mit absoluter Mehrheit ein Bundesland regiert Schwäche zeigt, klammert sich die stimmen- und brustschwache Opposition an jeden Strohhalm. Selbst wenn die SPÖ Verluste einfährt ist und bleibt sie in Wien Nummer 1. Daher geht es auch bei der Wahl um eine Abstimmung wie die SPÖ ihre Absolute zum Wohl der Bürger und Bürgerinnen Wiens verwendet hat.

GiordanoB
64
8.10.2010, 01:12

Nachdem die SPÖ erfolgreich auch noch ihr letztes Wählerreservoir ausschöpft: altersdemente Patienten in Seniorenheimen denen man Wahlkarten aufschwatzt (des Kreuzerl machst da, brav Mutti!), werden sie wohl noch einmal ihre Position halten.

Beiddenker
00
10.10.2010, 13:32
Na immerhin werden in Wien - z.b. im Gegensatz zu NÖ - nicht die Kinder ...

... herangezogen, um die "altersdementen Patienten" zu finanzieren, sondern die Stadt Wien stellt menschliche Pflegewohnheime zur Verfügung, die ohne Aufpreis auch Mindestpensionisten zur Verfügung stehen.

Aber ich weiß schon, SIE werden nie alt ...

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