"Einmal mehr als nur reden": Politik machen vor Facebook

6. Oktober 2010, 17:07
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Die sehenswerte Dokumentation "Einmal mehr als nur reden" und die weiteren Filmstarts der Woche

Eine Gruppe von Leuten bei Aushub- und Bauarbeiten: Die Mittel sind einfach, ohne großes Gerät soll ein Gemeindezentrum entstehen. Wir schreiben das Jahr 1984, der Ort liegt in Nicaragua, und bei den Arbeitenden handelt es sich um die Brigade "Februar 34" - Freiwillige aus ganz Österreich, die ihren Beitrag zur Revolution leisten wollten.

Anna Katharina Wohlgenannt hat für ihren Dokumentarfilm "Einmal mehr als nur reden" mit einigen der damaligen Brigade-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer Gespräche geführt. Dazwischen sind damals entstandene Aufnahmen zu sehen. Nicht nur das schon leicht verwitterte Videomaterial lässt den Aktivismus als historisch erscheinen - auch die politischen Utopien haben die Zeit nicht schadlos überdauert. Ein sehenswertes Dokument.

Außerdem starten: Brillante Mendozas tolles Großmütter-Drama "Lola" und Sabine Derflingers neuer Spielfilm "Tag und Nacht", der zwei Freundinnen begleitet, die beschließen, ihr Einkommen als Prostituierte zu bestreiten; Jean-Pierre Jeunets "Micmacs - Uns gehört Paris" mit Dany Boon und David Finchers Facebook-Gründungsgeschichte "The Social Network" sowie der Animationsfilm "Konferenz der Tiere" und das Drama "Wie durch ein Wunder" mit Teenieschwarm Zac Efron. (irr/ DER STANDARD, Printausgabe, 7.10.2020)

 

  • "Einmal mehr als nur reden": Österreichische Brigadisten 1984 beim Hausbau in Nicaragua.
    foto: stadtkino

    "Einmal mehr als nur reden": Österreichische Brigadisten 1984 beim Hausbau in Nicaragua.

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