Neue Sonde soll klären, was aus der Mars-Atmosphäre wurde

6. Oktober 2010, 18:39
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Mission MAVEN soll im Jahr 2013 starten, um "eine große Wissenslücke" zu schließen

Washington - Die US-Weltraumbehörde NASA hat grünes Licht für eine Mars-Mission gegeben, die ab 2013 die Frage klären soll, warum unser Nachbarplanet heute nur noch eine extrem dünne Atmosphäre hat. Wissenschafter gehen davon, dass die Mars-Atmosphäre vor einigen Milliarden Jahren noch dicht genug war, dass sie Vorkommen von flüssigem Wasser ermöglichte. Diese hätten ihrerseits die Entstehung von Lebensformen begünstigen können. Als Hinweise auf eine solche Vergangenheit gelten unter anderem flussbettähnliche Strukturen auf dem Mars sowie Mineralien, für deren Entstehung Wasser in flüssiger Form nötig ist.

Hypothesen, wie es zum Verlust dieser dichteren Atmosphäre kam, gibt es verschiedene: Die Kollision mit einem anderen Himmelskörper könnte die damalige Atmosphäre buchstäblich fortgerissen haben - diese könnte aber auch durch die Einwirkung des Sonnenwinds über einen langen Zeitraum hinweg schleichend abgetragen worden sein.

Die Mission mit dem Namen MAVEN ("Mars Atmosphere and Volatile Evolution") soll die Ursache klären - die gleichnamige Sonde kann nach NASA-Angaben im November 2013 starten. MAVEN wird Messungen des heute noch anhaltenden Atmosphäre-Verlusts durchführen, aus denen man auf die Vergangenheit zu schließen hofft. Die Kosten des Projekts werden auf umgerechnet 320 Millionen Euro beziffert. "Dieses Projekt ist eine wichtige Ergänzung für frühere, gegenwärtige und zukünftige Mars-Missionen", sagte Michael Meyer vom Marsprogramm der NASA in Washington. Damit solle "eine große Wissenslücke" über den Mars geschlossen werden.  (APA/red)

  • Die Arbeit eines NASA-Illustrators veranschaulicht, wie der Verlust des marsianischen Magnetfelds auch zu dem der Atmosphäre führte - was den toten roten Planeten hinterließ, den wir heute kennen.
    illustration: nasa

    Die Arbeit eines NASA-Illustrators veranschaulicht, wie der Verlust des marsianischen Magnetfelds auch zu dem der Atmosphäre führte - was den toten roten Planeten hinterließ, den wir heute kennen.

  • Die MAVEN-Sonde soll im Herbst 2013 starten.
    illustration: nasa

    Die MAVEN-Sonde soll im Herbst 2013 starten.

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