Salzburg

Viele Jugendliche nehmen Psychopharmaka

6. Oktober 2010, 14:23
  • Artikelbild
    foto: photodisc

    2.500 jungen Menschen in Salzburg nehmen Psychopharmaka - eine Kampagne der AK stellt die seelische Gesundheit junger Beschäftigter in den Vordergrund.

Auch junge Menschen nicht extrem belastbar - Kampagne "I schau auf mi UND di" soll verstärkt Jugendliche erreichen

Salzburg - Bereits 2.500 Salzburger Jugendliche nehmen laut der Salzburger Gebietskrankenkasse (SGKK) Psychopharmaka. Deshalb soll die von der Arbeiterkammer und SGKK initiierte Kampagne "I schau auf mi UND di" jetzt auch verstärkt junge Menschen erreichen. "Wir wollen mit dieser Aktion nicht nur Jugendliche für diese Problematik sensibilisieren, sondern auch bei Ausbildnern und Lehrern signalisieren, dass junge Menschen nicht extrem belastbar sind und Verständnis brauchen", sagte Siegfried Pichler, Präsident der Salzburger AK, bei einem Pressegespräch.

Mit der Aktion wollen die Initiatoren dafür sorgen, dass in den Betrieben nicht nur auf die körperliche, sondern auch auf die seelische Gesundheit der Beschäftigten geachtet wird. Das Interesse der Unternehmen an der Aktion sei ungebrochen - sogar aus Deutschland hätten sich Betriebe gemeldet, sagte Pichler. Es solle vor allem an die Ausbildner appelliert werden, Verständnis für seelische Belastungen junger Menschen aufzubringen. Denn diese steckten keineswegs alles einfach so weg, aber sie reagieren oft anders als Erwachsene. Werde beispielsweise ein Lehrling vom Ausbildner als dumm dargestellt und dessen Ungeschick in den Vordergrund gerückt, dann ziehe sich so mancher engagierte Jugendliche zurück.

Psychische Gesundheit als Burnout-Prophylaxe

Die Fürsorgepflicht für ein gutes Arbeitsklima liege beim Arbeitgeber. "Dazu gehört auch die Prävention vor psychischen Belastungen wie Mobbing", stellte der AK-Präsident fest. Aber auch Gruppenzwang, übertriebener Heldenmut und damit das falsche Einschätzen von Risiken könne in der Arbeit und Ausbildung zu einem echten Problem werden. "Jugendliche in der Pubertät befinden sich in der Entwicklungsphase zu reifen Persönlichkeiten und sind in dieser Zeit sehr offen für dauerhafte Prägungen von Verhaltensmustern", sagte Manfred Stelzig vom Kuratorium für psychische Gesundheit.

Ein positives Betriebsklima und ein offener Umgang auch mit seelischem Stress sei ein Schutzschild für die psychische Gesundheit und wirke damit auch als ideale Burn-out-Prophylaxe. "Die eigene Leistungsfähigkeit wird durch ein wertschätzendes soziales Umfeld gefördert. Es ist - wie für jeden Menschen - auch das Bedürfnis Jugendlicher, zu erfahren, dass sie willkommen sind", so Stelzig. (APA)

Kommentar posten
12 Postings
Barbarin (vorm. L.Sonnenschein)
02
11.10.2010, 13:23
Die häufigste Diagnose von unseren tollen...

..Psychologen ist Überaktivität/Hyperaktivität, dafür gibts dann tolle Chemie zum Ruhigstellen, aber kein In-den-faulen-Ar***-treten der du**en Eltern, die sich (ÜBERRASCHUNG!!!!!) mit Ihren Kinder beschäftigen müssen (raus in die Natur und so) und nicht vor den Fernseher/PC setzen, wenn lästig und überdrüssig! Ja, Kinder brauchen Ansprache, Zeit, Liebe, Respekt und auch Richtlinien!!! Sind keine Einrichtungsgegenstände/Haustiere. Kinderpsycholgen sind großteils widerliche Verbrecher, die sich an unseren Kindern schulig machen!!!!!

santa fe
 
513
7.10.2010, 02:05

wir leben in einer psychopharmaka-alkohol-kultur. ohne doping könnten wir die berufs-familien-und individual-problematik nicht mehr bewältigen.

wir sind uns selbst fremd geworden und führen ein leben, das wir nicht wollen. eine hauptursache ist die prostitutionsartige berufs-situation.

das BEDINGUNGSLOSE GRUNDEINKOMMEN

erlaubt uns, einen neuen arbeitsbegriff zu entwicklen und ihn mit dem begriff "selbstverwirklichung" zu kombinieren, da auf jeden fall für das nötigste gesorgt ist. selbstverwirklichung bedeutet emanzipation von konsum- und drogensucht, die aus angst-sucht entstsehen. die angst vor dem verlust der materiellen basis muss ein ende haben. sie ist ein symbol für die angst um die existenz schlechthin.

Petzi Petz
00
10.10.2010, 12:54

Das Grundeinkommen löst aber die Probleme nicht, schon gar nicht die Berufssituation: die Leute müssen sich auf die Füße stellen und sich, so sie unglücklich sind, über die Situation nachdenken: warum mach ich den Job? Hab ich eine Alternative? Wenn nein, muß ich einen Weg finden, den Job zu lieben oder eben die Konsequenzen daraus ziehen und mir nebenbei was anderes suchen. Ich persönlich halte aber nichts davon, die Ursache von Problemen bei anderen zu suchen: die Umgebung kann sich nur ändern, wenn man sich selbst ändert.

santa fe
 
01
10.10.2010, 13:48

richtig, änderunge sind immer vom persönlichen änderungswillen abhängig. das BGE sorgt aber dafür, dass es mehr optionen bzw. alternativen gibt und erleichtert auf diese weise die aktivierung des änderungswillens.

hagane
00
8.10.2010, 09:00

ein grundeinkommen löst tief verwurzelte kuturelle probleme nicht. da braucht man mehr.

auf das thema psychopharmake bezogen: in amerika ist es vollkommen normal 3 jährigen kinder selbst bei den kleinsten "verhaltensauffälligkeiten" mit rithalin vollzustopfen. "bessert" sich da nichts, werden auch ohne zu zögern weitere medikamente verabreicht. eltern reden so normal und locker flockig darüber es würde man einen apfel verabreichen.
solche probleme werden von einem grundeinkommen nicht gelöst.

in summer aber vielleicht duraus sinnvoll und gesamtheitlich betrachtet positiv für die gesellschaft... glorifizieren braucht man dieses modell allerdings nicht, sowas versursacht meist tunnelblick.

santa fe
 
00
8.10.2010, 15:36

sie haben recht. das BGE ist keine heilslehre und kann das wahrscheinlich bereits genetisch gewordene sucht-syndrom nicht auflösen. es kann aber lebensumstände schaffen, die für den allmählichen abbau förderlich sind. und wenn einmal ein erster solcher schritt getan ist, könnte das interesse am nichtsüchtigen zustand wachsen.

im moment können nur emanzipatorische impulse gegeben werden, aber ohne dieselben wird dem gesetz der sucht zufolge das elend weiter eskalieren.

vielleicht ist auch der begriff "nichtsüchtiger zustand" falsch gewählt. vielleicht sind die drogen ein bestandteil der evolution. um aber ein besseres management zu ermöglichen: zunächst mehr nüchternheit, ermöglicht durch weniger existenzangst, und zwar: bedingungslos.

A. Sieberer
00
7.10.2010, 09:29

Wer ist denn "wir"?

Gerald Hödl
12
7.10.2010, 08:25
Hm

Sie haben ja recht mit Ihren Aussagen.

Ich möchte auch in einer Welt mit einem "bedingungslosen Grundeinkommen" für alle leben. Ich weiß nur nicht, wer das bezahlen soll.

Die Jungs vom Andromeda-Nebel sind leider solche Knauser.

santa fe
 
22
7.10.2010, 13:22

das BGE wird wahrscheinlich durch eine kombination von (super-)reichensteuer und (luxus-) konsumsteuer finanziert werden.

falls sie ernsthaft interessiert sind, stelle ich ihnen betr. links zur verfügung.

Gerhard Trotzler
00
7.10.2010, 13:59
Hallo Genosse santa fe!

Ich wäre dankbar für die Links! Freundschaft.

Gerhard Trotzler
00
12.10.2010, 17:02

Danke

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.