Häupl im Kampf gegen Nazi-Zombies

6. Oktober 2010, 15:07
192 Postings

Duell um Wien auch im Comicstil: Strache Android als ferngesteuerte Marionette - Peko Baxant zur SPÖ-Antwort auf die FPÖ: "Kein Aufruf zu Gewalt"

Die SPÖ reagiert auf den umstrittenen FPÖ-Comic mit selbigem Mittel. Am Mittwoch wurde ein Band im Stil von Superhelden-Comics präsentiert, in dem ein vermummter Müllmann zusammen mit dem Wiener Bürgermeister gegen Nazi-Zombies und einen Androiden mit dem Aussehen von FP-Chef Heinz-Christian Strache kämpft. Die Auflage beträgt 60.000 Stück, das Heft wird vor Schulen und Discos verteilt.

Die Story: Mr. X gegen Meister Kackl

Mastermind des Bösen ist ein "Meister Kackl", der den willenlosen Strache-Androiden wie eine Marionette steuert und als "Terror-Rapper" gegen Ausländer auftreten lässt. Neben der Anspielung auf FP-Generalsekretär Herbert Kickl (der im Comic unter dem Denkmal des antisemitischen Bürgermeisters Karl Lueger haust) sind auch weitere freiheitliche Politiker unter den in schwarz-weiß gehaltenen Feindbildern identifizierbar.

So taucht etwa Generalsekretär Harald Vilimsky als buckliger Scherge namens Villi auf, Strache selbst firmiert unter C. H. Heinrich, laut Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes wohl eine Anleihe bei dessen Couleurnamen bei der "Vandalia". Angetrieben wird der Android von einem "Pulverschnee-Generator", die Software liegt auf einer "Germania-Disk" mit angedeuteter Hakenkreuz-Rune. Baxant (SPÖ) sprach von einer "gewissen Parallelität zur Wirklichkeit" bei den Charakteren.

Am Ende siegt der Held namens Mr. X, weil er dem Androiden den SPÖ-Wahlslogan "Jetzt geht's um Wien" als Code implantiert und dieser daraufhin vom Kurzschluss getroffen wird. Unterstützung gibt es von einem Bürgermeister, der verdächtig wie Michael Häupl aussieht und dem "Nazi-G'sindel" attestiert, "wo angrennt" zu sein. Davor geht es heftig zu Sache, Mr. X schlägt die blutdürstigen Zombies (Versammlungsort: die Burschenschaft "Rassmia") reihenweise zu Boden.

Baxant: "Kein Aufruf zur Gewalt"

Einen Aufruf zur gewalttätigen Konfliktlösung will SPÖ-Gemeinderat Peko Baxant (SPÖ) darin nicht erkennen. Verprügelt würden schließlich nur die Untoten, und "mit Zombies kann man ja nicht reden". Siegreich sei man im Comic durch Häupls Freundschaftsbotschaft: "Wir besiegen das Böse nicht mit Gewalt, sondern mit Worten."

Strache wolle man in dem von Illustrator Harold Khan verfassten Werk als "lächerlich, weil ferngesteuert" darstellen. Mit den "Hassschmierereien" im FPÖ-Comic sei das nicht vergleichbar, man habe ein "unglaublich geiles", jugendaffines Produkt geschaffen.

Vilimsky: Nicht ernst zu nehmen, daher keine Klage

Für FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky ist das am Mittwoch präsentierte Wahlkampfcomic der SPÖ eine nicht ernstzunehmende "Schwachsinnigkeit". Rechtlich dagegen vorgehen will er nicht, stattdessen schoss er sich auf Baxant ein. Vilimsky: "Das Urteil, das über Herrn Baxant gesprochen wird, folgt am Sonntag, und es wird vernichtend sein."

Dieser sei ein "tschechisches Migrantenkind, das im Kommunismus sozialisiert wurde und offensichtlich noch Teile dieser Vergangenheit in sich trägt". (APA/red)

  • Besagter Comic

    Download
  • Bild nicht mehr verfügbar

    Die SPÖ setzt im Wien-Wahlkampf noch eines drauf und antwortet der FPÖ mittels Comic.

  • Wiener Landtagsabgeordneter Peko Baxant mit Illustrator Harold Khan.
    foto: spö

    Wiener Landtagsabgeordneter Peko Baxant mit Illustrator Harold Khan.

Share if you care.