Kolportiert: 63 verdächtige Wahlkarten in Gemeinde Unterrabnitz
Als im Burgenland im Frühjahr gewählt wurde, hing die Mandatsverteilung von nur einer Stimme ab. Der Einzug der Liste Burgenland glückte also mit dem denkbar knappsten Ergebnis. Besonders die burgenländische FPÖ, die eines ihrer Mandate wegen dieser einen Stimme verlor, empörte sich über mögliche Fehler bei der Auszählung.
63 verdächtige Wahlkarten
Nun verdichten sich Gerüchte hinsichtlich einer Wahlfälschung, berichtet die Illustrierte "News". Schon bislang war bekannt, dass mit der Wahlkarte eines Jungwählers gewählt wurde, der jedoch weder eine Wahlkarte beantragt hatte noch wählen ging. Bei den Ermittlungen der Korruptionsbekämpfung und des Bundesamtes für Korruptionsbekämpfung stellte sich nun laut "News" heraus, dass die Causa sich "dramatisch ausweitet".
Die Ermittler sollen angeblich 63 verdächtige Wahlkarten allein in der Gemeinde Unterrabnitz im Bezirk Oberpullendorf gesichert haben, bei denen beim Unterschriftenabgleich "zum Teil augenscheinliche Divergenzen" zu Tage getreten seien. Offensichtlich seien im großen Stil Unterschriften gefälscht worden, um mit den so ausgestellten Wahlkarten Stimmen abgeben zu können, heißt es in "News".
Bürgermeister noch nicht befragt
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass von 67 Wahlkarten, die ausgestellt worden sind, 63 falsch sind", meinte Wilhelm Heissenberger (ÖVP), Bürgermeister von Unterrabnitz zum Medienbericht. Er selbst sei zu der Causa bis dato noch nicht befragt worden. An der Ausstellung von Wahlkarten seien mehrere Personen beteiligt, erklärte Heissenberger. Über die aktuelle Entwicklung habe man noch nicht gesprochen, "weil wir das über die Medien erfahren haben."
Zu den angeblich 63 verdächtigen Wahlkarten meldeten sich am Mittwoch auch SPÖ-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich und Grünen-Chef Michel Reimon zu Wort. Hergovich forderte in einer Aussendung vom VP-Bürgermeister, sein Amt "bis zur vollen Klärung der Anschuldigungen" ruhend zu stellen. Reimon will alle Wahlkarten nachzählen lassen, "vor allem in Gemeinden, in denen Bürgermeister auf einer zur Wahl stehenden Liste standen". (APA/red, derStandard.at, 6.10.2010)