"amaZone"-Award 2010 verliehen

6. Oktober 2010, 12:21
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Beworben haben sich 37 Betriebe, die Lehrmädchen in einem handwerklichen und/oder technischen Beruf ausbilden

Frauenstadträtin Sandra Frauenberger hat am Mittwoch die AmaZone 2010 an drei Unternehmen, die sich in der Lehrausbildung von Mädchen und jungen Frauen in nicht-traditionellen Berufen engagieren, verliehen. Der amaZone-Award ist eine Initiative des Vereins Sprungbrett für Mädchen. Der Preis wurde heuer bereits das 15. Mal in Folge vergeben.

37 Betriebe haben sich heuer dem Wettbewerb gestellt. Bewerben konnten sich Betriebe, die ein oder mehrere Lehrmädchen in einem handwerklichen und/oder technischen Beruf ausbilden und im Raum Wien und Wien-Umkreis angesiedelt sind.

Ausgezeichnet

In der 1. Kategorie "Kleine und Mittlere Unternehmen" wurde die Firma "Ögussa - Österreichische Gold- und Silber-Scheideanstalt G.m.b.H." ausgezeichnet. Die Jury lobte unter anderem das aktive Bemühen des Betriebes um die Aufnahme von weiblichen Lehrlingen, die Vorbereitung der MitarbeiterInnen vor der Erstaufnahme des weiblichen Lehrlings sowie die klare Haltung des Unternehmens zu sexualisierter Belästigung. Außerdem steht den weiblichen Lehrlingen eine weibliche Ansprechperson zur Verfügung, die auch betriebsrätlich verankert ist.

In der 2. Kategorie "Großbetriebe" wurde die Firma "OMV Solutions GmbH für OMV Refining & Marketing GmbH - Raffinerie SCHWECHAT" zum Gewinner ernannt. Der Betrieb beeindruckte unter anderem durch einen Frauenförderplan mit bevorzugter Aufnahme von Frauen in technischen Berufen, die Steigerung der Anzahl weiblicher Lehrlinge sowie die Einführung einer "Girls-Coach" und eines "Girls-Circle". Weitere Pluspunkte sind ein betriebsinterner Frauentag, das Sichtbarmachen von Frauen in technischen Berufen in der PR sowie die klare Haltung des Unternehmens bei sexualisierter Belästigung.

In der 3. Kategorie "öffentliche und öffentlichkeitsnahe Unternehmen" gewann die "ebswien hauptkläranlage Ges.m.b.H.". Für die Wahl der Jury waren u.a. ausschlaggebend: die bevorzugte Aufnahme von weiblichen Lehrlingen bei gleicher Qualifikation sowie eine Reihe von öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen zur Erhöhung des Frauenanteils wie die Teilnahme am Wiener Töchtertag. Außerdem wurde positiv bewertet, dass der Ausbildungsverantwortliche Väterkarenz in Anspruch genommen hat und somit ein wichtiges männliches Role Model ist und dass es einen hohen Frauenanteil in der Führungsebene gibt.

49,42 Prozent "klassisch"

Dass noch viel Bewusstseinsarbeit notwendig ist, zeigen die Zahlen: Auch 2009 erlernten immer noch 49,42 Prozent der weiblichen Lehrlinge einen der "klassischen" weiblichen Lehrberufe, nämlich Friseurin (15,08 Prozent), Bürokauffrau (15,96 Prozent) oder Einzelhandelskauffrau (18,38 Prozent). Diese Berufswahl ist mitverantwortlich für die spätere Einkommensschere zwischen den Geschlechtern. Stellt man zum Beispiel das Einstiegsgehalt einer Friseurin von 1.100 Euro dem einer Automechanikerin von 1.610 Euro gegenüber, sprechen die Zahlen eine deutliche Sprache zugunsten technischer Berufe. (red)

  • "amaZone"-Awards: Lorbeeren für Unternehmen, die weibliche Lehrlinge in nach wie vor für Frauen untypischen Berufen fördern.
    foto: alexandra kromus

    "amaZone"-Awards: Lorbeeren für Unternehmen, die weibliche Lehrlinge in nach wie vor für Frauen untypischen Berufen fördern.

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