Neue Schlüsselarbeitskräfte

6. Oktober 2010, 09:30
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Knapp 80 Spieler finden sich neu in den Ka­dern der EBEL-Kubs, bei derStandard.at gibt es das Ranking der bisher überzeugendsten

Auch wenn erst knapp 15 Prozent des Grunddurchgangs absolviert sind, einige der Neuzugänge in der Liga konnten sich bereits effektvoll in Szene setzen und legten bei ihrem neuen Arbeitgeber einen gelungenen Einstand hin. Die Vereine brachten bisher insgesamt 74 Spieler zum Einsatz, die im Vorjahr noch für ein anderes Team aufliefen. „Crunch Time" reiht die in den ersten vier Meisterschaftswochen überzeugendsten Roster Additions.


1. François Fortier (Vienna Capitals)

„Fortier sollte der lang gesuchte Knipser an der Seite von Benoît Gratton sein", formulierte es die PR-Abteilung der Vienna Capitals im vor Saisonbeginn erschienenen Vereinsmagazin. Diese Hoffnungen hat der 31jährige Frankokanadier wohl mehr als erfüllt: Zehn Treffer in acht Spielen sind Ligaspitze, Fortier hat außerdem bei jedem seiner ersten sieben Pflichtspieleinsätze gepunktet. Gemeinsam mit Gratton bildet er das wohl stärkste Tandem der EBEL, die beiden führen auch das traditionell starke Wiener Powerplay, das zuletzt vier Jahre in Folge statistisch das beste der Liga war.
Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann einerseits den relativ niedrigen 5-on-5-Anteil an den gesammelten Scorerpunkten (nur knapp 36%) und andererseits den Umstand, dass sich noch kein passendes drittes Glied zur Vervollständigung der Wiener Einserlinie gefunden hat. Weder Rotter noch Ulmer oder Abwehrspieler Bouchard passten wirklich, Trainer Gaudet könnte es nun am Freitag mit Philipp Pinter versuchen.
Fazit zu Fortier: Top-Neuzugang mit ausgeprägtem Torriecher, erinnert im Slot manchmal an Simon Wheeldon. Bleiben er und Gratton fit, kann der Klubrekord an Saisontoren (43 von Mike Craig 06/07) in Gefahr kommen.

2. Derek Damon (Villacher SV)
Villach, im Vorjahr bei der Besetzung der Legionärs-Center eher unglücklich, hat heuer mit Matt Ryan und Derek Damon zwei sehr interessante und vielversprechende Cracks verpflichtet. Damon führt die erste Linie des VSV an, hat in dieser bisher mit wechselnden Partnern zusammen agiert und dennoch kontinuierlich gepunktet: Als einziger Spieler der Liga scorte er in allen acht Spielen! Vier Powerplay-Assists dokumentieren außerdem seine Wichtigkeit im Überzahlspiel.
Bei einigermaßen stabiler Formkurve sollte er den Grunddurchgang mit einem Punkte/Spiel-Schnitt von über 1,00 abschließen.

3. Martin Mairitsch (EHC Linz)
2005 als für österreichische Verhältnisse außergewöhnliches Talent nach Salzburg gekommen, fasste er dort im Bundesligateam nie so richtig Fuß. Als Mairitsch im Vorjahr aufgrund der Punkteregel sogar ganz ohne EBEL-Einsatz blieb und stattdessen mit dem Farmteam durch die Nationalliga tingelte, zog er einen Schlussstich. Der 24jährige, von den Anlagen her ein potentieller Spieler für den erweiterten Teamkader, wechselte nach Linz und spielte sich dort rasch (und durch die Verletzung von Purdie begünstigt) in die erste Linie. Beim gegenwärtigen Tabellenletzten führt er nun die Torschützen- und Scorerliste an und präsentierte sich im bisherigen Saisonverlauf als einer der wenigen Lichtblicke in der Offensive. Seine eher durchschnittlichen Defensivleistungen sollte er heuer jenseits der roten Linie überspielen können, ein deutlich verbessertes Career High in Sachen Punkten ist zu erwarten.

4. Peter Ratchuk (Klagenfurter AC)
Auch wenn Jeff Tory im Vorjahr als Verteidiger punktebester Spieler im KAC-Kader war, seine Defensivaufgaben erfüllte er nur unzureichend. Bei Ratchuk ist diese Ausgewogenheit eine ungleich größere, nach leichten Anpassungsproblemen agiert er mittlerweile überzeugend. Aktuell ist er bester Plus/Minus-Spieler der Liga, am vergangenen Heimspielwochenende setzte er auch zunehmend offensive Akzente. Ein ausgeglichener Allround-Mann ohne große Schwächen - und damit eine sehr umsichtige Personalentscheidung des Rekordmeisters.

5. Andrej Hebar (Olimpija Ljubljana)
Zuletzt zwei Jahre mit mehr als 30 Punkten bei Jesenice, dann im Sommer im Zuge der Posma-Affäre gefeuert. Nun ist der slowenische Teamspieler in seine Heimatstadt zurückgekehrt und bildet dort mit dem finnischen Duo Mustonen/Ryhänen die nominell zweite Linie. Vier Tore in acht Spielen, bei der Hälfte von Olimpijas Game-winning-goals am Eis, als einziger Stürmer im Kader eine positive Plus/Minus-Bilanz: Hebar ist hervorragend in die Spielzeit gestartet und hat gute Chancen auf seine erste 40-Punkte-Saison.

Im Blickfeld: Tyler Scofield, Domen Vedlin, Brett Lysak, Taylor Holst.

Soviel zu den Qualitäten der bisher stärksten Neuzugänge. Bezüglich Quantität war eingangs bereits von 74 bisher eingesetzten Spielern, die neu in ihrem Team sind, die Rede. Welche Teams sich am stärksten verändert haben? Das ist in absoluten Zahlen wenig aussagekräftig, also wurde der Faktor Vorjahreseinsätze mit einbezogen (siehe Grafik). Angegeben ist die durchschnittliche Anzahl der im Vorjahr (Regular season) absolvierten Einsätze von im Kader verbliebenen Spielern pro heuer eingesetztem Crack. Die Zahlen belegen: Große Umbauten in Slowenien, systemspezifische Fluktuation in Salzburg und Kontinuität bei den Kaderzusammenstellungen in Székesfehérvár und Klagenfurt. (Hannes Biedermann; derStandard.at; 6. Oktober 2010)

 

  • Dass François Fortier die Fäuste sprechen lässt, ist eher die Ausnahme. In der 
Regel überzeugt er mit Toren, zehn hat er heuer schon.

    Dass François Fortier die Fäuste sprechen lässt, ist eher die Ausnahme. In der Regel überzeugt er mit Toren, zehn hat er heuer schon.

  • Der Tausch Peter Ratchuk gegen Jeff Tory erweist sich bislang als guter 
Schachzug des KAC-Managements.
    foto: johann pittner

    Der Tausch Peter Ratchuk gegen Jeff Tory erweist sich bislang als guter Schachzug des KAC-Managements.

  • Der Kader-Stabilitäts-Faktor

    Der Kader-Stabilitäts-Faktor

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