Geodaten in SMS verpackt

6. Oktober 2010, 09:25

"GeoSMS"-Standard für genaue Standortangaben auf dem Handy

Forscher am Royal Melbourne Institute of Technology (RMIT) haben einen Standard für die Einbettung von Geodaten in SMS entwickelt. "Studien zufolge ist 'Wo bist du?' die meistverschickte SMS überhaupt", sagt Matthw Kwan, Doktorand an der RMIT School of Mathematical and Geospatial Sciences. "GeoSMS" soll eine möglichst präzise Antwort liefern, damit sich User leichter finden.

Generell ist GeoSMS dazu gedacht, dass sich Menschen leichter finden. "Eine schriftliche Beschreibung eines Standorts reicht oft nicht, wenn man sich beispielsweise verirrt hat, im Fall einer Autopanne oder falls man in einer großen Menschenmenge steckt", erklärt Kwan. Das Team hat bereits eine Android-App entwickelt, die bei Empfang einer SMS mit Geodaten auf dem Display genau anzeigt, wo sich der Absender befindet.

Gängiges Kommunikationsmittel

Moderne Smartphones erlauben zwar den Zugriff auf Dienste wie Google Maps und Google Latitude. "SMS ist derzeit die gängigste Methode der Kommunikation zwischen Usern und wird das noch über Jahre bleiben", betont aber Kwan. GeoSMS ist daher als offener Standard gedacht, um Geodaten in die gängigen Textnachrichten einzubetten. "Es gibt so viele Situationen, in denen Nachrichten mit Geotag nützlich wären", so der Forscher.

Ein Anwendungsbeispiel ist die Android-App "I Am Here". Empfängt der User eine SMS mit Geodaten eines Treffpunkts wie etwa einer Bar, kann er sich per virtuellem Kompass und Entfernungsmesser oder aber auf einer Karte deren genaue Position anzeigen lassen. Neben dem Auffinden von Freunden bietet GeoSMS viele andere Anwendungsmöglichkeiten, so die RMIT-Forscher. Beispielsweise könnten User Taxis an ihren genauen Standort rufen. Ebenso ist denkbar, dass Nutzer mittels Geodaten-SMS melden, wo genau sie Zeuge eines Verbrechens wurden.

Offen Interoperabel

Damit GeoSMS sein Potenzial entfalten kann, muss der Standard erst entsprechende Verbreitung finden. "Es ist ein offener Standard, also werden ihn Handyhersteller hoffentlich in Zukunft nutzen", gibt sich Kwan optimistisch. Der Ansatz ist einfach, Geo-URIs in SMS zu verpacken. "Wir wollen damit sicherstellen, dass alle Applikationen interoperabel werden." Da die Spezifikationen zu GeoSMS und der I-Am-Here-Quellcode frei verfügbar sind, hofft der Forscher, dass andere Interessenten Anwendungen beispielsweise für das iPhone oder Nokia-Geräte schreiben. (pte)

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10 Postings
CouchDB
01
6.10.2010, 19:42
Keine Chance !

Wie ich die Netzbetreiber kenne wird schon die Kostenstruktur dafür sorgen das dies für die Kunden kein Thema wird. Man nehme doch das Beispiel MMS, meist ist es billiger das Foto auszudrucken und einzukuvertieren und es dem Empfänger per Post zu schicken, insbesondere in (europäische) Ausland.

haggle.123
00
6.10.2010, 14:52

Man kann sicher irgendwie GPS-Koordinaten aus dem Kartenprogramm in ne SMS copy&pasten und umgekehrt.

Steve McQueen
00
6.10.2010, 13:28
RMIT rocks!

:-)

bs mobil
00
6.10.2010, 12:18
Der Datenschutz sollte...

dabei kein Problem sein, da es dem User frei stehen muss, ob er seinen Standort senden will oder nicht. Daher halte ich es für eine absolut nützliche Funktion.

McBlau
01
6.10.2010, 12:06

ich find das immer so lieb, wie 20 Byte Daten in kilobytes XML-Struktur verpackt werden..

Wirtschaftshierbleiber
00
6.10.2010, 17:54

<stimmt/>

Dragshi
00
6.10.2010, 10:34

Privatsphäre baba!

Wirtschaftshierbleiber
00
6.10.2010, 12:17

Wer Lust dazu hat, soll doch die eigene Position mitteilen können.

Wer will, kann sich eine Kamera auf die Stirn picken und sein ganzes Leben ins Internet übertragen.

Was öffentlich und was privat ist, sollte jeder selbst bestimmen können.

Ordovicium
 
00
6.10.2010, 09:56
Das wird einige nicht freuen

Da kann man dann nicht mehr aus der Karibik den Krankenstand per SMS melden ;)

Radioactive Man
00
6.10.2010, 10:21

das meist verschickte sms: ?

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