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Lesen ist mitunter nicht nur Training fürs Hirn, sondern auch für die Figur. Beispielsweise jetzt in Frankfurt: 180.000 Quadratmeter voller Bücher sind, auf Sport umgerechnet, rund 30 aneinandergereihte Fußballplätze.
Frankfurter Buchmesse, allherbstlicher Austragungsort für das weltweit größte Literatur-Ländermatch:
Etwa 80 Prozent des internationalen Buchhandels werden hier getätigt, 7300 Aussteller aus 110 Ländern (darunter 156 Verlage aus Österreich) werfen hunderttausende Titel ins Getümmel, E neben U neben Schund neben Literatur neben Krimis neben Ratgebern neben Weltklasse neben Musikverlagen neben Verlagsriesen neben dicken Schmökern neben rechtem Käse ... Kleine Verlage mit hervorragendem Programm gehen fast unter im Gewoge.
Journalistentrauben hängen in den Kojen, in denen Schreibstars gastieren und signieren. Neulinge stehen verlegen bei den Verlagen herum, verfallen in Depression und Krise bei so viel übermächtiger Konkurrenz. Abends erhöhte Fitness-Anforderungen bei flotten Wanderungen zwischen Verlagsempfängen und Buchhändlerpartys.
Doch zu Messe-Ende, nach tagelangem Marathon, augenmüd, fußmarod und titelstad, hat man ein Kilo Lebendgewicht gegen drei Kilogramm Bücher eingetauscht.Und viel Qualität in schier unübersehbaren Quantitäten entdeckt. (Andrea Schurian, DER STANDARD - Printausgabe, 6. Oktober 2010)
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