Faisal Shahzad gestand versuchten Anschlag auf Times Square in New York - Verbindungen zu Al-Kaida
New York / Wien - Faisal Shahzad ist am Dienstag in New York zu einer
lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden. Er hatte sich zuvor des gescheiterten
Bombenanschlags auf den Times Square für schuldig bekannt.
Der 30-jährige Shahzad habe am 1. Mai diesen Jahres versucht, eine Autobombe
am belebten Times Square in New York zu zünden, hieß es in der Anklageschrift.
Der improvisierte Sprengsatz zündete jedoch nicht richtig, das brennende Auto
konnte gelöscht werden, bevor es explodierte. Lediglich 53 Stunden später wurde
Faisal Shahzad gefasst. Die Polizei hatte ihn als Käufer des Autos ausfindig
gemacht, dass er für das Attentat benutzte, und verhaftete ihn am Weg zum
Flughafen.
Das Ziel des US-Bürgers mit pakistanischen Wurzeln war es laut eigener
Aussage, den Krieg der USA "gegen die Muslime in Afghanistan und dem Irak"
zurück nach Amerika zu tragen. Er habe dafür während eines Aufenthalts in
Pakistan Training von einer Al-Kaida-Gruppe erhalten. Auch unmittelbar nach dem
Anschlag sei er mit Extremisten in Pakistan in Kontakt gestanden.
Während des Prozesses bekannte sich Shahzad freimütig dazu, auch die Tötung
von Kindern durch eine Bombe in Kauf zu nehmen. Die US-Regierung töte in
Afghanistan und dem Irak ebenfalls Frauen und Kinder, sagte Shahzad. Es sei
Krieg gewesen, und in einem Krieg töte man Menschen. Er sehe sich als Rächer
aller von den USA getöteten Muslime.
Shahzad wuchs als Sohn eines Luftwaffenoffiziers in verschiedenen Städten
Pakistans auf. Als Jugendlicher hatte er mittelmäßige Noten und galt seinem
Vater als Faulenzer, der dessen Geld verschwende, berichtete der britische
Guardian.
Später zog es Shahzad in die USA, wo er Informatik und Betriebswirtschaft
studierte. Sein Studienabschluss sicherte ihm das Bleiberecht, im Jahr 2009
wurde er eingebürgert. Fünf Jahre zuvor hatte er auf Geheiß seiner Eltern Huma
Mian geheiratet, die ebenfalls in den USA studiert hatte. Gemeinsam kauften sie
ein Haus im US-Bundesstaat Connecticut, mussten jedoch Schulden dafür aufnehmen.
Ein bevorstehender Privatkonkurs dürfte die Radikalisierung Shahzads
beschleunigt haben. (AFP, red/DER STANDARD, Printausgabe, 6.10.2010)
Faisal Shahzad (30) soll Kontakt zu Al-Kaida haben.
Foto: US-Behörden/AP