Neue Blattlinie

Keine FPÖ-Politiker mehr in Zeitschrift "Woman"

5. Oktober 2010, 15:56

Chefredakteurin Euke Frank im "Falter": "'Woman' nimmt sich die Freiheit und spielt nicht mit" - FPÖ: "Woman" sei "Woman" sei "intolerant, links, tendenziös, unseriös"

Wien - "Woman"-Chefredakteurin Euke Frank verbannt FPÖ-Politiker aus dem Heft, wie die Stadtzeitung "Falter" in der aktuellen Ausgabe berichtet. "Ich hatte immer schon eine Abneigung gegen alles, wofür die FPÖ steht. Als Barbara Rosenkranz dann Tage brauchte, um herauszufinden, ob sie für oder gegen das Verbotsgesetz ist, wurde mir klar, die kommt bei uns nicht vor. Seitdem gab es keine einzige FPÖ-Geschichte, so Frank gegenüber dem "Falter".

Frank habe sich die neue Blattlinie vom Herausgeber, Oliver Voigt, formal absegnen lassen. Kommerzielle Interessen stünden nicht hinter ihrer Entscheidung, heißt es weiter. "Das ist einfach Blattlinie. Woman nimmt sich die Freiheit und spielt nicht mit". Sie will den FPÖ-Bann solange durchhalten, solange sie Chefredakteurin ist. "Falls sich die FPÖ komplett ändert, werde ich neu nachdenken."

FPÖ: "Woman" sei "intolerant, links, tendenziös, unseriös"

Die FPÖ reagiert so: "Mit diesem Schritt hat Frank nur bestätigt, was wir ohnehin schon gewusst haben: Woman ist intolerant, links, tendenziös und will nicht informieren, sondern seine Leserinnen politisch beeinflussen - also schlicht unseriös. Dies zeigt sich auch in den diversen Ranking-Listen, aus denen nichts anderes abzulesen ist, als das Inseratenvolumen der Aufgelisteten. Mit anderen Worten, Frank hat nun offiziell bestätigt, dass "Woman" ein Gesinnungsblatt ist und an Objektivität nicht interessiert ist - also schlicht journalistisch wertlos ist. Dass sich der Herausgeber, der sich mehr einen Namen als Polit-Adabei, denn als Manager gemacht hat, für diesen persönlichen Rachefeldzug einer frustrierten Chefredakteurin einspannen lässt, verwundert nicht weiter. Schließlich finanziert die SPÖ mit ihren Kampagnen die Magazine der News-Gruppe kräftig mit - wenn auch zu einem Gutteil mit Steuergeld. Es bleibt abzuwarten, wie lange sich die Leserinnen und Leser der Magazine diese Polithetze gefallen lassen, repräsentieren die Wähler der FPÖ doch rund ein Viertel der Österreichischen Bevölkerung."

"Wie so oft, irrt die FPÖ auch hier. 'Woman' hetzt nicht, wir schreiben nicht gegen sie, wir ignorieren diese Partei einfach. Dass die FPÖ das frustriert, verstehe ich!", so "Woman" Chefredakteurin Euke Frank zur FPÖ-Reaktion. (red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 89
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Tsunami1
00
16.11.2010, 15:23
Political correct. Aber mutig?

von Voltaire, kein KLEINER Dummer in Sachen Freiheit, ist überliefert: "Ich teile Deine Ansicht nicht, aber ich werde mit meinem Leben dafür kämpfen, dass du sie immer wirst sagen dürfen."
Von diesem Freiheitsverständnis sind Euke Frank und ihre Claqueure meilenweit entfernt. Was das für sie eigentlich beschämende ist: political correctness ist mit dieser Intoleranz den Nazis näher, als die, die sie damit zu bekämpfen glauben. Die Hybris, der Glaube, die allein seligmachende Wahrheit für alle zu kennen- das hatten wir schon. Danke vielmals! Aber so ist das eben "Unter Linken" (Jan Fleischhauer) und (Nationalen)Sozialisten

Der Querdenker
00
15.10.2010, 15:15

Ausgerechnet Woman da könnte sich ein Magazin wie Profil ein Beispiel nehmen, welches Strache auf der Titelseite zum Sieger hochjubelt

Briefmarkenkleber
00
12.10.2010, 15:40
Ein berechtigter Schritt.

HumpDump
00
12.10.2010, 10:25

Also ich lese schon gern was über die Trotte*n – das hat ja Unterhaltungswert! Ich wüsste nicht, welchen Nick ich heute hätte, ohne diese Truppe.

mLoc
10
11.10.2010, 16:07
Ignorieren...

tut den Rechtsextremen wirklich weh, da fühlen sie sich gaanz schnell in ihrer Ehre gekränkt. Im Unterschied zu ihren Wählern sind alle F/BZÖler extrem rechts - siehe z.B Gudenus, der in Wien an 2. Stelle rangiert.
Woman ein Gesinnungsblatt? Nein, aber eine Herausgeberin mit Haltung.

spoiled ballot
00
10.10.2010, 16:38
was soll man auch über die fpö schreiben?

einzig ein psychologische fachblatt könnt etwas berichtenswertes über die fpö-gestallten schreiben.

il padrino
10
9.10.2010, 17:29
Bravo !

w.t.f.?
14
8.10.2010, 06:12
na,

eine so engagierte Widerstandskämpferin, die Frank Euke aber auch. Aktiv gegen rechte Tendenzen anzuschreiben, ist ihrem Putenhaufen aus handwerklicher Sicht eh nicht zuzumuten, dann also lieber totschweigen. Potztausendnocheins, da hat sie es der FPÖ aber gezeigt.

Thomas Anderson alias Michael Moore
30
7.10.2010, 14:02
nach dem armin wolf ...

... finde ich ab sofort auch seine angetraute GENIAL!
;-)

Brennessel und Rasierklinge
00
7.10.2010, 09:43
F hat ja ohnehin "Zur Zeit"...

wird aber halt (gottseidank) nicht so gern gekauft und gelesen.

KomaPoster
12
6.10.2010, 17:30
Die F Parteizeitung berichtet ja auch nicht über Woman!

aburrido
74
6.10.2010, 16:48
richtig so

don't feed the trolls! sollte zum mediengesetz werden. jeder halbwegs intelligente (und nicht rechts erzogene) mensch kann sich über deren stuss eh nur aufregen. und am meisten nervt der inflationäre gebrauch des wortes meinungsfreiheit in der fpö. keine meinungsfreiheit für jene, die die meinungsfreiheit abschaffen wollen!
ende gelände...

jo eh
15
6.10.2010, 16:53
also auch keine

meinungsfreiheit für leute wie Sie?

Fred der Prophet
15
6.10.2010, 16:06

wen interessiert, was in dem käseblatt steht, oder nicht steht. das einzige, was da gelesen wird, ist ohnehin das horoskop. sonst interessieren doch nur welche schuhe heuer getragen werden.

DschiEm
11
6.10.2010, 15:07

Wenn jetzt noch der ORF und die Gewista mitmacht, dann muss ich mir diese braunen Ungustl'n nicht mehr ansehen, denn so schnell kann man gar nicht wegschauen....AHHH...schon wieder ein Plackat....

stone-free
47
6.10.2010, 14:42
super!

erinnert mich an eine doppelseite im falter (vor etlichen jahren) wo jörg haider zum interview gebeten wurde, aber kein interview geben wollte. so wurden nur die fragen abgedruckt und der raum für eine antwort freigelassen. und trotzdem war es eigentlich ein interview da die fragen so genial gestellt wurden.

die totale verweigerung der berichterstattung über die fpö empfand ich immer schon als den richtigen schritt um sich nicht über jeden blauen r*lpser aufregen zu müssen.

franz der freie
 
02
6.10.2010, 14:34
von dieser zeitschrift selektiv ignoriert zu werden, ist die beste werbung für die fpö.

die leserinnen werden bevormundet, ob sie das wollen, oder nicht. der hc wird sich jetzt die augen ausweinen, wegen der nichbeachtung. sehr mutig meine ladies wirklich. auf die werbeeinnahmen der fpö zu verzichten, sehe ich als einen tollkühnen schritt. oder gabs da gar keine ?

KomaPoster
37
6.10.2010, 14:16
Ich freue mich über den Schritt von Fr. Frank.

Hier meinen also viele, dass ein richtige Zeitung, ein richtiges Magazin über politische Parteien berichten MUSS. Das es selbstverständlich ist.

Ein Medium muss zuerst einmal gar nix. Ein Medium kann oder darf auch über Pollitik berichten. Jedes Medium, jeder Journalist darf selbst entscheiden worüber er/sie berichten will.

jo eh
12
6.10.2010, 17:42
stimmt schon- sollen sich der kleine, tapfere "falter", "standard" und "profil" um unangenehme (aber notwendige) informationsvermittlung kümmern. unc

ein medium muss auch keine presseförderung erhalten oder kann sich mit freiwilligem informationsboykott gleich selbst ad absurdum führen.
frau frank kann man zu ihrer journalistischen einstellung nur gratulieren, wollen wir die super gestylten karrieremütter, die mit 3fach-belastung perfekt zu rande kommen und zwischen job, kindergarten und dinnerparty noch die pflege der alten eltern organisieren und einen termin beim schönheitschirurgen einlegen (scheint die ZG zu sein), nicht mit kritischen artikeln zur FPÖ langweilen oder gar stressen.
abgesehen davon, kann man sich mit einer ziemlich plakativen geste herrlich als tapfere kämpferin gegen das böse inszenieren (kostet eh nichts) und sich von seinesgleichen auf die schulter klopfen lassen.

mens sana in corpore sano
47
6.10.2010, 12:52
das sehe sogar ich kritisch.

immerhin handelt es sich um eine form der zensur über die man sagen kann, dass es nicht objektiv ist, eine ganze partei von der berichterstattung auszuschließen.

es muss ja nicht jede woche eine meldung sein. es muss ja auch nicht immer objektiv sein (siehe traxler hier oder viele andere kommentare in tageszeitungen). aber im prinzip ist das so, wie wenn die meteorologen nur noch über den sonnenschein berichten. der regen wird ja trotzdem kommen.

Hans Over
00
7.10.2010, 14:37

und was wollen sie uns damit sagen?

sonic
13
6.10.2010, 16:32
keine Zensur

Zensur ist es sicher nicht.
Wer etwas über die FPÖ lesen will, kann dies in genug anderen Magazinen und Zeitungen tun und ist nicht auf "Woman" angewiesen. Außerdem ist "Woman" ein privatwirtschaftliches Unternehmen (bzw. gehört zu einem solchen) und hat daher keinen öffentlich-rechtlichen Informationsauftrag wie z.B. der ORF. Die können schreiben, worüber sie wollen, und weglassen, was sie wollen.
Oder ist es auch Zensur, wenn die "Neue Freie Zeitung" nicht über Mode oder Diäten berichtet?
Oder wenn "Woman" nicht über Fußball schreibt?

jo eh
21
6.10.2010, 18:45
andere politikerInnen

kommen aber in "woman" vor, dh. politik als themengebiet wird nicht ausgeklammert. nur eine spezielle parlamentspartei.
daher passt ihr vergleich nicht.
wenn hingegen die NFZ über mode berichten würde, aber einen bestimmten, nicht unbedeutenden modeschöpfer aus gewissen gründen -zb weil er links und schwul ist- boykottiert, dann wäre das eher vergleichbar.

Just N. Opinion
 
01
6.10.2010, 15:12
zensur ist das nicht.

kein medium auf der welt ist imstande, ueber ALLES zu berichten. es muss also ausgewaehlt werden.

oder ist es auch zensur, ueber richard lugner nicht zu berichten, und weshalb bezichtigen sie dann die "furche" nicht der zensur?

jo eh
01
6.10.2010, 17:56
sie haben nicht unrecht,

aber informationen über eine problematische 18%-partei im nationalrat einzustellen und das noch großartig als "neue blattlinie" zu verkaufen, ist etwas anderes, als aus inhaltlicher schwerpunktsetzung bestimmte sachthemen auszuklammern.

ich halte auch ankündigungen, über lugner nichts zu berichten, für eine dürftige "blattlinie"

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