Pneumologen

Lindernde Therapie verlängert Leben von Krebspatienten

5. Oktober 2010, 17:01
  • Artikelbild
    foto: reuters/nir elias

    Leiden lindern und Lebensqualität erhöhen ist das Motto von palliativer Behandlung

Mehr Effekt als viele Chemotherapeutika durch palliative Betreuung bei nicht heilbaren Lungenkrebspatienten

Wien - Pro Jahr werden in Österreich rund 3.900 Diagnosen auf Lungenkrebs gestellt. Bei jährlich rund 3.300 Todesopfern ist klar, dass die Heilungschancen gering sind. Jetzt könnte es aber - bei allen Fortschritten der medikamentösen Behandlung - einen Paradigmenwechsel geben. Eine optimal lindernde Rundum-Betreuung (palliative Versorgung) von Patienten mit bereits unheilbarer Erkrankung verlängert auch deren Überlebenszeit, erklärt die Österreichische Gesellschaft für Pneumologie (ÖPG) aus Anlass ihres bevorstehenden Jahreskongresses in Graz (7. bis 9. November).

"Die Onkologie in der Pneumologie ist im Aufwind. Was aber besonders aufgeregt hat, war eine Arbeit im New England Journal of Medicine. Sie betont die Wichtigkeit der Palliation - lindernden und zugleich therapeutischen Behandlung. Das heißt: Leiden lindern und die Lebensqualität erhöhen", sagte Otto Burghuber, Vorstand der 1. Internen Abteilung am Otto Wagner Spital in Wien.

Nur Bruchteil wird rechtzeitig entdeckt

Nur 20 bis 25 Prozent der Lungenkarzinom-Erkrankungen werden in einem heilbaren Stadium entdeckt. Bei der überwiegenden Mehrheit der Patienten kann die Überlebenszeit vor allem mit Strahlen- und medikamentöser Therapie nur verlängert werden. Die Betreuung durch ein Palliativteam mit Ärzten, Pflegepersonal, Psychologen, Diätberatern und eventuell auch Seelsorgern kann hier schon sehr früh ansetzen.

Ein Wissenschafterteam hat die Ergebnisse einer Studie mit rund 150 Lungenkrebspatienten - die Hälfte erhielt eine Standardbetreuung, die andere Hälfte auch eine Versorgung durch ein Palliativteam - vor kurzem in der führenden Medizin-Fachzeitschrift publiziert. Burghuber: "Die Überlebenszeit erhöhte sich um durchschnittlich 2,7 Monate." Das sei mehr, als viele Chemotherapeutika schafften. Der Experte: "Das Unglück eines Patienten zu lindern, erhöht die Überlebenszeit."

Unspezifische Symptome bei Lungenembolie

Bei der Tagung mit rund 600 Teilnehmern in Graz geht es auch um die Lungenembolie. ÖGP-Präsident Horst Olschewski: "Die Lungenembolie gehört zu den Killern. Es kommt sehr darauf an, dass Ärzte sensibel sind und Wissen haben, um Konstellationen, die nach einer Lungenembolie 'riechen', zu erkennen." Oft stellen sich Symptome nämlich zunächst sehr unspezifisch dar, was auch fatal enden kann. Erst vergangene Woche wurde der Fall einer 18-jährigen Steirerin bekannt, die an einer nicht erkannten Lungenembolie verstarb, obwohl sie bei einem Hausarzt und einem Lungenfacharzt gewesen war.

"Wie ist die Versorgungsstruktur? Was passiert tatsächlich? Was geschieht bei einem stationären Aufenthalt?" - Das sind Fragen, für deren Beantwortung an teilnehmenden Spezialabteilungen (Pneumologie), in Schwerpunkt- und Standardkrankenhäusern Österreichs acht Wochen lang Daten über behandelte Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) im Rahmen eines sogenannten Audit gesammelt werden sollen, kündigte Sylvia Hartl, Generalsekretärin der European Respiratory Society (ERS), an. Zusätzlich wird bei jedem Patienten nach 90 Tagen nachgefragt, ob er wieder wegen seiner COPD ins Krankenhaus kam oder gar verstorben ist. Damit könnten auch im Europa-Vergleich Daten über die Qualität der Versorgung - natürlich anonymisiert - analysiert werden. (APA)

Kommentar posten
13 Postings
jodaflo
 
10
18.12.2010, 18:35
studien belegen, dass cannabis, das wachstum von krebszellen verlangsamt, teilweise sogar stoppt

natürlich müsste das mit einem wesentlich geändertem lebenswandel einhergehen!

liebe medizinstudenten:

das steht nicht in euren lehrbüchern weil cannabis "böse" ist

dann müsste man noch weiter zu denken, cui bono?

ich will ja hier niemand unterstellen, er wäre dumm, ganz im gegenteil, ich will nur eine sehr und einseitig vermittelte sicht der dinge ändern

wer profitiert von der dämonisierung eines der ältesten heilmittel, gleichzeitig rohstoff, der welt

baumwollindustrie, papierindustrie, chemieindustrie (dünger), tabakindustrie, letztendlich dann die pharmariesen....also die financiers der medunis

qed

ich weiss, ich stosse hier auf ablehnung, aber wer dingen auf den grund gehen will, frägt sich: cui bono?

FarbSucht
00
6.10.2010, 15:57
pic .WIN.

Diversion
04
6.10.2010, 13:26
ist das ein joint im bild?

Barbarin (vorm. L.Sonnenschein)
11
6.10.2010, 13:59
Glaub schon :-)

heri byrd
00
6.10.2010, 12:10

pic related?

NotUsed
44
5.10.2010, 17:47

seltsam, kann sich die pharmaindustrie keine werbung mehr für ihre giftsuppen leisten?

relentless
25
5.10.2010, 18:37

wieso, bezweifle, dass poster bonair hier gratis "aufklärt".

yomellamo
13
5.10.2010, 18:04

... auch bei einer palliativen behandlung werden pharmaka eingesetzt.

Bonair
44
5.10.2010, 18:35

Insbesondere eben auch Chemotherapeutika, meist aber in niedrigen Dosen. Aber für Menschen mit solch differenzierter Weltsicht wie NotUsed ist das wohl nebensächlich ;)

the academic cyber sense
23
6.10.2010, 07:23

du bist vollkommen ahnungslos!!
palliative care beinhaltet sicher keine chemo.

Bonair
14
6.10.2010, 13:00

Falsch, supportive care beinhaltet keine Chemo, zur Palliation werden bei Tumorpatienten regelmäßig Chemotherapien mit eigens zur Palliativtherapie zugelassenen Therapeutika eingesetzt (z.B. Malphalan, Mitomycin C,...)

fluchtpunkt
01
6.10.2010, 15:10

Alle haben recht! ;)

Palliative care im engeren Sinne beinhaltet keine Chemotherapie - eigentlich überhaupt keine Therapie, die direkt auf die Krankheit wirkt.
im weiteren Sinne wird Chemotherapie natürlich in palliativer Absicht oft eingesetzt, um Krankheitssymptome zu lindern und/oder die Lebenszeit sinnvoll zu verlängern.

Wunderschön an dieser Arbeit ist, dass die Kombination offenbar noch viel besser funktioniert, als bisher angenommen.

A Voice
00
6.10.2010, 13:12
Das passt

wohl nicht in ein Weltbild ;-)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.