Wärme von Notebooks kann zu Hautschäden führen

Studie Schweizer Forscher an der Universitätsklinik Basel - Fälle in medizinischen Fachzeitschriften beschrieben

Chicago - Menschen, die öfter mit dem Notebook auf dem Schoß arbeiten, sollten diese Gewohnheit noch einmal überdenken. Denn wenn dies häufiger geschieht, kann es zu einer Hitzemelanose kommen, wie aus einer in der medizinischen Fachzeitschrift "Pediatrics" veröffentlichten Studie hervorgeht. Die Erkrankung, bei der es sich um einen rotbraunen, netzartigen Hautausschlag handelt, wird auch als "toasted skin syndrome" oder als "Erythema ab igne" bezeichnet.

In einem Fall hatte ein zwölfjähriger Bub diese Hautverfärbung am linken Oberschenkel bekommen, nachdem er mehrere Monate lang mehrere Stunden täglich Computerspiele auf seinem Notebook gespielt hatte. "Er hatte bemerkt, dass das Notebook auf der linken Seite warm wird, aber trotzdem hat er seine Haltung nicht verändert", heißt es in der Studie der Schweizer Forscher.

In einem anderen beschriebenen Fall ließ sich eine Jura-Studentin in Virginia wegen einer solchen Verfärbung behandeln. Die Ärztin Kimberley Salkey war zunächst ratlos, bis sie erfuhr, dass die junge Frau bis zu sechs Stunden am Tag mit dem Notebook auf ihren Beinen arbeitete. Die Temperatur darunter stieg auf bis zu 52 Grad Celsius. Dieser Fall aus dem Jahr 2007 ist einer von zehn, über die in den vergangenen sechs Jahren in medizinischen Fachzeitschriften berichtet wurde.

Meist harmloser Verlauf

Die gleiche Erkrankung tritt auch beim häufigen Gebrauch von Heizkissen oder ähnlichem auf. Sie ist auch aus einigen Berufen bekannt, etwa bei Bäckern, die oft an einem heißen Ofen stehen müssen. Meist verläuft sie harmlos, sie können aber auch dauerhafte Hautverfärbung daraus werden. In ganz seltenen Fällen kann es auch zu Hautkrebs kommen, wie Andreas Arnold und Peter Itin von der Universitätsklinik Basel erklärten. Hinweise, dass das bei häufiger Notebook-Benutzung schon passierte, gibt es offenbar nicht.

Die beiden Forscher deuten aber an, dass es wohl sicherer ist, eine Art Hitzeschild zu benutzen, wenn man mit dem Notebook auf dem Schoß arbeitet. Viele große Hersteller wie Apple, Hewlett-Packard oder Dell warnen in den Benutzerhandbüchern ihrer Geräte auch davor, die Notebooks über längere Zeit auf den Beinen oder sonstigen Hautflächen zu benutzen, weil sonst die Gefahr von Verbrennungen bestehe.

Vor einigen Jahren wurde schon in einer anderen medizinischen Studie auf die Gefahr hingewiesen, dass Männer, die Notebooks auf dem Schoß benutzten, eine erhöhte Hodensack-Temperatur hatten. Geschieht dies über längere Zeit, dann kann das zu einer verringerten Spermien-Produktion und möglicherweise sogar zu Unfruchtbarkeit führen. Dass so etwas schon durch den Gebrauch eines Notebooks passierte, ist bisher aber noch nicht bestätigt worden. (APA)

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