Migration on Tour

5. Oktober 2010, 15:05
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Migration macht Schule: Eine Wanderausstellung, die von SchülerInnen erarbeitet wurde, erzählt individuelle Migrationsgeschichten

"Migration ist ein Thema, das uns individuell wie auch als Gesellschaft betrifft. In vielen Familien haben Migrationen stattgefunden - von Oberösterreich nach Wien, von Tschechien nach Gmünd, aus der Türkei oder aus Deutschland nach Österreich wie auch umgekehrt. Solche Wanderungen haben das Land verändert und zu einer größeren Vielfalt in den Lebenswelten geführt", erklärt Gertraud Diendorfer, Leiterin des Projekts "Interkulturelle Spurensuche. SchülerInnen forschen Migrationsgeschichte(n)" sicher. Als ein von mehreren Projektergebnissen wird die Wanderausstellung "Migration on Tour", wird am 5.10. eröffnet.

Migration(sgeschichte) in 14 Stationen

Die vom Demokratiezentrum Wien in Kooperation mit der Initiative Minderheiten und unter Mitwirkung von SchülerInnen und LehrerInnen dreier Schulen entwickelte Ausstellung umfasst 14 Stationen, in denen neben aktuellen Zuwanderungstrends auch historische Migrationsmuster dargestellt werden. Auch aktuelle Fragen rund um die Themen Asyl, Integration, Integrationspolitik, Aufenthalts- und Arbeitsrecht werde nicht ausgespart. Den individuellen Migrationsgeschichten der Familien einzelner SchülerInnen wird beispielsweise in der ersten Station "Migrationsgeschichten aus Österreich" nachgespürt. Um die Migrationsgeschichte ihrer Familie sichtbar zu machen, befragten die SchülerInnen mithilfe eines Fragenkatalogs ihre Eltern bzw. andere Hauptbezugspersonen zur Familiengeschichte. Fotos und andere ausgestellte Dokumente, wie beispielsweise der Kinderpass von Petar, der vom heute nicht mehr existierenden Staat Jugoslawien ausgestellt wurde, zeugen von den Recherchen der Jugendlichen.

Großes Interesse und Engagement

Die SchülerInnen der drei am Projekt beteiligten Schulen hätten sich "alle mit großem Interesse und Engagement mit dem Thema Migration auseinandergesetzt", sagt Cornelia Kogoj von der Initiative Minderheiten. Den meisten von ihnen sei das Thema "sehr präsent" gewesen, es habe "viel Wissen und auch Engagement" gegeben, ergänzt Kogoj. Als Beispiel führt sie den im Rahmen des Projekts von zwei Schülern gedrehten Film - ein Interview mit Anny Knapp von der Asylkoordination - an.

Globales Phänomen

Dass es sich bei Migration um ein globales (und weit in die Geschichte zurückzuverfolgendes) Phänomen handelt, zeichnet die Station "Geografie der Migration" nach. Hier werden mittels Statistiken "hard facts" vermittelt, wie zum Beispiel, dass weltweit jeder siebte Mensch an einem anderen Ort lebt als er geboren wurde. Grafiken veranschaulichen die globalen Migrationsbewegungen, auch werden die häufigsten Gründe für Migration namhaft gemacht. Neben Krieg und politischer Verfolgung bzw. politischer Instabilität sind dies vor allem die Aussicht/ein Hoffen auf soziale Vorteile, Arbeitskräftebedarf, gute Verdienstmöglichkeiten sowie familiäre Gründe.

Die als Lernmittel konzipierte Wanderausstellung "Migration on Tour" kann von Schulen und anderen interessierten Bildungseinrichtungen beim Demokratiezentrum angefordert werden. Geboten wird zudem auch eine begleitende Broschüre für SchülerInnen sowie ergänzende und vertiefende Unterrichtsmaterialien für Lehrkräfte. Neben der Ausstellung wurde auch ein Internetmodul ausgearbeitet, das Kontextwissen vermitteln soll, vielfältiges Zusatzmaterial zu den Themen Migration und Integration sowie fächerübergreifende Unterrichtsbeispiele für die Fächer Geografie, Geschichte und Politische Bildung bietet.

Links:

Migration on Tour
Demokratiezentrum Wien
Initiative Minderheiten
Sparkling Science

 

 

  • Die SchülerInnen haben mithilfe eines Fragenkatalogs ihre Eltern bzw. andere Hauptbezugspersonen zur Familiengeschichte befragt.
    foto: www.sparklingscience.at

    Die SchülerInnen haben mithilfe eines Fragenkatalogs ihre Eltern bzw. andere Hauptbezugspersonen zur Familiengeschichte befragt.

  • Die SchülerInnen der drei am Projekt beteiligten Schulen hätten sich „alle mit großem Interesse und Engagement mit dem Thema Migration auseinandergesetzt".
    foto: www.sparklingscience.at

    Die SchülerInnen der drei am Projekt beteiligten Schulen hätten sich „alle mit großem Interesse und Engagement mit dem Thema Migration auseinandergesetzt".

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