SS-Veteran wird Ausschussvorsitzender

9. November 2010, 16:27
  • Artikelbild
    foto: reuters/sergej samulenkov/

    Visvaldis Lacis vor dem Freiheitsdenkmal in Riuga

Visvaldis Lacis (86) will die russischsprachige Minderheit assimilieren oder "heimschicken"

Riga - Ein ehemaliger SS-Legionär ist neuer Vorsitzender des Staatsbürger-Ausschusses im lettischen Parlament. Der 86-jährige rechtsextreme Abgeordnete Visvaldis Lacis wurde am Montag mit Hilfe Stimmen von Regierungsabgeordneten an die Spitze jenes Ausschusses gewählt, der für die Durchführung des lettischen Staatsbürgergesetzes verantwortlich ist.

Lacis gehört der bei den Wahlen vom 2. Oktober als Teil des Nationalistenbündnisses erstmals ins Parlament gewählten Partei "Alles Für Lettland" an. Zum Forderungskatalog der Partei gehört die Abschaffung des Unterrichts auf Russisch sowie die Assimilierung oder "Heimschickung" sämtlicher Angehöriger der rund ein Drittel der Bevölkerung Lettlands ausmachenden russischsprachigen Minderheit.

Der Veteran kämpfte während des Zweiten Weltkrieges in der vorwiegend aus lettischen Freiwilligen gebildeten 19. Waffen-Grenadier-Division der SS und wurde für Verdienste um die Unabhängigkeit Lettlands nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mehrfach ausgezeichnet. Lacis veröffentlichte rund ein Dutzend einschlägige Bücher. Er war bereits in en vergangenen vier Jahren Parlamentsabgeordneter: zuerst als Mitglied der Regierungspartei Grüne/Bauernunion und ab 2007 als Wilder Abgeordneter.

Von Lettlands gut 2,2 Millionen Einwohnern haben rund 800.000 Russisch, Ukrainisch oder Weißrussisch als Muttersprache. 15 Prozent aller Bewohner des baltischen EU-Staates haben keine Staatsbürgerschaft und kein Stimmrecht. Sie sind sogenannte "Nicht-Bürger" mit einem eigenen Status und eigenen Pässen. 90 Prozent der lettischen "Nicht-Bürger" sind muttersprachlich Russen.

Lettland und Estland verweigerten nach der Unabhängigkeit von der Sowjetunion - anders als beispielsweise Litauen - ehemaligen Sowjetbürgern mit anderer Muttersprache als der jeweils nationalen die automatische Einbürgerung. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 99
1 2 3
david zot
00
14.11.2010, 08:14
Königstreuer als der König selbst

Die lettischen Nazis un Kommunisten mussten seinerzeit von den Deutschen und Russen in ihrem Ehrgeiz gezügelt werden, wie brutal sie die Menschen mosaischen Glaubens behandelten...oder wie pedantisch sie die Unsozialisten aussiebten und schikanierten.
Abweichend vom Thema, die Gesundheit des rüstigen Lacis ist beeindruckend, ich sage es immer, die zwischen 1870 und 1940 geborenen gehen durch das Leben ohne nennenswerte medizinische Eingriffe. Die ersten 10 Jahre des Lebens sind massgebend für die spätere Gesundheit, vieles was danach passiert hat marginale Auswirkung.

Alexander Phoenix1
01
27.1.2011, 11:43

Interessant.... die Letten mussten von den Russen im Ehrgeiz gezügelt werden.... habe ich noch nie etwas davon gehört.... Russen sind und waren in Lettland niemals beliebt, kein Wunder, verschwanden doch Hunderttausende nach Sibirien....

diamant
60
10.11.2010, 11:37
Wie wuerden wohl die Oesis reagieren, waeren die Russen 1955

nicht gegangen, sondern haetten 3 Millionen von ihnen im Lande angesiedelt?
Wir haben viele Einwanderer, sicher aber keine 3 Millionen, und selbst die die wir haben haben wir selber reingeholt!
Und trotzdem gibts eine Partei mit 27 % in Wien, die das Ganze jetzt doch ein wenig anders sieht......

Also Herrschaften, versucht euch doch mal in die Letten und Esten hinzuversetzen!

ist halt so
12
14.11.2010, 18:47

Ungefähr 42-50% der Bevölkerung von Österreich hat Deutsch nicht als Muttersprache.

Joseph EU
31
11.11.2010, 09:50
Lieber Diamant......

sowas geht doch nicht - merke russischer Imperialismus
....... guuuuut - baltischer, kaukasischer, ukrainischer, moldawisch-rumänischer Nationalismus - d.h. sich wehren gegen russischen Imperialismus SCHLEEEEECHT !!!! Nun in Estland 2007 konnte man wieder gut sehen wie sich die armen "Unterdrückten Minderheiten" so gebärden....wenn sie Geschäfte plündern, vandalierend durch die Strassen ziehen, den Premier mit Mord bedrohen (von Beschimpfungen red ich gar nicht, dies scheint russische Folklore zu sein - und "Schwuler" ein Schimpfwort noch dazu)
Es gibt erstklassiges Bandmaterial auf you tube....

Andrei Tchoubrikov
00
19.9.2011, 08:45

Imperialismus (nicht Kolonialismus - siehe Rom, Byzanz, St.Petersburg vs. London, Berlin) ist tatsaechlich jedenfalls besser als (Blut- und Boden Fetisch) Nationalismus.

Man brauch nur die Opferzahlen der beiden Systeme gegenueber zu stellen, und die ethnische Zusammensetzung anschauen.

Yossarian
24
11.11.2010, 09:11
Der Gründer der Roten Armee und ihr erster Oberbefehlshaber

war ein Lette.

Die lettischen Kommunisten waren ehrgeiziger als ihre Kollegen aus Russland und den anderen Republiken.

Als EU-Bürger muss man schon ein wenig Angst haben nach Lettland zu gehen. Vielleicht wird man dort bald auch fortgejagt oder diskriminiert wie es heute die nicht ethnischen Letten werden, die dort schon vor der Unabhängigkeit des Landes gelebt haben.

Die EU hätte Lettland und andere baltischen Staaten nie aufnehmen dürfen, solange Teile der dort lebenden Bevölkerung diskriminiert werden (etwa die bürgerlchen Rechte vorenthalten werden).

Rassismus darf keinen Platz in der EU haben!

Bernd Schuck
00
24.2.2012, 13:03
Wo lebst du ?

Du hast kein Plan was in Lettland abgeht.Russen sollten sich an lettland anpassen.

Gebhard von Bluecher
10
25.3.2011, 10:26
Reaktion

die Diskriminierung ist mit Sicherheit eine Reaktion auf die zu Sowjetzeiten praktizierte schleichende
Russifizierung. Die ethnischen Russen, Weissrussen und Ukrainer wurden dort in grossem Maßstab angesiedelt. Viele erachten es noch heute nicht für nötig, sich Grundlagen der lettischen Sprache zu erwerben. Die dann folgende Ausgrenzung ist unvermeidlich. - Die Letten deswegen als Rassisten zu bezeichnen zeugt von einem gewissen Tunnelblick.

(.) (.)
00
24.2.2012, 19:47

In einem gemeinsamen Wirtschaftsraum, wie es die UdSSR oder auch die EU sind, kommt es natürlich zu einer Vermischung der Bevölkerung.

Letten sind jetzt ja auch massenhaft nach UK und Irland ausgewandert.

LGL
11
27.1.2011, 07:32
Man sollte zumindest zwischen Asylanten, Migranten und Okkupanten unterscheiden

und Aufenthaltserlaubnis oder Staatsbürgerschaft auch entsprechend nach klaren und nachvollziehbaren Kriterien erteilen. Auch wir bauen da viel Mist. - Glücklicherweise ist und das Problem mit Okkupanten erspart gebliwben

Joseph EU
20
11.11.2010, 19:08
Vor der Unabhängikeit des Landes....

genau - und als was ?? Als Gäste ??? Als Urlauber ?? Von den Letten ins Land geholt ??? Oder ???
ODR ...wie es auf gut Vorarlbergisch heisst - ODR ???

diamant
10
11.11.2010, 14:56
Dann fangen sie in Oesterreich gleich damit an!

Blada Mlada
04
10.11.2010, 13:41
wussten sie, dass Lettland Bestandteil zaristischer Russland war?

also "rotes" Stricherl für eur Kommentar.
nutzlos und falsch.

Joseph EU
40
11.11.2010, 09:43
Lettland Bestandteil zaristischer Russland.....

super...einmal okkupiert - immer okkupiert ????
Russische Logik ???

Andrei Tchoubrikov
00
19.9.2011, 08:49
Lettland Bestandteil

Wan gab es denn ueberhaupt einen Staat Lettland vor 1920er ? Die hiessen damals anders, und waren anderen Herren hoerig (Deutsche, Schweden & Co.)

Bis auf Litauen haben's die Balten nie zu einem eigenen Staat geschafft... und schaut man die Dokumenten vom Gr.Fuerst.Litauen an, wirdt auch klar warum.

Yossarian
14
11.11.2010, 16:20
In Ihren Augen

ist Vorarlberg wohl auch schon ewig von Österreich okkupiert.

Joseph EU
21
11.11.2010, 19:05
Ach so ???????????

Wir haben die Vorarlberger austrifiziert ??? Wo ist unser Sibirien, wohin haben wir deportiert ?? Wem haben wir verboten die Muttersprache zu sprechen in Vorarlberg (die Kärntner Antislowenen in KÄRNTEN mal ausgenommen, aber die hab ich auch noch NIE verteidigt...)

Yossarian
10
23.11.2010, 10:21

Es gab auch zur Zeit der UdSSR kein Verbot der lettischen Sprache. Im Gegenteil. Die lettische SSR wurde auch immer mehrheitlich von ethnischen lettischen Kommunisten regiert.

Alexander Phoenix1
00
27.1.2011, 11:46

naja und es wurde wohl auch nicht russifiziert oder? also ich kenne aus Lettland andere Erfahrungsberichte

Yossarian
10
27.1.2011, 11:52

Es wurde in den letzten Jahren mehr 'anglifiziert' als die behauptete 'Russifizierung' zur Zeit der UdSSR.

Jürgen Rembremerding
10
10.11.2010, 15:27
Und Tschechien gehörte zu Österreich- Ungarn

Und jetzt?

Hakala
01
10.11.2010, 19:35
Tschechien gehörte zu Österreich, die Slowakei zu Ungarn

und das Heilige Römische Reich hat auch meistens uns gehört!

Jürgen Rembremerding
11
10.11.2010, 19:50
Letzeres ist natürlich Unsinn!

Die klassische Formel lautet "Kaiser und reich". Der Kaiser regiert das Reich nicht. Er stht ihm nur vor, aber er übt keine unmittelbare Herrschaft aus.

Hakala
02
10.11.2010, 20:01
Das vertägst du nicht , dass ihr Piefkes Untertanen der Österreicher wart, was?

Den letzten Reichsführer habt ihr ja sogar angehimmelt....

bei uns hats der Versager bloß zu Postkartenmaler gebracht :))))

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 99
1 2 3

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.