"Schmalzhoftempel" Mariahilf

Neue Gedenktafel für zerstörte Synagoge

Julia Schilly, 5. Oktober 2010, 13:04
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    Die neue Gedenktafel am Loquaiplatz erinnert an die von den Nationalsozialisten zerstörte Mariahilfer Synagoge.

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    Heute befindet sich auf dem Grundstück ein Seniorenwohnhaus.

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    Die alte Gedenktafel ist Anfang Oktober noch stark verunreinigt und beschmiert

Die Mariahilfer Synagoge wurde 1938 zerstört - Die Gedenktafel war oft Ziel von Vandalen - Ein neuer Standort soll das ändern

Schlecht lesbare rote Schrift auf grauem Marmor, Beschmierungen, rassistische Aufkleber und stinkende Urinflecken: Diesen traurigen Anblick bot bislang die Gedenktafel für die in den Novemberpogromen zerstörte Synagoge in der Schmalzhofgasse ("Schmalzhoftempel") im sechsten Wiener Gemeindebezirk - derStandard.at berichtete. Seit einigen Tagen gibt es eine neue Tafel, die an die Vorderseite des Gebäudes verlegt wurde. Den Text gestaltete Raimund Fastenbauer von der Israelitischen Kultusgemeinde.

Die blaue Gedenktafel mit weißer Schrift ist über dem Eingang eines Pensionistenwohnhauses am Loquaiplatz erhöht angebracht. Im Eingangsbereich gibt es zudem die Gelegenheit, ein Bild und eine Simulation der ehemaligen Synagoge zu sehen.

Auf der Homepage der Stadt Wien wird darüber informiert, dass die Idee für die Verlegung der Gedenktafel gemeinsam mit der Israelitischen Kultusgemeinde und der Bürgerinitiative "Mariahilfer Synagoge - Für einen würdigen Ort des Gedenkens" entwickelt wurde. "Uns wurde aber leider nicht mitgeteilt, dass es eine neue Tafel gibt", berichtet Georg Schober von der Initiative. Mit dem Ergebnis zeigt er sich jedoch zufrieden: Es handle sich um einen zeitgemäßen und würdigen Text, der vor Vandalismus relativ gut geschützt sei.

Alte Gedenktafel wird abmontiert

Die alte Gedenktafel befindet sich noch auf der Rückseite des Seniorenheims. Im Moment ist sie stark verunreinigt und beschmiert. Laut Schober gibt es die Idee, die alte Tafel abzumontieren, deren weitere Zukunft wird noch diskutiert. Erst 1952 wurde das durch die Nationalsozialisten enteignete Grundstück der Israelitischen Kultusgemeinde zurück gegeben, 1976 erwarb es die Gemeinde Wien. (jus, derStandard.at, 5. Oktober 2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 52
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leopardetterl
40
7.10.2010, 07:49
ich finde es ein bissi vermessen

dass man die, die einfach nur den kopf in den sand gesteckt haben um diesen zu behalten, als mitgefühllos bezeichnet.

jaja ich weiß, heute wären die meisten ganz sicher tapfer genug um 1943/44 (also nach stalingrad) ihren kopf zu risikieren, damit sie die witwe eines hingerichteten widerstandskämpfers finanziell unterstützen.
fast jeder hätte ein todesurteil risikiert, weil er feindsender hört etc.

und ja, es stimmt, dass die wiener sich so zum nationalsozialismus hingezogen fühlten, dass die gestapo (!!!!) 1938 nicht mehr alle anzeigen entgegen genommen hat respektive die verfahren von wegen *bitte der hat bei einem juden gekauft* eingestellt wurden.

das kleine Maßnahmenpaket
00
1.11.2010, 09:18

Das spricht aber alles nicht gegen die Anbringung einer Gedenktafel, würd ich sagen.

Susanne_B
02
7.10.2010, 08:52

Ich bin ja ganz bei Ihnen - aus einer sicheren Demokratie redet es sich leicht. Aber: Nach dem berüchtigten Jahr 1938 war man selbst in Deutschland entsetzt und überrascht, wie "eifrig" zahlreiche Österreicher dem guten Adolf zu Diensten waren. Denunzianten hatten Hochkonjunktur und waren derart eifrig, dass man in Deutschland schon überlegte, wie man die "Freunde aus der Ostmark" einbremsen kann.

Und das sollte man auch mal laut sagen, wenn man vor Mitleid mit den armen, die um ihr Leben gefürhctet hätten, nahezu zerfließt. Viele waren bösartig, gierig und nur zu sehr bereit, eifrig mitzumachen.

Sonstige Befugnisse
00
15.10.2010, 09:45
Die Parallelen zu heute sind auch erschreckend

Wenn ich mir die Zustimmungsraten bei den Abschiebungen von Kindern so ansehe graut es mir. Und ich fürchte, dass das nur der Anfang ist.

leopardetterl
11
7.10.2010, 14:12
lassen sie uns weiter rote stricherln sammeln :-)

Peter Hammer 06
20
7.10.2010, 20:13
Schreibn'S eben nicht Unsxnn....

...dann passiert das nicht.

Täubchen
21
8.10.2010, 11:17

studieren sie einfach einmal geschichte, dann reden wir weiter, ok?

nebenerwerbsposter
43
6.10.2010, 12:42
"schlecht lesbar"

und damit die neue tafel besser lesbar ist, hat man sie über den eingang montiert. die leiter gibt's beim portier?

P Dempsey
01
6.10.2010, 21:16

und obendrein kann man den gleichen text im foyer des pensionistenwohheims lesen. genau in augenhöhe.

P Dempsey
11
6.10.2010, 21:15

die tafel ist im stil einer straßen-namenstafeln (farbe, schriftgröße etc.) gehalten und solche können die meisten menschen ohne nennenswerte schwierigkeiten lesen. ich empfehle die anschaffung einer brille. denn wer das nicht lesen kann, der muss sehr schlecht sehen.

will man allerdings die tafel beschmieren, beschädigen etc. dann hat man nun tatsächlich schwierigkeiten. das ärgert manche ....

verleih nix
14
6.10.2010, 13:18

naja, kleine rechte vandalen sind oft nicht die hellsten. die wissen dann nicht wie sie 3 meter überwinden können und die tafel bleibt unbeschädigt.

toberfrau2
01
15.10.2010, 13:35

Sind die Linken wohl lösungsorientierter bei der Sache? (Glaub schon)

Ruskij
01
7.10.2010, 11:34

Wissen tun sie es schon, aber EXTRA DESWEGEN eine Leiter holen? Das freut sie sicher nicht.

mens sana in corpore sano
68
6.10.2010, 12:04
ich finde auch die visualisierung gut und wichtig.

habe es mir gerade angesehen und finde, dass man alles tun muss, damit der braune nazimob nicht erfolgreich war - und sein kann.

siehe auch einige kommentare hier unten.

und ob ihr mir jetzt rote stricherln gebt's is mir echt wurscht.

aber die verbrechen der nazizeit werden immer teil unseres erinnerns sein und das ist gut so.

nachtdenker
 
04
6.10.2010, 15:24
"finde, dass man alles tun muss, damit der braune nazimob nicht erfolgreich war"

ähm...

sie waren eh nicht erfolgreich. wurden besiegt, schon 1945...

wir haben heute das jahr 2010...

und es sind ganz andere leute an der macht...

georg schober3
63
6.10.2010, 11:05
Eine Gedenktafel und wie weiter

Die Anbringung der neuen Gedenktafel (ein zeitgemäßer und würdiger Text) ist ein Erfolg. Ein Erfolg, den die Initiative mit der Unterstützung vieler hunderter Menschen erreichen konnte.
Die Gedenkafel legt sozusagen die Basis: Die Frage, die uns beschäftigen sollte ist die, wie die Tafel bzw. das Gedenken an die Opfer eine nachhaltige Wirkung (aus der Geschichte lernen) entfalten kann. – Wir haben diesbezüglich beispielsweise im vergangenen Schuljahr mit der KMS Loquaiplatz ein Gespräch geführt. Es ging darin unter anderem um die Aufarbeitung der Schulgeschichte in der Zeit des Nationalsozialismus durch die heutigen SchülerInnen.

Weitere Infos: Initiative "Mariahilfer Synagoge - für einen würdigen Ort des Gedenkens"
http://mariahilfersyn

georg schober3
12
6.10.2010, 14:48
Eine Gedenktafel und wie weiter

In meinem Beitrag "Eine Gedenktafel und wie weiter" wurde der Link zur Site der Initiative "Mariahilfer Synagoge - für einen würdigen Ort des Gedenkens" leider abgeschnitten.

Hier die vollständige Adresse: http://mariahilfersynagoge.wordpress.com/

leopardetterl
10
7.10.2010, 07:50
och wenn wir schon links spammen...

www.juna.at

imir
289
6.10.2010, 08:47

So notwendig wie ein Kropf.

Peter Hammer 06
01
7.10.2010, 20:15
Antisemiten wie Sie sterben nicht aus,leider!

das kleine Maßnahmenpaket
35
6.10.2010, 14:40
Im Gegenteil, leider immer noch sehr, sehr dringend notwendig

wie Ihr Posting beweist

Werenfried
35
6.10.2010, 11:17

na, ein antisemit?

Herr und Frau Österreicher
 
24
6.10.2010, 10:52

passens auf, dass das nicht mal über ihre person gesagt wird!

Tethys
311
6.10.2010, 09:28

Ach, Sie meinten Ihren Kommentar? Finde ich auch!

Susanne_B
28
6.10.2010, 08:51

sie können die TAfel auch einfach ignorieren. Aber nehmen Sie zur Kenntnis, dass Ihre Bedürfnisse nicht der NAbel der Welt sind. Es gibt Menschen, denen diese Gedenktafel wichtig ist.

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