"Schau auf Dein Zahnfleisch!" klärt über parodontale Erkrankungen auf - Ersten Beschwerden wie Zahnfleischbluten werden oft verharmlost
Wien - Anlässlich des Österreichischen Zahnärztekongresses 2010, der Anfang Oktober in der Wiener Hofburg stattfand, präsentierte die Österreichische Gesellschaft für Parodontologie (ÖGP) erstmals die neue Initiative "Schau auf Dein Zahnfleisch!". Die Infektionskrankheit Parodontitis und ihre möglichen Folgen für die Gesundheit sind in der Bevölkerung immer noch zu wenig bekannt, deshalb hat die ÖGP mit Unterstützung der Österreichischen Zahnärztekammer (ÖZÄK) die neue Initiative " ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für Zahnfleischerkrankungen nachhaltig zu stärken.
Parodontitis entsteht schleichend
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden rund 70 Prozent der
Erwachsenen an Zahnfleischerkrankungen, mit zunehmendem Alter steigt das
Risiko für Krankheiten des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates. Falsche Ernährung, Rauchen und mangelnde Zahnhygiene zählen dabei zu den wichtigsten Faktoren, die das Zahnfleisch in Mitleidenschaft ziehen können. Da
Zahnfleischerkrankungen sehr langsam voranschreiten und die ersten
Beschwerden wie Zahnfleischbluten oft verharmlost werden, wird
Parodontitis, also die Entzündung des Zahnhalte-Apparates, vielfach erst
in einem fortgeschrittenen Stadium vom Patienten wahrgenommen und
dadurch von Zahnärzten spät diagnostiziert.
Beschwerden werden bagatellisiert
Die Initiative "Schau auf Dein Zahnfleisch!" unterstreicht die Wichtigkeit und Bedeutung der Parodontologie und räumt mit dem weit verbreiteten Vorurteil auf, dass Parodontitis nicht erfolgreich behandelt werden kann", erläutert Werner Lill, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie in einer Aussendung. Beschwerden und Symptome wie Zahnfleischbluten werden von vielen Betroffenen bagatellisiert und kaum als gesundheitliche Risiken eingestuft.
Schlechte Zähne und entzündetes Zahnfleisch können aber den gesamten Organismus negativ beeinflussen. Es gibt Hinweise, dass Parodontitis ein bedeutender Faktor für Herzkreislauferkrankungen ist. Auch für Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder einer chronischen Erkrankung wie Diabetes können Parodontitis-Bakterien gefährlich werden. "Daher ist es besonders wichtig, den Patienten frühzeitig eine parodontale Therapie zuzuführen", so Lill.
Auf der Website der ÖGP werden Informationsmaterialien für Patienten und
Servicematerialien für Zahnärzte als
Downloads zur Verfügung gestellt. Patienten erhalten Informationen über
Ursachen, Symptome sowie die Behandlungsmöglichkeiten von Parodontitis. Langfristiges Ziel der Initiative ist es, das Bewusstsein für Zahnfleischerkrankungen und ihre möglichen Folgen in der Bevölkerung generell zu stärken und Risikopatienten zu animieren, regelmäßige Kontrolltermine bei ihrem Zahnarzt oder Parodontologen wahrzunehmen. (red)