Neue Initiative

Zahnfleischerkrankungen auf dem Vormarsch

6. Oktober 2010, 17:37
  • Artikelbild
    foto: apa/marcus brandt

    Mit zunehmendem Alter wird der parodontale Zustand durch den Lebensstil in Mitleidenschaft gezogen.

"Schau auf Dein Zahnfleisch!" klärt über parodontale Erkrankungen auf - Ersten Beschwerden wie Zahnfleischbluten werden oft verharmlost

Wien - Anlässlich des Österreichischen Zahnärztekongresses 2010, der Anfang Oktober in der Wiener Hofburg stattfand, präsentierte die Österreichische Gesellschaft für Parodontologie (ÖGP) erstmals die neue Initiative "Schau auf Dein Zahnfleisch!". Die Infektionskrankheit Parodontitis und ihre möglichen Folgen für die Gesundheit sind in der Bevölkerung immer noch zu wenig bekannt, deshalb hat die ÖGP mit Unterstützung der Österreichischen Zahnärztekammer (ÖZÄK) die neue Initiative " ins Leben gerufen, um das Bewusstsein für Zahnfleischerkrankungen nachhaltig zu stärken.

Parodontitis entsteht schleichend

Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden rund 70 Prozent der Erwachsenen an Zahnfleischerkrankungen, mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Krankheiten des Zahnfleisches und des Zahnhalteapparates. Falsche Ernährung, Rauchen und mangelnde Zahnhygiene zählen dabei zu den wichtigsten Faktoren, die das Zahnfleisch in Mitleidenschaft ziehen können. Da Zahnfleischerkrankungen sehr langsam voranschreiten und die ersten Beschwerden wie Zahnfleischbluten oft verharmlost werden, wird Parodontitis, also die Entzündung des Zahnhalte-Apparates, vielfach erst in einem fortgeschrittenen Stadium vom Patienten wahrgenommen und dadurch von Zahnärzten spät diagnostiziert.

Beschwerden werden bagatellisiert

Die Initiative "Schau auf Dein Zahnfleisch!" unterstreicht die Wichtigkeit und Bedeutung der Parodontologie und räumt mit dem weit verbreiteten Vorurteil auf, dass Parodontitis nicht erfolgreich behandelt werden kann", erläutert Werner Lill, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Parodontologie in einer Aussendung. Beschwerden und Symptome wie Zahnfleischbluten werden von vielen Betroffenen bagatellisiert und kaum als gesundheitliche Risiken eingestuft.

Schlechte Zähne und entzündetes Zahnfleisch können aber den gesamten Organismus negativ beeinflussen. Es gibt Hinweise, dass Parodontitis ein bedeutender Faktor für Herzkreislauferkrankungen ist. Auch für Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder einer chronischen Erkrankung wie Diabetes können Parodontitis-Bakterien gefährlich werden. "Daher ist es besonders wichtig, den Patienten frühzeitig eine parodontale Therapie zuzuführen", so Lill.

Auf der Website der ÖGP werden Informationsmaterialien für Patienten und Servicematerialien für Zahnärzte  als Downloads zur Verfügung gestellt. Patienten erhalten Informationen über Ursachen, Symptome sowie die Behandlungsmöglichkeiten von Parodontitis. Langfristiges Ziel der Initiative ist es, das Bewusstsein für Zahnfleischerkrankungen und ihre möglichen Folgen in der Bevölkerung generell zu stärken und Risikopatienten zu animieren, regelmäßige Kontrolltermine bei ihrem Zahnarzt oder Parodontologen wahrzunehmen. (red)

der wahnsinn ist nur eine schmale brücke
011
6.10.2010, 20:59
Spitzenbild!

lou cyphre
01
7.10.2010, 11:08
eh, vor allem wenn man weiss,

dass die dinosaurier wegen mangelnder zahnhygiene ausgestorben sind...

;)

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.