ÖBB will Geld von Wien und NÖ

4. Oktober 2010, 12:30
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Holdingchef Kern: Neue Desiro-Züge sonst "nicht machbar"- Kein Interesse an Strecke München-Rosenheim-Salzburg

Wien - Für die Anschaffung neuer hochmoderner Zuggarnituren will ÖBB-Chef Christian Kern Finanzierungsbeiträge von Wien und Niederösterreich. Ohne entsprechende Beiträge dieser Bundesländer, die davon profitieren, "werden wir es nicht machen können", sagte Kern dem "Kurier". Tirol und Vorarlberg würden bereits mitzahlen.

Beim Desiro-Rahmenvertrag mit Siemens geht es um fast 200 Züge für rund eine Milliarde Euro. Die Verhandlungen mit NÖ sollen diesen Herbst finalisiert werden, Wien kommt erst später dran.

Die "entscheidende Schlacht um die Zukunft der ÖBB" werde auf der Westbahn laufen, so Kern, wo die Österreichischen Bundesbahnen Konkurrenz bekommen - so will etwa Ende 2011 die "WESTbahn GmbH" des Bau-Tycoons Hans-Peter Haselsteiner mit Ex-ÖBB-Personenvorstand Stefan Wehinger und Ex-SBB-Chef Benedikt Weibel an Bord starten (siehe Interview). Durch die Konkurrenz würden die ÖBB "Marktanteile, Umsatz und Erträge verlieren", so Kern. "Aber es ist auch ein Glücksfall für uns. Er hilft, dass wir uns rasch weiter entwickeln."

Keine Bewerbung für München-Rosenheim-Salzburg

Wie der "Münchner Merkur" berichtet, bewerben sich die ÖBB nicht um die lukrative Bahnstrecke München-Rosenheim-Salzburg. Die "derzeitige Erlössituation" lasse "keine - mit einem gewissen Risiko verbundenen - Investitionen im benachbarten Ausland zu", erklärte Bahnsprecher Michael Wimmer der Zeitung. "Es würde kein Bahnkunde in Österreich verstehen, wenn die ÖBB in Bayern mit neuen Nahverkehrszügen unterwegs sind, während auf den österreichischen Kernstrecken älteres Wagenmaterial im Einsatz ist."

Allgemein war erwartet worden, dass sich ÖBB für das E-Netz interessieren, nachdem sie schon ihre Fühler nach der Strecke München-Garmisch-Partenkirchen ausgestreckt hatten - bei der Vergabe kam dann aber die DB Regio zum Zug. Für die Strecke München-Rosenheim-Salzburg wären der Staatsbahn gute Chancen eingeräumt worden. (APA/red)

  • Die ÖBB entschied sich in dem eine Milliarde Euro schweren Rahmenvertrag mit Siemens für ein Basisfahrzeug des Typs Desiro ML 
bestehend aus einer dreiteiligen Grundeinheit mit 217 Sitzplätzen in der
 2. Klasse.  Die Züge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 
Kilometern pro Stunde.
    foto: siemens

    Die ÖBB entschied sich in dem eine Milliarde Euro schweren Rahmenvertrag mit Siemens für ein Basisfahrzeug des Typs Desiro ML bestehend aus einer dreiteiligen Grundeinheit mit 217 Sitzplätzen in der 2. Klasse.  Die Züge erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von 160 Kilometern pro Stunde.

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