Elitesoldaten sollen palästinensischen Buben gezwungen haben, Taschen von Verdächtigen zu durchsuchen
Tel Aviv - Ein israelisches Militärgericht hat am Sonntag zwei
Elitesoldaten wegen Vergehen während des Gaza-Kriegs vor fast zwei Jahren
verurteilt. Israelische Medien berichteten, die Soldaten hätten während der
Offensive einen palästinensischen Buben gezwungen, an ihrer Stelle verdächtige
Taschen von Palästinensern zu untersuchen. Das Gericht in Kastina im Süden
Israels entschied den Angaben zufolge, die Kämpfer der Givati-Einheit hätten bei
dem Vorfall am 15. Jänner 2009 ihre Machtbefugnis überschritten und menschliches
Leben gefährdet. Das Strafmaß soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden.
Während des Gaza-Kriegs waren zwischen Ende Dezember 2008 und Mitte Jänner
2009 etwa 1400 Palästinenser getötet und tausende weitere verletzt worden. Eine
UNO-Kommission unter Vorsitz des südafrikanischen Richters Richard Goldstone
hatte Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas in einem umstrittenen
Bericht Kriegsverbrechen vorgeworfen. Freunde und Angehörige der verurteilten
Soldaten trugen am Sonntag nach Medienberichten T-Shirts, auf denen der
Schriftzug "Wir sind alle Opfer von Goldstone" stand. (APA/dpa)