Palästinenser bestehen auf Stopp des Siedlungsbaus

3. Oktober 2010, 16:59

US-Vermittler Mitchell versucht, die arabischen Länder zu gewinnen

Nach einer dreistündigen Beratung in Ramallah ist die Palästinensische Behörde (PLO) am Samstag wie erwartet zu dem Schluss gekommen, dass die Verhandlungen mit Israel ohne einen "bedingungslosen und uneingeschränkten Stopp" des Siedlungsausbaus nicht fortgesetzt werden könnten. Doch es blieb unklar, ob es sich um eine endgültige Entscheidung oder bloß um eine Art Empfehlung an Palästinenserpräsident Mahmud Abbas handelte.

Die USA wollten weiterhin nach einem Ausweg suchen. "Wir müssen daran arbeiten, die Herausforderungen zu überwinden - und wir tun das", sagte George Mitchell. Der US-Vermittler dürfte fortfahren, Vorschläge zwischen den Parteien hin- und herzutragen und in arabischen Ländern Beistand zu suchen. Am Sonntag traf Mitchell in Kairo Ägyptens Präsidenten Hosni Mubarak. Beide Seiten wollten weitere Verhandlungen, er werde nicht aufgeben, sagte Mitchell danach.

Vermutlich auf Wunsch der USA hat die Arabische Liga ihre Debatte, die über die Zukunft der Verhandlungen entscheiden soll, um zwei weitere Tage verschoben. Sie soll nun erst am Freitag am Rande eines arabischen Gipfels in Libyen stattfinden.

"Israel verantwortlich"

"Die palästinensische Führung macht die israelische Regierung für das Ende der Verhandlungen und des politischen Prozesses verantwortlich", hieß es in einer Erklärung, die Jasser Abed Rabbo, Mitglied des PLO-Exekutivkomitees, in Ramallah verlas. Den Israelis wurde darin "die Obstruktion der politischen Bemühungen der amerikanischen Administration, des Nahostquartetts und der gesamten internationalen Gemeinschaft" angelastet.

Israels Premier Benjamin Netanjahu reagierte mit einer Erklärung, in der er darauf hinwies, dass in der Vergangenheit ohne Baustopp verhandelt worden sei: "Der Weg, ein historisches Friedensabkommen zwischen unseren beiden Völkern zustande zu bringen, besteht darin, dass man am Verhandlungstisch sitzt", sagte Netanjahu. Der Regierungschef hält es demnach immer noch für möglich, "binnen eines Jahres ein Rahmenabkommen zu erreichen".

In Israel gilt es als undenkbar, dass Netanjahu einem weiteren Baustopp zustimmt. Der Premier würde seine Glaubwürdigkeit verlieren, denn er hatte in der Vergangenheit mehrfach versichert, dass bloß ein einmaliger Baustopp von zehn Monaten vereinbart worden sei. Zuletzt bekräftigte Netanjahu, dass aus seiner Sicht die Lösung in einer "moderaten und zurückhaltenden Bautätigkeit" liegen könnte.

Aus der Arbeiterpartei wurde Netanjahu aufgerufen, die Kompromissvorschläge der USA zu prüfen und wenn nötig auch die Regierung umzubilden, um den Verhandlungsprozess zu retten. (Ben Segenreich aus Tel Aviv, DER STANDARD, Printausgabe, 4.10.10)

Kommentar posten
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shahabblack
29
5.10.2010, 09:02
Wird niemals

Frieden gebe dort solang Israel seine total irrationalen Ansprüche ablegt.

Man kann sich einfach ned auf die Bibel verlassen wenns um sowas geht wie Landzuteilung.

jd1212
00
12.10.2010, 09:52

aber man kann sich auf den Sturrsinn der Pal. verlassen, die den Teilungsplan ablehnten, und jedes Friedensangebot der Israelis in den letzten 17 Jahren ablehnten.

Ohne irrationale ansprueche der pal (stichwort, right of return, und zwar von allen fluechtlings nachkommen), gaebe es schon Frieden.

omar husseini
21
4.10.2010, 20:47
ich könnte kotzen

Josef Mutzenbacherin
18
4.10.2010, 02:04
"Palästinenser bestehen auf Stopp des Siedlungsbaus"

So überhebliche Palästinenser!

Jetzt wollen sie auch schon, daß die Israelis mit dem illegalen Siedlungsbau aufhören und UNO-Resolutionen umsetzen! - JETZT REICHTS ABER!

NONE
27
3.10.2010, 23:01

Das Hauptproblem:

Israel will expandieren.

Was bringt es zu diskutieren wenn Israel das Land bereits annektiert hat? Was für ein Abkommen soll da am Ende rausschauen?

Paolo Callito
 
54
3.10.2010, 21:08
Kleiner historischer Exkurs: die Balfour Deklaration

1917 verfasste der britische Aussenminister Arthur James Balfour eine Deklaration, die später als die Balfour-Deklaration bekannt wurde.
Daraus war klar ersichtlich, dass er ein Anhänger des Zionismus war, d.h. er befürwortete die Gründung des Staates von Israel im gesamten Mandatsgebiet Palästina, d.h. Israel, Gaza, Westjordanland inklusive Jordanien
http://de.wikipedia.org/wiki/Balf... eklaration

Aus realpolitischen Gründen spaltete 1923 Winston Churchill Transjordanien vom Mandatsgebiet Palästina ab, woraus später der Staat Jordanien entstand, d.h. die Araber haben 80% (!) des Mandatsgebeits erhalten. Sie konnte also bei der Aufteilung des Gebiets im Nahen Osten STARK profitieren.

marlowe
 
41
4.10.2010, 15:00
***Kleiner historischer Exkurs: die Balfour Deklaration...***

... - die Gründung des Staates von Israel.

Grad so, als hätte Großbritannien ausgerechnet 1917 [sic!] nichts anderes zu tun gehabt gehabt.

Paolo Callito
 
21
4.10.2010, 16:46
4 Schritte für Marlowe!

@ Marlowe

4 Schritte:

1. Maus fassen
2. Cursor auf meinen Link bewegen
3. Doppelklicken
4. Lesen

Einfach das befolgen und es wird alles gut gehen ...:)

marlowe
 
32
4.10.2010, 18:11
4 Schritte...

@ Israel Claquere

1. Maus fassen
2. Cursor auf meinen Link bewegen
3. Doppelklicken
4. Lesen

http://tinyurl.com/333yl99

Paolo Callito
 
21
4.10.2010, 20:43
Probleme, den Namen Benjamin Freedman zu tippen?

Wieso den Namen "Benjamin Freedman" in einem Link verstecken, anstatt diesen zu tippen? Haben Sie Probleme mit dem 10-Finger-System?

Aber wissen Sie was, ich habe keine Probleme mit Freedman. Ich finde zwar seine Theorien über die Abstammung der aschkenasischen Juden kompletten Unsinn, jedoch sollte die Meinungsfreiheit auch erlauben, Blödsinn zu schreiben.
Und übrigens, der Begriff Claqueur bezeichnet jemanden, der bei einem Theaterstück bezahlten Applaus liefert, wodurch dieser Begriff in einem Internet-Forum ziemlich unzutreffend ist.
Der präzisere Begriff für mich wäre meiner Meinung nach römisch-katholischer Zionist.
Nicht-Jude und trotzdem, ohne irgendwelchen Verdienst, pro-Israel; eines Tages werden Sie damit leben können ...:)

MsSubV7#9
03
4.10.2010, 22:24

Das 10-Finger-System lässt sich auf einem kleinen Handy wirklich nur sehr schwer bewerkstelligen.

René Herndl
34
4.10.2010, 07:51
Und können Sie auch begrunden, ...

... mit welchem Recht die Mandatarsmacht England Boden, der ihr nicht gehörte, einfach an Einwanderer verschenken durfte. Zumal sich die Briten im ersten WK die Unterstützung der Araber damit gesichert hatten, dass sie diesen Selbständigkeit versprochen hatten. Das Geheimabkommen (Sykes-Picot) über die Aufteilung in Nahost war eindeutig völkerrechtswidrig und führt bis heute zu Konflikten - etwa auch zu den Spannungen mit dem Iran, Syrien, dem Irakkrieg etc.
Eien Deklaration als Willenserklärung hat noch lange keine rechtliche Relevanz!

Paolo Callito
 
12
4.10.2010, 17:29
Lesen bildet! Und: Mit der Osmannischen Besetzung von Israel scheinen Sie keine Probleme zu haben.

Im 19. Jahrhundert reiste der amerikanische Schriftsteller Mark Twain nach Israel.
Was schrieb er in seinem Buch "Innocents abroad"?
Schrieb er "Wir befinden uns auf den überfüllten Strassen des Landes Palästina mit ganz vielen Palästinensern!" ?
Das Gegenteil:
"Palestine is desolate and unlovely. And why should it be otherwise? Can the curse of the Deity beautify a land?"
http://www.mtwain.com/Innocents... ad/57.html
Eine persönliche Frage: Wieso ist es kein Problem für Sie, dass die Türken, d.h. das Osmannische Reich, Israel 400 Jahre besetzt hielten, jedoch erleben Sie es als eine Tragödie kolossalen Ausmasses, dass das Völkerbundsmandat für Palästina von Grossbritannien von 1920-1948 dauerte?

Sternchen100
12
5.10.2010, 13:50
Ja, Geschichte sollte man kennen...

Als die Osmanen kamen, gab es kein Israel, sondern nur Palästina. Als zuvor die Kreuzfahrer und nochmals zuvor die Araber kamen, war es ebenfalls Palästina bzw. für Christen das Königreich Jerusalem. Sogar im alten Römischen Reich gab es kein Israel mehr, sondern nur Judäa, in kleine Fürstentümer aufgeteilt. Das Nordreich namens Israel mit der Hauptstadt Sichem endete 722 v. Chr. durch die Assyrer.

Palästina erhielt seinen Namen durch die Philister (Kanaaniter), die schon lange als Hochkultur und Händler in Städten da lebten, lange bevor die israelitischen Nomadenstämme aus Babylonien eingewandert sind, selbst Jerusalem wurde nur von denen erobert. Bezeichnet wurden diese im 2. Jt. als "Hebräer", = d.h. Landlose, Landstreicher, Nomaden.

jd1212
00
5.10.2010, 23:15

haebraer heist -- der der von der anderen Seite kammen -- und damit war Abraham gemeint, der von Ur, nach Kanaan kam.

jd1212
00
5.10.2010, 23:13

Palestina erhielt seinen Namen "Palestina" von den Roemern, die damit den Namen Judea ausloeschen wollten -- was sie bis 1948 auch geschaft hatten.

Paolo Callito
 
01
5.10.2010, 20:54
An alle Leser: Bitte selber überprüfen ob das stimmt, was diese Person schreibt!

"Weder die Etymologie noch die genaue Bedeutung des Ausdrucks in der Bibel sind gesichert"
http://de.wikipedia.org/wiki/Hebräer

"The etymological origin of "Hebrew" is uncertain"
http://www.bible.ca/d-christi... mology.htm

"Im antiken Nahen Osten bezeichnete der ziemlich ähnliche Name habiru eine Klasse, die
keinen gesicherten Platz in der Gesellschaft hatten. Ob dieser Begriff ursprünglich
ethnisch war und dann sozial wurde, und ob 'Hebräer' und 'habiru' verwandt sind, bleiben
Streitpunkte. (Kidner)"
http://www.generationacts.de/audio/not... e10-12.pdf

jd1212
00
12.10.2010, 09:55

Ich beziehe mich mit der interpretation des Wortes Haebrer auf dem juedischen Midrash, der vor ca. 2500 Jahre verfasst wurde -- zu dieser Zeit war die Bedeutung klar.

Fritz Wunderlich
11
4.10.2010, 14:15

völkerrechtswidrig?
da haben sie sicher etwas, womit sie das belegen können

senfdressing
12
4.10.2010, 00:36

In Ihrem Link steht aber, dass die Balfour-Deklaration nicht "die Grenzen des künftigen Palästina behandelte".

Um Ihren Großmachtsphantasien weiter nahe zu treten, hier der UN - Teilungsplan:

http://cache-media.britannica.com/eb-media/... 95362F.gif

Trotzdem viel Glück!

Fritz Wunderlich
00
4.10.2010, 19:05

und? da stand nichts von großsyrien

Paolo Callito
 
11
4.10.2010, 17:46

Tatsächlich hat sich in meinem oberen Posting ein kleiner Argumentationsfehler eingeschlichen.
Am Anfang des Mandats, 1920, war es unkar, wie die Aufteilung zwischen den Juden und Arabern aussehen sollte (Callito steht zu seinen Fehlern :)
Jedoch bleibe ich dabei: Die Aufteilung des Palästina-Mandatsgebietes war für die Araber ein Bombenerfolg, die Juden mussten sich mit 20% des ursprünglichen Mandatsgebietes begnügen.

omar chamra
86
3.10.2010, 20:20
Fakten, die hier nicht wahrgenommen werden

Als Jordanien 1948 die Westbank besetzte – was nur von Großbritannien und Pakistan anerkannt wurde – lebten dort 500.00 Menschen. Als Israel dieses Gebiet 1967 übernahm waren es 700.000. Heute leben da ca. 2,5oo.ooo Palästinenser und 300.000 Israeli. Die kleinen primitiven Dörfer gibt es nicht mehr mit oder ohne jüdische Siedler. Und die Israelis haben z.B. die Route 60 Straße gebaut, auf denen ca 90% palästinensische Autos fahren. Ich bezweifle sehr, dass sich die Autofahrer darüber beschweren, denn das letzte Mal haben die Briten diese Straße 1920 asphaltiert. Wenn beide Seiten einig werden über einen Frieden, dann wird Israel die Infrastruktur den Palästinensern überlassen und vielleicht auch einen großen Teil der Siedlungen.

tom krishan1
 
22
4.10.2010, 19:23

erzählen sie doch selbiges mal zu den wasserrechten seit jahrzehnten, zu den gerodeten olivenhainen, zu den nicht erteilten baugenehmigungen ... zu den aufkauf-fonds für israelis ... etcpp usw ..

nur weil il jahrzehntelang am tropf grösser mächtiger freunde hängt heisst das noch lange nicht, il würde sich aus eigener kraft entwickeln.
diese "wer-is-denn-demokratie "wer-is-denn-fortschrittlich" bla, bla argumente sind lächerlich und einseitig betrachtet.

Tower Hill
03
4.10.2010, 06:40
Was Sie bei Ihrer hübschen Beschreibung nicht erwähnen:

Straßen wie die Route 443, die bis Mai dieses Jahres für den pal. Verkehr gesperrt waren. Und erst nach mehreren Urteilen des Obersen Gerichts geöffnet wurde.

Oder so Kleinigkeiten wie Aufkleber auf Siedlerautos, die damit freie Fahrt in WJL haben, während die der Pal. in den Checkpoints hängen bleiben.

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