Grabräuber ließen Sarkophag liegen

4. Oktober 2010, 11:55
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Verwüstetes hellenistisches Grab hielt für Archäologen noch einiges zu entdecken bereit

Berlin - Deutsche Archäologen haben bei Ausgrabungen in der antiken Metropole Pergamon an der Westküste der Türkei eine Grabkammer aus der Zeit der Attaliden entdeckt, einer hellenistischen Königsdynastie aus dem 3. bis 2. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Leider waren sie nicht die ersten: Die Grabkammer wurde vermutlich schon vor langer Zeit von Grabräubern (oder Raubgräbern, je nachdem) aufgesucht. Durch deren illegale Grabungen wurde die Quaderarchitektur der Kammer schwer in Mitleidenschaft gezogen: So wurde ein Flügel der steinernen Grabtüre, die für Nachbestattungen mit einem Schloss versehen war und die metallene Beschläge und Nägel in Stein imitiert, mutwillig zerschlagen.

Zur großen Überraschung der Archäologen konnten sie aber unter dem Schutt noch den in der Kammer bestatteten Sarkophag in seiner originalen Position ausfindig machen. Der Deckel war vielleicht schon in antiker Zeit aufgebrochen worden, aber es fanden sich noch die Reste des Skeletts eines über vierzigjährigen Mannes. Von den Grabbeigaben konnte immerhin noch ein Tongefäß geborgen werden, das sich in die zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts vor unserer Zeitrechnung einordnen lässt. Dank dieser Datierung und der gut erhalten Gewölbearchitektur wird die Grabkammer zu einem wichtigen Referenzpunkt der Architekturgeschichte des Hellenismus werden, sagen die Archäologen.

Die Qualität der Anlage und ihre prominente Platzierung auf einem Hügel nordöstlich des Stadtberges von Pergamon lassen auf eine bedeutende Position des Bestatteten schließen, den Grabungsleiter Felix Pirson im engsten Umfeld der pergamenischen Königsfamilie vermutet. Um die noch erhaltenen Reste der Grabtüre vor Diebstahl oder weiteren Zerstörungen zu bewahren, ist sie mit einem Helikopter des Umwelt- und Forstministeriums in das Museum von Bergama gebracht worden. (red)

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    Freilegung des Sarkophags in der Grabkammer

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    Blick in den Zugangskorridor des Grabes

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