Prachtvolle Aussicht über der Nebelschicht

1. Oktober 2010, 16:56

Bei einer Höhenwanderung zwischen Pretul und Stuhleck schweift der Blick über im Nebel verhüllte Täler bis zur oft glasklaren Luft am Horizont

Eine Wanderung auf dem Höhenzug, der sich vom Stuhleck über die Pretul bis zum Alpl zieht, galt und gilt als besonders lohnend, weil man nicht nur von den Gipfeln, sondern von fast überall auf dem breiten Kamm eine prachtvolle Aussicht nach allen Seiten genießt. Im Herbst, wenn die Täler sich schon unter einer Nebelschicht verbergen, schweift der Blick in der oft glasklaren Luft bis zum Horizont, sodass man nicht selten ein wenig verweilt, um dieses prachtvolle Panorama auszukosten.

Vom Stuhleck sind Erhebungen in fünf Ländern (Österreich, Ungarn, Slowenien, Slowakei, Kroatien) auszunehmen, überall zeigen sich die Kalkalpen von der Hohen Wand bis zum Hochschwab und den Eisenerzer Alpen in ihrer vollen Schönheit, man schaut zu den Niederen Tauern, den Karawanken und überblickt - so haben es Geografen herausgefunden - über ein Viertel der Steiermark.

Mit Einsamkeit ist daher nicht zu rechnen, zumal das Güntherhaus und das Roseggerhaus auch mit dem Auto erreicht werden können, der Skizirkus schon bis in die Gipfelregion des Stuhlecks vorgedrungen ist. Zwischen den beiden bekannten Gipfeln aber ist die alpine Welt noch in Ordnung, da sind die Almen so, wie man sie aus der Erinnerung kennt. Mit dem Rattener Windpark auf dem Steinriegel und den Windrädern auf der Geiereckalm muss man sich abfinden und kann nur hoffen, dass nicht noch weitere Teile unserer Berge verschandelt werden.

Ein bisschen schwitzen tut gut, daher sei als Ausgangspunkt nicht eine der hochgelegenen Schutzhütten, sondern das Ganzalmhaus empfohlen, das von der Schnellstraßenabfahrt Mürzzuschlag-West mit dem Auto erreichbar ist. Das letzte Stück ist eine Sandstraße, die im Winter als Rodelbahn dient.

Die Höhentour ist trotz der relativ großen Distanzen eher gemütlich, am Anstieg fehlen die ganz steilen Abschnitte, auf dem Kamm hat man dann nur geringe Höhenunterschiede zu bewältigen. Allerdings - gutes Wetter ist Voraussetzung.

Die Route: Vom Ganzalmhaus wandert man ein Stück auf dem Güterweg bergwärts, gleich nach der Karlruhe - daneben ein Baummarterl - hält man sich links und folgt der roten Markierung zur Amundsenhöhe, der höchsten Erhebung der Gemeinde Langenwang, und zur Bergnerwarte auf der Pretul. Gehzeit 1¼ Stunden.

Nun bleibt man auf dem Kamm und wandert über Geiereck und Grazer Stuhleck zum Schwarzriegel, von dem es zum Stuhleck hinaufgeht. Gehzeit ab Pretul 1¼ Stunden. Auf demselben Weg kehrt man zur Pretul zurück und steigt dann zum Roseggerhaus ab. Gehzeit ab Stuhleck 1½ Stunden. Ein gut beschilderter Güterweg führt gemächlich zur Karlruhe, von der aus man auf der Anstiegsroute wieder zum Ausgangspunkt absteigt. Gehzeit ab Roseggerhaus eine Stunde. (Bernd Orfer/DER STANDARD/Printausgabe/02.10.2010)

Gesamtgehzeit fünf Stunden, Höhendifferenz rund 600 Meter. Güntherhaus und Roseggerhaus durchgehend bewirtschaftet, Ganzalmhaus ist im November und April geschlossen. ÖK25V Blatt 4218-West (Strallegg), Maßstab 1:25.000; Freytag & Berndt Atlas Wiener Hausberge, Maßstab 1:50.000

maxbz
00
2.10.2010, 12:32
Vor allem mit dem Rad ist eine tolle Rundtour von Spital aus möglich

Leichte Auffahrt über den Pfaffensattel weiter über Stuhleck und Predul, runter nach Mürzzuschlag und zurück nach Spital. Ca. 40km, wunderschöne Tour.

xxhour666
00
2.10.2010, 12:30

Schöne Gegend. Super Aussicht.

Tingeltangel-Hojac
00
1.10.2010, 22:23
liebe Bergfreunde, eine Frage:

ist es noch möglich, Ende Oktober ohne Steigeisen etc in hochalpinen Lagen wandern zu gehen? Würde gerne mal auf den Säuleck in den Hohen Tauern hinauf (ca. 3100 m) - dürfte wohl schon schwierig werden?

War bis jetzt immer nur Sommerwanderer, hatte den Sommer aber keine Zeit dafür leider...

Yudhistira
02
1.10.2010, 23:06
So etwas ist natürlich wetterabhängig:

Hat es zu dieser Zeit schon heruntergeschneit, ist der Schnee am felsigen Gipfelaufbau (Südseite) bereits liegengeblieben? Es wäre aber natürlich empfehlenswert für derartige Touren Steigeisen (bzw. Grödel) mitzuführen. Aber bei einer gewissen Routine sollten sie immer situationsbezogene Entscheidungen treffen und eventuell auf den Gipfel verzichten, wenn die Bedingungen es nicht zulassen. Diese Erfahrung/ Routine müssen wachsen und Schritt für Schritt erworben werden, dann kann man bei richtiger Einschätzung das Risiko weitgehend minimieren. Dann aber kann ein Ausweichen in die Herbst/ Wintersaison ein unvergleichlich intensives Erlebnis sein und dem Naturerlebnis steht nichts im Wege.

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