Unruhen in Ecuador

Präsident Correa durch Militär befreit

1. Oktober 2010, 13:54

Polizisten hatten wegen Sparkurses des linken Präsidenten gemeutert - Ausnahmezustand verhängt - Zwei Tote, 50 Verletzte - Video

Der Volltext dieses auf Agenturmeldungen basierenden Artikels steht aus rechtlichen Gründen nicht mehr zur Verfügung.
Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 189
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stj911.org physics911.net
00
1.10.2010, 22:57
Meine Herren, wenn Sie den Präsidenten töten wollen, hier ist er", rief er von einem Balkon aus zu Anhängern. "Töten Sie mich, wenn Sie wollen. Töten Sie mich, wenn Sie den Mut dazu haben."

Wieso sollen Ihn seine Anhänger töten?

chr01
00
1.10.2010, 14:18
video

es giong um streichungen von automatischen boni und auszeichnungen/beförderungen und nicht um sozialleistungen. wer den alten sumpf trockenlegen will, macht sich leider manche feinde.

Horst Holzinger
212
1.10.2010, 13:58
Der Friedensnobelpreisträger lässt halt weiter putschen

http://amerika21.de/nachricht... ia-ecuador

Der Neue Mensch
51
1.10.2010, 17:02
Ein kanadischer "Harald Neuber"

http://en.wikipedia.org/wiki/Jean... Guy_Allard

In die Schublade "seriöser Journalismus" würd ich den nicht nicht ablegen.

Horst Holzinger
06
1.10.2010, 20:51

aber die Belege im Artikel stimmen, gelle?
Dann ist es ja gut. Danke für die Zustimmung.

Der Neue Mensch
10
1.10.2010, 21:33

Das kann ich nicht beurteilen und ich vermute, dass sich Herr Jean-Guy Allard diese angeblichen Fakten nur aus den Fingern gesogen hat.

Man könnte mich aber vom Gegenteil überzeugen, indem man mir seriöse Quellen abseits der rotlakierten Propaganda dafür präsentiert.

diamant
00
1.10.2010, 14:45
Es kann halt nur Einen geben.....

Kein Begriff drückt Mich aus
31
1.10.2010, 13:16
Deshalb Volksbewaffnung

marcopolo1971
 
12
1.10.2010, 14:37

Oha, Sie wollen den kronegesteuerten österreichischen Hausmeister nebst Gattin bewaffnen? Dann vertrau ich eher russischen Polizisten!

New Hampshire
10
1.10.2010, 13:10

Ich persönlich mag weder Präsidenten die mit Notverordnungen regieren möchten, weil sie vorher das Parlament ausschalten wollen, noch Polizisten, die sich einen Pinochet Staat herbeiputschen.

Die beiden Parteien in diesem Land bedienen einander ganz vorzüglich.

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20
1.10.2010, 12:40

"- Toter, 50 Verletzte - Video"

Tsching, bumm.

Ernst Guevara
03
1.10.2010, 12:33
interessant auch

das kommunique des grössten indigena-verbandes des landes: CONAIE übt kritik sowohl an den rechten putschisten als auch an der regierung. correa trage eine mitverantwortung an den sozialen spannungen, da er einen autoritären regierungsstil ausübe und nicht mit den sozialen bewegungen in einen dialog trete. CONAIE will in der jetzigen situation die ecuadorianische demokratie gegen die aktionen der rechten verteidigen und fordert als ausweg eine authentische revolution für einen plurinationalen staat, die agrarrevolution und die de-privatisierung des wassers.

http://tinyurl.com/3y3rz94

Horst Holzinger
07
1.10.2010, 14:55
Man sollte die Indigenen-Verbände auch nicht a priori im Recht sehen.

Einer der Konflikte in Ecuador mit den Indigenen-Verbänden ist, dass die Zentralregierung die indigenen Sprachen in Schulen (erstmalig) gleichberechtigt zum Spanischen machen will.

Das will der CONAIE nicht. Er will, dass die Kinder exklusiv in den indigenen Sprachen unterrichtet werden-die Leute gehören ihnen dann ganz, weil sie ja nicht mal mehr die Verkehrssprache sprechen.

Im Osten gibt es die Shuar. Die sind bekannt für, Frauenraub: Frauen werden verschleppt und deshalb bewacht. Man sollte den Shuar vielleicht nicht zu viel Autonomie geben, sofern man gegen Frauenraub ist.

Nicht alles der Indigenen Verbände ist auch gut.

In Nicaragua kämpften 2 Stämme mit den Contras, hauptsächlich gegen Schulen:die bedrohten die alte Hierarchie.

Der Neue Mensch
40
1.10.2010, 22:17
Man sollte die Indigenen-Verbände auch nicht a priori im Recht sehen.

Natürlich nicht! Nur in kapitalistischen Ländern wie USA, Chile oder Brasilien sind die Indios standardmäßig im Recht. In "progressiven" Ländern wie Venezuela, Ecuador oder Bolivien arbeiten die sozialistischen Regierungen natürlicherweise nur zum Wohle der Indigenen und denen fehlt letztendlich nur die "Einsicht in die Notwendigkeit".

Ernst Guevara
01
1.10.2010, 15:56
das stimmt natürlich, einerseits. andererseits sollte man auch nicht alles, was unter dem stichwort "indigen" läuft, undifferenziert unter einen nenner bringen.

dass patriarchale sozialstrukturen und sexismus bei manchen indigenen gruppen ein grosses problem sind, ist richtig. aber erstens sind es oft die indigenen frauen selbst, die sich dagegen wehren, wie zb die zapatistischen frauen. und zweitens ist das auch nicht überall so. gerade in ecuador geraten aber die indigenen organisationen oft in konflikt mit der regierung, vor allem weil correa seine wirtschaftlichen projekte gegen die interessen der indigenas durchsetzen möchte. das ist ja sehr ambivalent: correa möchte einerseits soziale veränderungen erreichen, von denen auch die indigenas profitieren würden. andererseits hält correa an dem falschen wirtschaftlichen modell fest (ressourcenexport), das hauptsächlich den konzernen nutzt.

Horst Holzinger
03
2.10.2010, 02:12
Ohne die indigenen Aufstände wäre Correa nicht Präsident.

Das ist Fakt.
Die indigenen Verbände, allen voran der besagte CONAIE, haben die Vorgänger gestürzt. Das sollte Correa auch nie vergessen.

Es ist ein Charakteristikum, dass der CONAIE zwar Regierungen stürzen kann, aber noch nie einen Präsidenten gestellt hat. Das würde auch passieren, falls der CONAIE Correa stürzen würde - die Rechten würden wieder die Macht erhalten, nicht die Indigenen.

Etwas anderes, was ich durch einen mehrmonatigen Aufenthalt in Ecuador gelernt habe: Auch wenn Guayaquil die grösste Stadt Ecuadors ist und dort die Opposition regiert (um Jaime Nebot) - es ist noch nie eine Regierung durch Guayaquil gestürzt worden.

Regierungen stürzen in Quito oder sie stürzen nicht.

Ernst Guevara
01
2.10.2010, 10:00
ich halte es doch

für sehr unwahrscheinlich, dass CONAIE präsident correa stürzen wird. ja, es gibt zwar viele konflikte zwischen der regierung und den indigena-organisationen. aber ich denke, CONAIE ist schlau genug zu wissen, dass correa grundsätzlich auf ihrer seite steht und im vergleich zu den letzten jahren sicherlich das beste ist, was es in der ecuadorianischen politik gegeben hat. umgekehrt weiss ich nicht, ob sich correa wirklich im klaren darüber ist, dass er auf CONAIE angewiesen ist und dass es nicht zielführend ist, wenn er gegen die interessen der indigenas regiert.

*space
00
1.10.2010, 21:34

Was soll Ecuador denn sonst exportieren außer Erdöl und Bananen?

Ernst Guevara
00
2.10.2010, 10:07
diversifizierung

eines der hauptprobleme aller lateinamerikanischen staaten ist ihre abhängigkeit vom rohstoffexport. damit sind sie den schwankungen der preise auf dem weltmarkt unterworfen. daher wäre es langfristig sinnvoll, eine eigene industrie aufzubauen und eher in richtung selbstversorgung zu gehen. also letztlich abkoppelung vom weltmarkt durch hohe exportzölle und förderung der nationalen industrie. nur so konnte die USA gross werden: weil sie sich vom weltmarkt abgekoppelt hat. die abhängigkeit vom rohstoffexport nutzt jedenfalls nur den kapitalistischen zentren europa und USA, aber nicht den lateinamerikanischen ländern.

*space
00
2.10.2010, 14:57

Die Frage war monetär gemeint. Welche Möglichkeiten hätte denn Ecuador? Die Einnahmen durch Rohstoffverkauf geht für die sozialen Systeme drauf, da bleibt nicht viel übrig. Was soll für wenig eigenes Investkapital entwickelt werden? Dienstleistungen wie in Kuba? Was denn genau? Da wird nicht viel passieren können... Wie in Kuba, aber immer drauf hauen.

Horst Holzinger
00
2.10.2010, 14:56
Das ist eine der Konfliktlinien zwischen Guayaquil (Opposition) und Quito (Regierung)

Die Küste und Guayaquil konzentrieren sich traditionellerweise auf den Export von Rohstoffen und brauchen deshalb Freihandel. Sie wird von der Opposition regiert.

Die Sierra um Quito will eine eigene Industrie aufbauen und benötigt deshalb Schutz vor Billigimporten.

Erinnert etwas an Nord- und Südstaaten der USA im 19. Jahrhundert.

Der Erdölexporteur Ecuador gibt ca. die Hälfte seiner Einnahmen aus dem Ölexport für Reimporte von Derivaten aus. Das wird sich aber ändern.
Die venezolanische Regierung und PdVSA sind gerade dabei in Ecuador Raffinerien aufzubauen damit Ecuador nicht nur eigene Derivate erzeugen kann sondern diese sogar exportieren kann.

Es gibt also den Versuch Correas mit dieser Tradition des Rohstoffexporteurs zu brechen.

ill sagt der hausverstand
 
01
1.10.2010, 12:29

Klar kann ich nicht wissen, inwiefern die USA damit zu tun haben (so, wie es weiter unten einige Male angemerkt wird)...

Ich nehme den Artikel als Anlass, und empfehle jedem, der folgende Dokumentation noch nicht gesehen hat, sich diese zu Gemüte zu führen:

"Confessions of a Economic Hitman"

Auch auf Youtube und mit deutschen Untertiteln zu finden.

Ernst Guevara
02
1.10.2010, 12:25
die üblichen rechten putsch-fans, wie auch immer sie heissen mögen, können es zwar leugnen und sich zu plötzlichen freunden der sozialen proteste erklären.. aber hier ein paar harte fakten, die nun doch darauf hindeuten, dass die politischen kumpels

von yomellamo und co. in ecuador die angespannte situation zumindest ausnutzen, um die demokratie zu destabilisieren:
*) correa hat versucht, in einen dialog mit den polizisten zu treten, wobei er sich klar weigerte, das gesetz zurückzunehmen. dabei stellte sich heraus, dass viele demonstranten überhaupt keine ahnung davon haben, was in dem neuen gesetz steht.
http://tinyurl.com/38xwqza
*) wie bei putsches üblich, wurde der staatliche fernsehsender ecuador TV von polizeieinheiten besetzt und an der übertragung von nachrichten gehindert.
http://tinyurl.com/38xwqza
*) soziale unruhen zur destabilisierung im vorfeld eines putsches kennt man spätestens seit chile 1973. die riots in ecuador gehen von polizisten aus.
http://tinyurl.com/3ynoh3q

Kohlhaas1
31
1.10.2010, 13:02
Sich weigern ist ein Dialog ? Auf hier bezogen nennt ihr das z.B. bei Lohnverhandlungen eine Verweigerungshaltung der man mit Streik begegnen muß.

Schizophren ? Oder am roten Auge blind ?
Ausserdem ist das kein rechter Putsch sondern eine Demo die aus dem Ruder gelaufen ist . Und zwar eine Demo wegen sozialer Einschnitte ! Was ist ? Vergisst du dein sozialrevolutionäres Sendungsbewusstsein sobald gegen Rote gestreikt wird ?
Wie bei Putsches üblich ... wie sähe es denn aus wäre das ein rechter Präsident ?
Dann würdest du vom rechtmässigen Versuch der Bevölkerung die Demokratie zu verteidigen reden.
Das war ein sozialer Aufstand ! Versuche im Übrigen den Beamten hierzulande etwas wegzunehmen.
Hier wird zwar nicht geschossen aber die Republik stünde still.
Übrigens ist der Terror zur Vorbereitung eines linken Umsturzes eines der Paradigmen der revolutionären Militärtheoretiker. Siehe RAF

Frico
15
1.10.2010, 12:22
Apropos Ecuador:

Das ist meines Wissens nach das erste Land der Welt, wo die Natur einen eigenen Rechtsstatus in der Verfassung des Landes hat. Dort, in diesem "Entwicklungsland" redet man nicht nur über Umweltschutz, die schreiben das einfach in die Verfassung. Da hat die Natur dank dieser "linksgerichteten" Regierung jetzt genauso viele Rechte wie die Bevölkerung.

Daran könnten sich einige Länder (wahrscheinlich die meisten dieses Planeten) ein Beispiel nehmen!

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