Bisher wurde dafür die IBM-Software Lotus Notes eingesetzt
Der Automobilkonzern Daimler stattet mehr als 180 000 Arbeitsplätze künftig mit der Microsoft-Software für E-Mail und Zusammenarbeit aus. Bisher wurde dafür die IBM-Software Lotus Notes eingesetzt. Das Unternehmen begründete die Entscheidung mit geringeren Kosten. "Wir gehen von signifikanten Effizienzgewinnen aus", erklärte Daimler-Sprecherin Helen Däuwel. "Komplexität und Kosten des IT-Betriebs können durch die Nutzung von Standardprodukten in einer durchgängigen und einheitlichen Umgebung signifikant gesenkt werden." Der Endanwender erhalte gleichzeitig neue Möglichkeiten für eine flexible, standortübergreifende Zusammenarbeit.
Das Thema Cloud
Die Microsoft-Plattform mit den aktuellen Versionen von Office, Exchange Server und SharePoint ermöglicht den Austausch und die gemeinsame Zusammenarbeit an Dokumenten. Integriert sind das Instant Messaging für die direkte Kommunikation zwischen Mitarbeitern sowie Web-Konferenzen. Den Aufbau der erforderlichen Infrastruktur übernimmt ein noch nicht genannter Service-Provider auf der Grundlage einer sogenannten Private Cloud.
Beim Cloud Computing werden IT-Dienstleistungen aller Art je nach Bedarf aus dem Netz bezogen und abgerechnet. Eine Private Cloud wird über das Intranet eines Unternehmens eingebunden. Die Entscheidung von Daimler zeige, "dass das Thema Cloud in den Unternehmen angenommen wird", erklärte der Microsoft-Geschäftsführer in Deutschland, Ralph Haupter.
Im Software-Bereich der sogenannten Groupware hat Microsoft Exchange in den vergangenen Jahren Marktanteile hinzugewonnen. Nach Zahlen des Marktforschungsunternehmens Techconsult hat Microsoft weltweit einen Anteil von 61 Prozent. Die IBM-Technik Lotus Notes/Domino wird demnach von 21 Prozent genutzt.
Weitere Anbieter sind Novell mit Groupwise und Google mit seinen Web-Anwendungen. Auf einer Konferenz von Microsoft mit Partnerunternehmen sagte ein Teilnehmer am Donnerstag in Darmstadt, IBM habe es verpasst, Lotus Notes sinnvoll weiterzuentwickeln.
Abhängigkeiten
Eine IBM-Sprecherin sagte, das Unternehmen äußere sich nicht zu Wettbewerbern oder Entscheidungen von Kunden. Der für das Lotus-Geschäft zuständige IBM-Manager Stefan Pfeiffer erklärte jedoch in einer "persönlichen Stellungnahme» im Firmenblog: "Wir in der IBM halten die Entscheidung für Exchange (natürlich) für falsch."
Microsoft zwinge die Kunden "in eine schwer umkehrbare Abhängigkeit" von der eigenen Technologie, während IBM auf Offenheit setze. Auf dem Weg zum Arbeitsplatz der Zukunft werde Lotus Notes/Domino weiter modernisiert, betonte Pfeiffer und schrieb: "Rückschläge werden wir dabei zu verkraften wissen." (APA/dpa)