Neurologie

Wie man Alzheimer erkennt

1. Oktober 2010, 08:31
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    foto: apa/greg m.cooper

    Angehörige erkennen den Beginn einer Demenz am zuverlässigsten.

Nahestehende sehen die Krankheit früher als Ärzte - Einfache Fragemethode effizienter als Demenz-Screening beim Arzt

Yverdon-les-Bains/Basel - Angehörige und Freunde bemerken erste Demenzanzeichen viel früher als der Arzt. Das berichten Mediziner der Washington University in der Zeitschrift "Brain". "Nichts ist für Menschen mit Demenz so schlimm wie nicht um ihre Krankheit zu wissen. Wenngleich die Diagnose selbst erst der Arzt stellt, können Angehörige Verdachtssymptome schon durch wenige Schlüsselfragen erkennen", erklärt Birgitta Martensson von der Schweizerischen Alzheimervereinigung.

Fragen enttarnen Symptome

Acht Fragen stellten die US-Forscher den Nahestehenden von Patienten über diese. Dabei ging es um Veränderungen bei Finanzentscheidungen, um nachlassendes Interesse an Hobbys, um ständig wiederholte Fragen oder Aussagen, um Probleme in der Bedienung von Geräten und um das Vergessen des laufenden Monats oder Jahres. Auch nach dem Verlust des Überblicks über die eigenen Ausgaben wurde gefragt, nach dem plötzlichen Vergessen von Vereinbarungen und Terminen sowie nach dem Neuauftreten ständiger Erinnerungslücken.

Demenzverdacht gibt es bei den Patienten, deren Angehörige zwei oder mehr Fragen mit "Ja" beantworteten. "In wenigen Minuten kann man so kostengünstig erheben, wer weitere Untersuchungen zur Abklärung braucht", so Studienleiter James Galvin. Die Methode ist zudem äußerst verlässlich. In einem Versuch mit 250 Personen war die Fragemethode weit treffsicherer als ein Demenz-Screening beim Arzt, bei dem sich Patienten etwa Wörter oder Objekte merken sollen. Das zeigte eine Biomarker-Untersuchung im Anschluss an die Tests.

Nahestehende wissen mehr als Betroffene

Alzheimer-Screening durch Befragung der Angehörigen wird auch in Europa immer wichtiger. Forscher um Michael Ehrensperger und Andreas Monsch von der Memory Clinic, Akutgeriatrie des Universitätsspitals Basel stellen heuer in der Zeitschrift "International Psychogeriatrics" eine Methode vor, die auf der Beurteilung von sieben Feststellungen durch Angehörige basiert. Dazu gehören die Erinnerung an Dinge wie Geburtstage oder Adressen der Familie und Freunde, an jüngst vergangene Ereignisse und Gespräche oder an den Ort, an den man Dinge abgelegt hat, sowie das Neulernen von Dingen im Allgemeinen. "Es geht hier um ein Screening, nicht um die Diagnose selbst", stellt Monsch klar.

Fremdanamnese hat hohen Wert für den Demenz-Erstverdacht, betont Martensson. "Menschen mit Demenz verhalten sich mit fremden Personen - etwa mit dem Arzt - oft anders als im Alltag. Angehörige und nahe Freunde durchschauen viel eher, wenn Betroffene ihre auftretenden Probleme ignorieren oder verheimlichen." Dass Patienten ihre Symptome verbergen, ist verständlich. "Das gleiche machen manche Menschen, die mit dem Alter Sehprobleme bekommen: Sie suchen Entschuldigungen und Erklärungen statt einen Optiker aufzusuchen," so die Sprecherin der Alzheimervereinigung.

Je früher, desto besser

Obwohl es für Demenz noch keine Heilung gibt, hat ihre möglichst frühe Diagnose große Bedeutung. Martensson berichtet, dass Demenzpatienten im Rückblick die Phase vor der Diagnose als ihre schlimmste Zeit bezeichnen. "Erst wer über seine Diagnose Bescheid weiß, kann Information und Hilfe holen und etwa medikamentöse oder nicht-medikamentöse Therapien in Anspruch nehmen, die den Verlauf verzögern", so Martensson. Ausschließen könne man durch die Abklärung zudem Krankheiten mit ähnlichen Symptomen, wie etwa Altersdepression oder Hirntumor.

Was viele Menschen vor einer Demenz-Diagnose zurückschrecken lässt, sind die vielen Missverständnisse rund um die Krankheit. "In den Köpfen schwirren die Symptome im Spätstadium, etwa dass Bekannte zu Unbekannten werden oder Verhaltensstörungen massiv werden. Zwischen Ausbruch und Endstadium liegen jedoch meist viele Jahre, in denen Patienten noch entscheidungs- und handlungsfähig sind, ohne fremde Hilfe leben und oft sogar neue Aktivitäten aufnehmen. Zudem erleben viele das Endstadium der Demenzkrankheit gar nicht, weil sie vorher an einer anderen Alterskrankheit sterben", betont Martensson. (pte)

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Posting 1 bis 25 von 42
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metacomet
00
21.12.2010, 11:06
ich arbeite in einer pflegeeinrichtung mit tlw. schwer dementen alten menschen

als zert. validationsanwender kann ich allen betroffenen angehörigen folgende literatur empfehlen: naomi feil, vicki de klerk-rubin: "validation - ein weg zum verständnis verwirrter alter menschen", erschienen im ernst reinhardt vlg. kostet ca. 20.- euro gibts in wien bei morawa od. thalia zu kaufen. leicht verständlich geschrieben und für jedeN eine hilfe, seinen eltern oder großeltern im unerträglich gewordenen alltag zu helfen und ihnen ihre würde wieder zurück zugeben.

relentless
00
4.10.2010, 14:43
Brain plaques do not cause Alzheimer's (we've been lied to for 20 years)

http://www.naturalnews.com/029921_br... imers.html

uinsel
05
3.10.2010, 10:41

laut diesen fragen leide ich auch an alzheimer und/oder demenz. und so ziemlich jeder, den ich kenne.

piefkedeluxe
00
2.10.2010, 19:37
welche ausgabe von Brain war jetzt?

Gerhard Müller
017
2.10.2010, 09:14
Als betroffener Angehöriger

lese ich mit Entsetzen, wie gering das Wissen um die tatsächlichen Symptome bei Alzheimerpatienten sind.

Eine Fernbedienung nicht mehr zu kapieren - das ist auch für mich ein Problem, weil ich einfach nicht 30 - 40 Knöpfe brauche. Dass man zu 95% aller Aktionen nur 3-4 Knöpfe benötigt, das ist den Herstellern nicht aufgefallen. Jeder hat ein Problem damit.

Wenn aber Demenzkranke stundenlang vor dem Klo stehen, wohl wissend was ein Klo ist - vom Namen her - aber nicht mehr wissen, welchen Bezug das zu ihren Nöten hat, um sich dann einen Ecke im Zimmer zu suchen, um ihre Notdurft zu verrichten .- wohl wissend, dass man es nicht soll - dann ist das die Tragödie.

Denn sie fühlen sich schuldig, etwas falsches getan zu haben. Angsterfülllt.

Petzi Petz
06
2.10.2010, 21:28

Bei meiner Großmutter hats mit Kleinigkeiten angefangen, zB der Herd macht Probleme oder das Telefon (altes Tastenfestnetz), das aktuelle Datum. Anfangs wurde das aber von ihr selbst abgetan als Blödsinn wenn man sie drauf angesprochen hat, eine sehr schwierige Situation. Leider hat sichs bei ihr so schnell entwickelt, dass sie innerhalb von 3 Jahren von selbstständig zu einem Kleinkind geworden ist. Tragisch ists jetzt nur mehr für uns weil für sie existieren wir alle gar nicht mehr.

Phillip Decker
71
1.10.2010, 23:00
Positive Seiten...

Alzheimer kann auch eine positive Seite haben, wie schon Johann Strauss erkannte ; " Glücklich ist, wer vergißt, was nicht mehr zu ändern ist. "

Hums
00
Betroffener

Sie aben wohl noch nie Erfahrung mit dieser schrecklichen Krankheit gemacht. Es gibt nichts Positives an Alzheimer. Weder für Betroffene, noch fuer Angehörige!

Wolkengedanken
04
7.10.2010, 22:01
LEICHT WIRDS NICHT WERDEN

aber vielleicht schaffen Sie einen noch unsensibleren Kommentar .....

libera
01
2.10.2010, 07:28

heißt, glaub ich, "was doch nicht zu ändern ist"

eze eze
 
05
2.10.2010, 02:46

Leider vergessen Alzheimer-Betroffene nicht nur was nicht mehr zu ändern ist, sondern auch sehr viele positive Dinge - erfreuliche Dinge, die sich just zuvor, vielleicht zwei Stunden lang abgespielt haben, sind dann wie ausgelöscht, was oft auch Vorwürfe an die Umgebung von seiten des/der Betroffenen zur Folge hat wie z.B. nie Zeit für ihn/sie zu haben - und das unmittelbar nachdem man sich zwei Stunden mit ihm/ihr unterhalten hat. Oder sie erkennen ihre eigenen Kinder nicht wieder, obwohl sie stets ein gutes Verhältnis gehabt hatten zu ihnen. Man macht sich da leicht viel zu romantische Vorstellungen.

W.Hammerl
73
1.10.2010, 23:17

Man lernt auch jeden Tag neue Leute kennen.

Gerhard Müller
05
2.10.2010, 09:15
Alzeheimerpatienten

wollen keine neuen Leute kennenlernen.

Queen of Sheba
 
08
1.10.2010, 21:16
"Ich kann mich nicht erinnern, je etwas vergessen zu haben."

oblomow II
12
1.10.2010, 20:37
die krankheit ...

... deren name mir grad nicht einfällt ...

Eine Kreatur
13
1.10.2010, 17:38
bleibt die frage, was ist alzheimer eigentlich? in einer studie in den usa an einer gemeinschaft von klosterschwestern wurden über fast mehrere jahrzehnte versuche vorgenommen bezüglich geistige aktivität,

agilität usw. durch regelmäßige besuche und diverse tests .. das ergebnis war ziemlich verwirrend, denn bei einer der geistig "aktivsten" wurde nach ihrem natürlichen tod eine massive alzheimererkrankung festgestellt (bei der autopsie wurde sehr viel "plaque" gefunden) - an ihrer geistigen leistungsfähigkeit gab es aber bis zu ihrem tod nichts auffälliges

einer der ausführenden dieser studie kam dann zum schluss, dass die allgemeinen in der schulmedizin und der pharmaindustrie angenommenen auslöser von alzheimer nur begleiterscheinungen sind und die krankheit selbst andere auslöser hat .. denn so wie ich es in der dokumentation verstanden habe, wird mit den medikamenten nur das "plaque" bekämpft und nicht die krankheit selbst ..

Eine Kreatur
02
1.10.2010, 17:46
die "pointe" an der ganzen sache ist .. dass dieser ausführende der studie auf eigene faust in seinem begrenzten rahmen eigene nachforschungen anstellte

und hat dabei durch umfragen an andere ärztInnen festgestellt (ja, das ist nicht wirklich wissenschaftlich fundiert und basiert nur auf umfragen, wurde auch von ihm klar gesagt) dass ärztInnen, die patientInnen mit einem bestimmten (gängigen) etwas älteren rheuma-präparat behandelten, fast keine alzheimerfälle in ihren ordinationen hatten ..
eigentlich ein sehr interessanter zufall, der es sicher wert wäre, genau untersucht zu werden ..

dummerweise ist das medikament schon vor langer zeit patentiert worden und ist mittlerweile nicht mehr geschützt .. also würde es der pharmaindustrie nicht so viel geld bringen, ältere wirksame medikamente weiterzuentwickeln und auf den markt zu bringen -> kein interesse

war eine interessante arte-doku ..

Drew R. Man
26
1.10.2010, 16:47
ein mann kommt zum arzt.

sagt der zu ihm: "ich habe zwei schlechte nachrichten für Sie:
1. Sie haben krebs.
2. Sie haben alzheimer."
sagt der mann: "na gottseidank hab ich nicht krebs."

Yudhistira
25
1.10.2010, 15:13
Jetzt ist mir entfallen,

was ich posten wollte.

hed
00
1.10.2010, 13:54
hm...

2-mal ja würde ich auch schon antworten.

eze eze
 
00
2.10.2010, 02:49

ich auch, mindestens *g*

Riffraff3
 
010
1.10.2010, 19:44

Hab ich mir mir auch grad gedacht... Überblick über meine Ausgaben hab ich überhaupt keinen, Geburtstage merk ich mir nicht und Leute erkenn ich oft auch nicht. Und was das wiederholte Erzählen von Anekdoten betrifft, naja...
aber solange mein Hund weiß, wo wir wohnen, ist das wohl nicht so schlimm.

uiiui uiuiuu
 
01
1.10.2010, 23:13
Diese Symptome habe ich schon dreissig Jahre

Also kein Grund zur Besorgnis

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