Jubiläum

"Hört auf niemanden": "Augustin" seit 15 Jahren auf der Straße

30. September 2010, 13:59
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    foto: apa/fohringer

    "Augustin"-Macher: Redakteur Robert Sommer, Sozialarbeiterin Riki Parzer und Tagebuchautor Gottfried Judendorfer.

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Wiener "Boulevardzeitung" ist das "soziale Gewissen der Stadt" - Geburtstagsfest im Flex

Wien - Vor 15 Jahren kam die Straßenzeitung "Augustin" zum ersten Mal aus der Druckerpresse - inzwischen gibt es neben Printprodukt und Homepage "Augustin TV", "Radio Augustin" sowie den hausinternen Chor "Stimmgewitter". Der "Augustin" wird seit 1995 von sozial benachteiligten Menschen in Wien verkauft. 

Der "Augustin" sei "ein durchaus professionelles Produkt", betonte Gründer und Redakteur Robert Sommer. Es werde "zum größten Teil von professionellen Journalisten und Grafikern gemacht", und keineswegs nur von Obdachlosen. Der Augustin erscheint vierzehntägig und wird von Augustinverkäufern um 2,50 Euro verkauft - davon bleiben 1,25 Euro beim Verkäufer. "Unsere utopischsten Vorstellungen haben nicht an das herangereicht, was der Augustin heute darstellt", sagte Sommer in Rückblick auf die Gründung vor 15 Jahren.

Heute hat die "erste österreichische Boulevardzeitung", so der ironische Untertitel des Printproduktes, eine Auflage von mindestens 60.000 pro Monat, die Zeitung ist 56 Seiten dick, und erscheint jeden zweiten Mittwoch. 

"Augustin hört auf ... niemanden!"

Das Gründungsmotto "Augustin hört auf...niemanden!" gelte immer noch, wurde bei der Pressekonferenz zum Jubiläum betont: Der "Augustin" ist antihierarchisch aufgestellt und öffentliche Subventionen werden abgelehnt, die Redakteure bekennen sich zur Subjektivität des Journalismus, und wollen die Verkäufer nicht zur Integration in den ersten Arbeitsmarkt zwingen.

1995 wurde der Augustin in Anlehnung an amerikanische, britische und französische Straßenzeitungen gegründet. Damals kam er einmal pro Monat heraus, umfasste gerade einmal 24 Seiten und wurde von einer "Handvoll männlicher Sandler" verkauft, so Sommer. Diese verkauften knapp 10.000 Stück pro Monat.

Der "Augustin" ist "das soziale Gewissen der Stadt", sagte Kommunikatioswissenschafter Fritz Hausjell von der Uni Wien. Es gelinge, im Gegensatz zu traditionellen Medien, die "Buntheit der Gesellschaft" abzubilden, und auf dieser Diversität sowie auf Authentizität gründe der Erfolg der Zeitung. Der "Augustin" habe eine "hoch integrative Funktion", so Hausjell.

Verein "Sand & Zeit"

Der hinter dem Projekt stehende gemeinnützige Verein "Sand & Zeit" organisiert zudem Theater- und Deutschkurse, Fußballtraining und Fotoworkshops.

Am 6. Oktober werden beim Augustin-Fest im Wiener Flex drei Jubiläen gefeiert: 15 Jahre Augustin, zehn Jahre Stimmgwitter und fünf Jahre Augustin TV. Auftreten werden u.a. "Ja, Panik" und "Kollegium Kalksburg", die Journalistin Susanne Scholl wird eine Laudatio halten. (APA)

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22 Postings
Veronika, der Spargel wächst!
44
1.10.2010, 13:35
Ich kauf den regelmäßig und schmeiß ihn....

...dann irgendwann ungelesen ins Altpapier.
Das Lesen hab ich aufgehört. Sonst würde ich ihn aus Ärger über derartig primitive Platitüden über die bösen Reichen (spricht jeder, der arbeitet und Geld dafür bekommt) und lieben, unschuldigen Armen nicht mehr kaufen können.

Wirklich eine gute Sache. Aber letztlich ist es nicht sehr gscheit, diejenigen zu beschimpfen, denen man etwas verkaufen will.

NotDarkYet
56
1.10.2010, 10:56
Ich habe aufgehört den Augustin zu lesen,

als - anlässlich von Krawallen in Griechenland - die Schlagzeile war "Wien muss Athen werden".

Wenn sich die Sandler Krawalle, also Auschreitungen, Plünderungen, etc. wünschen, dann sollen sie das tun. Aber ich muss das nicht auch noch unterstützen!

Wende zum Bejahenden
01
1.10.2010, 13:59

Ja ja, die Linken sind immer vorn dabei mit griffigen aggressiven Slogans.

kruno breisky
14
1.10.2010, 10:35

gratuliere augustin! ich les dich gern, ich find dich super!

vernon little
02
1.10.2010, 01:01
highlife

die beste, weil nicht korrupte zeitung österreichs - weit vor standard, falter & co - sie lebe hoch!

Der Österreicher
156
30.9.2010, 23:11

Wer den Augustin ein paar mal gelesen hat, kennt die Lebensgeschichten der Sandler. Irgendwann hatten sie ein Problem im Leben und sind davongelaufen und haben zum saufen angefangen. Und dann geben sie den Mitmenschen die Schuld, das sie zuwenig spenden.

baby jane hudson
11
30.9.2010, 20:24
gottfried´s tagebuch

ist das erste, was ich lese, wenn ich die zeitung kaufe - dann kommt die literaturwerkstatt - der rest ist mir zu links, obwohl ich links bin.

Satthaber
11
1.10.2010, 09:42
"zu links"

lol

weit hammas bracht

baby jane hudson
02
1.10.2010, 12:09
eh!

ich mag keine randalierenden chaoten und ich bin froh, dass wien nicht athen ist.

ich will auch nicht, dass man die gefängnisse zusperrt und abschiebung (was eh schon grauslich genug ist) mit deportation verwechselt.

das alles ist für mich an den haaren herbeigezogen - kauf mir aber die zeitung trotzdem regelmässig - eben wegen gottfried!

innocent inuit
09
30.9.2010, 17:00
lang lebe die vielleicht wichtigste zeitung der stadt !

gerade weil sie oft als einzige zeigt wie die ränder unserer gesellschaft leben (müssen).

Kendall Von Tharn
25
30.9.2010, 18:26

sehe ich anders. ich war tatsächlich einst einer der ersten finanz. förderer der zeitung, und in der ersten zeit war sie tatsächlich gut. was ist daraus geworden? ein dumping, überall laufen die verkäufer durch die gegend, sind tw. aufdringlich und die qualität der zeitung ist derartig mies und voller unreflektierter populistischer artikel, dass ich sie nicht mehr kaufe.

byron sully
11
30.9.2010, 20:04

1.) manche sind aufdringlich, der großteil ist es nicht.
2.) miese qualität? inwiefern? da stehen artikel drin, die ich mir ebenso in einer qualitätszeitung wünschen würde (natürlich gibt es AUCH unreflektierte/populistische artikel, aber dennoch kein vergleich mit dem tiefen niveau von krone oder österreich).

kingkade21
00
1.10.2010, 15:37
naja,

ad 1) Ist leider meiner Erfahrung nach nicht ganz so. Geht man beispielsweise von U1 Schottentor Richtung Innenstadt wird man auf dem kurzen Weg alle paar Hundert Meter zum Teil wirklich penetrant von Augustin-Verkäufern und/oder der Konkurrenz angegangen. Ist leider so.

Prinzipiell ist der Augustin eine gute Sache, aber wie so oft wird auch hier schlicht und einfach übertrieben und ein an und für sich tolles Projekt mutiert zur mühsamen Belästigung.

Kendall Von Tharn
01
1.10.2010, 07:39

1.) erlebe ich leider täglich anders, vom (fast) in den weg stellen bis rolltreppenabgänge "blockieren"
2.) kann ich nicht erkennen, der anteil lesbarer artikel lag bei höchstens 30%, der rest blabla bis hetze. also im kronebereich (weil der sporteil ist ja nicht so schlecht).

byron sully
01
1.10.2010, 12:22

1.) interessant, die erfahrungen mach ich äußerst selten. ich find die fundraising-leute von greenpeace &co. um einiges ärger, was das betrifft.

2.) wie gesagt, hab schon viele artikel gelesen, die ich auch gern mal z.b. im standard hätte. aber so was ist wohl ansichts-/geschmackssache.

multivitamin saft
 
00
30.9.2010, 16:59

hm. ob die ganzen augustinverkäufer durch die flexschen durchsuchungscheckpoints unbeschadet durchkommen?

Terence Lennox
126
30.9.2010, 15:05
bigotter müll..

..sonst arbeitslose journalisten bereichern sich auf kosten der miserables. geht als soziale ausrede gut durch. ändert aber wenig am status quo der verkäufer, die immer zwei euro von mir bekommen. und das blatt, diesen widerlichen dreck, behalten dürfen..

Direktor
00
2.10.2010, 16:48

Willst du dafür gelobt werden, dass du Augustinverkäufer zu Almosenempfängern degradierst?

Der Specht
01
3.10.2010, 15:55

Nach Almosen fragen die Verkäufer übrigens auch meistens selbst.

Terence Lennox
00
2.10.2010, 18:18
nein..

..mir ist das durchaus bewusst..

rovuna
21
1.10.2010, 17:30
du medienexpertchen...

...redest hier von bigottem müll?!? über die qualität der zeitung lässt sich streiten, schlechter als der durchschnitt in wien ist sie aber sicher nicht. ich werf dir daher mal zurück: pseudo-intellektueller möchtegern-bobo. schmeisst dem stinkenden sandler 2 euro hin, das drecksblattl nimmst aber nicht. das geht wohl zu weit, dass du evetl. noch ernst nimmst, was der mensch da tut. was der augustin macht, geht nicht auf kosten der verkäufer - im gegenteil. informier dich bei den leuten selbst, bevor du große töne spuckst, depp!

Terence Lennox
01
2.10.2010, 11:44
oh..

..ich habe mich sehr wohl informiert. und ein paar menschen, die im journalismus keinen brotberuf gefunden haben, leben vom augustin, also von der leistung der obdachlosen. das ist in meinen augen (nicht nur in meinen) eine durch wohltat abgesegnete unerträglichkeit. ich nehme an, du bist einer jener, denn das vulgäre entlarvt versager..

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