Güterbeförderer fordern Bekämpfung der Schwarzarbeit und kritisieren späte Budgeterstellung
Wien - "Die Krise hat uns wie ein Hammer getroffen", so das Fazit der Güterbeförderer für das Jahr 2009 - und der Ausblick ist weiter gedämpft. Die Hälfte der Frächter erwartet, dass es heuer nicht besser wird, ein Drittel befürchtet gar eine weitere Verschlechterung, so Wolfgang Herzer, Obmann des Fachverbandes Güterbeförderer. Im Vorjahr hätten die Insolvenzen um 10 Prozent zugenommen, besonders betroffen war der Fernverkehr. Mittlerweile fahren rund 11.000 heimische Lkw mit ausländischen Kennzeichen - und zahlen daher ihre Steuern im Ausland. Aufgrund der hohen Steuerlast in Österreich hat die Zahl um 10 Prozent zugelegt, Tendenz steigend, warnt Herzer.
Leider finde man kein Gehör in der Politik, das reiche von den zahlreichen Lkw-Fahrverboten bis hin zur effektiven Kontrolle der Schwarzarbeit. Für junge Menschen werde der Beruf des Lkw-Fahrers immer unattraktiver, nicht zuletzt wegen der überbordenden "Zettelwirtschaft". Kritik kam auch an der Verschiebung des Bundeshaushaltes. "Wir wissen nicht welche Grauslichkeiten auf uns warten, wir brauchen Planungssicherheit", betonte Herzer vor Journalisten. Insbesondere fürchtet er eine Erhöhung der Mineralölsteuer, denn diese könne kaum mehr an die Kunden weitergegeben werden.
Keine neuen Jobs
Satte 60 Prozent der Frächter planen selbst nach Abflauen der Krise keine zusätzlichen Jobangebote. 16 Prozent wollen Personal abbauen, 13 Prozent mehr aufnehmen, geht aus einer Umfrage im Auftrag der Güterbeförderer hervor. 57 Prozent erwarten, dass sich bei weiteren steuerlichen Belastungen Personal abbauen müssen. Ein Drittel würde bei einer weiteren Steuerbelastung den Wechsel ins Ausland in Betracht ziehen. Auffallend ist: Laut Umfrage ist den Frächtern die Bekämpfung der Schwarzarbeit fast genauso wichtig wie eine steuerliche Entlastung.
Die Frächter warnen einmal mehr vor einer Anhebung der Mauten auf europäischer Ebene. Alleine im Vorjahr hätten Europas Frächter insgesamt 15 Mrd. Euro an Mauten gezahlt. Werden die Pläne der EU zur Wegekostenrichtlinie umgesetzt könnten diese auf 20 bis 436 Mrd. Euro anwachsen - je nach Auslegung der Wegekostenrichtlinie. Von einer Mautanhebung würden die beiden europäischen Großmächte Deutschland und Frankreich profitieren, während die Länder an den Ränder der Union die Verlierer wären. In Österreich wäre eine Mautanhebung ein volkswirtschaftliches Nullsummenspiel. (APA)