Moody's stuft ab

Spanien in der Flaute, Portugal optimistisch

30. September 2010, 12:37
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    Die Sorgenkinder der Eurozone dürften noch länger im Strudel stecken.

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London - Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des mit Konjunkturflaute und hohen Schulden kämpfenden Spaniens herabgestuft. Die Bonität werden nicht mit mehr mit der Bestnote Aaa bewertet, sondern um eine Stufe auf Aa1 gesenkt, teilte Moody's am Donnerstag mit. Weitere Herabstufungen drohen vorerst nicht: Der Ausblick sei "stabil".

Die Ratingagentur begründete ihren Schritt mit der schwindenden Finanzkraft des Staates und den schlechten Konjunkturaussichten. Es werden noch Jahre dauern, bis sich Spanien von der Abhängigkeit vom Bausektor lösen könne. Bis zum Ausbruch der Finanzkrise hatte Spanien einen kräftigen Aufschwung erlebt, der von einem beispiellosen Bauboom befeuert wurde. Die Wirtschaft werde in den kommenden Jahren im Schnitt nur um ein Prozent wachsen können, hieß es. Trotz der Konjunkturkrise geht Moody's davon aus, dass die spanische Regierung das Staatsdefizit wie geplant senken kann. Sie will den Fehlbetrag bis 2013 mit Hilfe eines Sparprogramms auf drei Prozent des Bruttoinlandsproduktes drücken, in diesem Jahr wird er sich auf etwa 9,3 Prozent belaufen.

Die Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen gingen am Donnerstag trotz der Herabstufung durch Moody's leicht zurück. Die Spreads für zehnjährige Papiere verringerten sich im Vergleich zu den entsprechenden Bundestiteln um drei auf 195 Basispunkte. Der Schritt von Moody's komme nicht überraschend, betonte Commerzbank-Finanzstratege Christoph Rieger. Außerdem sei die Herabstufung um lediglich eine Stufe bei einem stabilen Ausblick das bestmögliche Ergebnis für Spanien

Regierung nicht einverstanden

Die spanische Regierung wies demgegenüber darauf hin, dass die Herabsetzung auf zu pessimistischen Prognosen beruhten. "Die Ratingagenturen lagen mit ihren Einschätzungen nicht immer richtig", sagte Vizeregierungschefin María Teresa Fernández de La Vega dem Radiosender Cadena SER. "Ich hoffe, dass wir die Bestnote bald zurückbekommen, die man uns gar nicht erst hätte aberkennen sollen."

Demgegenüber wies Moody's darauf hin, dass Spaniens Wachstumsaussichten deutlich schlechter seien als die der anderen Länder in der "Aaa"-Kategorie. Die spanische Wirtschaft werde noch mehrere Jahre benötigen, bis sie die Krise im Bau- und Immobiliensektor überwunden habe, betonte die für Spanien zuständige Analystin Kathrin Muehlbronner. Das Wachstum werde nur etwa 1,0 Prozent im Jahr betragen, halb so viel wie in Deutschland oder Großbritannien.

Das hohe Haushaltsdefizit und die Staatsverschuldung ließen Spanien bei künftigen Turbulenzen auf den Märkten als "sehr verwundbar" erscheinen. Die Hauptprobleme der spanischen Wirtschaft lägen in einer niedrigen Produktivität und einem Mangel an Konkurrenzfähigkeit. Die Agentur würdigte zugleich die Anstrengungen der spanischen Regierung, die hohe Neuverschuldung in den Griff zu bekommen. Dies habe es erlaubt, es bei einer Herabsetzung um eine Stufe zu belassen. Madrid kündigte weitere Maßnahmen zur Sanierung der Staatsfinanzen an. Der Prozess sei noch nicht abgeschlossen, sagte Wirtschaftsstaatssekretär José Manuel Campa. Wenn Spanien sein Ziel erreichen wolle, die Neuverschuldung bis 2013 auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu senken, müssten noch weitere Schritte in die Wege geleitet werden.

Portugal positiv gestimmt

Ein anderer Wackelkandidat kommt zumindest nach eigener Einschätzung gut mit dem harten Sparkurs zurecht. In Portugal werde das Wachstum in diesem Jahr stärker ausfallen als  in der Regierungsprognose angenommen, sagte Wirtschaftsminister Jose Vieira da Silva am Donnerstag. Auch für kommendes Jahr seien die Aussichten günstig, selbst wenn weitere Einsparungen beschlossen würden. Das kräftige Exportwachstum werde Schwächen im Inland wettmachen, sagte er. Kreisen zufolge beraten die Finanzminister der Euro-Länder am Donnerstag über die Schuldenprobleme Portugals.

Dabei solle Druck auf die Regierung in Lissabon ausgeübt werden, weitere drastische Einschnitte vorzunehmen, um die Sorgen am Finanzmarkt zu dämpfen, hieß es am Mittwoch aus Kreisen der Währungsunion. Die steigenden Risikoaufschläge auf portugiesische Staatsanleihen signalisierten, dass die von den Regierung in Lissabon bislang ergriffenen Maßnahmen die Märkte nicht überzeugt hätten, sagte eine mit den Vorbereitungen für das Finanzministertreffen vertraute Person. Die Zinsen für eine zehnjährige portugiesische Anleihe stiegen zuletzt auf ungefähr 6,5 Prozent und damit das Niveau, das die griechischen Papiere unmittelbar vor der Zuspitzung der Finanzkrise im März erreicht hatten.

Sorgen bereitet den Marktteilnehmern, dass das Haushaltsdefizit in Portugal in der ersten Jahreshälfte gestiegen ist, während etwa Griechenland oder Spanien einen geringeren Fehlbetrag meldeten. Die portugiesische Regierung hat daher am Mittwoch weitere Einsparungen für das kommende Jahr angekündigt. So soll das Rentenniveau eingefroren werden, die Gehälter der Staatsbediensteten sollen um fünf Prozent sinken. Die Mehrwertsteuer soll von 21 auf 23 Prozent steigen und eine neue Finanzmarktsteuer eingeführt werden.

Allerdings steht der Regierung von Jose Socrates eine schwierige Abstimmung im Parlament bevor: Sie verfügt nicht über eine eigene Mehrheit und ist daher auf die Mithilfe der oppositionellen Sozialdemokraten angewiesen. Diese aber lehnen Steuererhöhungen ab und kündigten an, sich nicht auf eine Zustimmung zum Sparpaket festlegen zu lassen. Staatspräsident Anibal Cavaco Silva gelang es am Mittwoch nicht, zwischen den Parteien zu vermitteln. (rom/Reuters, derStandard.at, 30.9.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 38
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Peter_23
01
30.9.2010, 18:22
Toll

Und in Deutschland darf wegen den angeordneten sinkenden Arbeitslosenzahlen nun wieder kräftig gejubelt werden.

http://www.spiegel.de/wirtschaf... 09,00.html

Diese Krise ist also längst vorbei. Oder doch nicht?

Emanuel72
25
30.9.2010, 13:54
Oh Du lieber Augustin, alles ist hin!

Lange dauert es nicht mehr, und dieses korrupte globale Geldsystem bricht zusammen. Griechenland war erst der Anfang. Bedanken wir uns bei Bankenpaketen für Spekulationsverluste. Aber die Manager in den Banken machen weiter, als sei nichts geschehen. Bankkunden werden von Handelsschul-Tepperln am Schalter weiterhin mit kalter Arroganz - wie im NLP-Verkaufsseminar antrainiert - behandelt, obwohl der Steuerzahler den Banken in den Allerwertesten für nichts und wieder nichts die Milliarden geschoben hat.

So kann es nicht weiter gehen: unfähige Politiker, korrupte Banker, Spekulanten getarnt als Manager in Konzernen mit Nadelstreifanzügen nehmen in ihrer Gier auf keinen mehr Rücksicht. Ob Mensch und Umwelt sterben; das ist ihnen egal.

Kontra
10
30.9.2010, 18:18

wissens was, gründens eine Bank und machen's des besser, sie Besserwisser!

le concierge
12
30.9.2010, 14:56
blablabla

Jedes Mal bei derartigen Artikeln liest man dieselben Kommentare darunter: "dieses korrupte Geldsystem bricht bald zusammen, Griechenland war nur der Anfang, zur Revolution ist es nicht mehr weit, blablablablablabla...."

Als der Schutzschild von der EU verabschiedet wurde hieß es von Leuten wie Ihnen in diesem Forum, noch am Wochenende würde die Revolution stattfinden und in Deutschland würde man die D-Mark wieder einführen. Außerdem solle man noch schnell Gold kaufen, damit man sich in der Zeit "danach" noch Essen kaufen könne.

Ich warte.

Meerwelle
11
30.9.2010, 15:49

Da wird es noch viele, viele Postings dieser Art geben...
Mich fasziniert auch immer wieder, wie sehr die Leute davon überzeugt sind, Recht zu haben.
So als ob es gar keine Alternative zur jeweiligen Prophezeihung gäbe.
Ich bin jedesmal wieder bass erstaunt darüber...

Dalien
 
00
30.9.2010, 14:28
Nur die Todesstrafe für

Korruption, kann die Menschheit noch retten, andernfalls werden wir alle zu Sklaven!

Kontra
00
30.9.2010, 18:20

das würde zu einer Ausrottung großer Teile der Menschheit führen.

le concierge
01
30.9.2010, 15:08

Die T.desstrafe für Korruption wird Ihnen genau gar nichts helfen.

In Österreich oft gesehen:
Ein Politiker der langjährigen Regierungspartei X ist in einen Korruptionsskandal verwickelt und ganz Österreich ist außer sich. - Anstatt die Partei X danach komplett abzuwählen verliert die Partei bei der nächsten Wahl gerade mal 1% der Stimmen.

Eine T.desstrafe für Intelligenzmangel wäre viel effizienter, aber damit leeren Sie dieses Land.

Dalien
 
00
30.9.2010, 15:20
Und ob das helfen würde!

Denn diese Elemente fühlen sich dann plötzlich gar nicht mehr so hingezogen zur Macht.

Im Moment ist es genau umgekehrt: Die völlige Kontrollosigkeit zieht diese Maden an wie das Licht die Motten.

Politiker wettern über Solzialmißbrauch, dabei sind sie selber die allerärgsten faulpelzischen Abzocker des Staates!

le concierge
00
30.9.2010, 16:03

Stimmt schon, aber während sie die Todesstrafe dafür erst einführen müssten und nicht wissen, ob diese dann wirklich nur gerecht und unabhängig verhängt wird oder auch zur "Kaltstellung" von missliebigen Reformern verwendet werden, gibt es ein entsprechendes Kontrollmittel schon längst: nämlich Wahlen.

Die sollten nämlich dazu da sein, dass das Volk sich ansieht:
Hat die Regierung gut gearbeitet?
...
Ist die Regierung etwa korrupt?
Und dann die Regierung bestätigt, oder einer anderen Fraktion die Chance gibt.

Die Bereitschaft des Volkes, die Regierungsparteien wirklich abzuwählen würde den Druck auf diese stark erhöhen, und würde zu einer weit höheren Regierungsqualität hierzulande führen.
Spielts aber lustigerweise nicht.

Aladino
00
30.9.2010, 13:34
4 MIO. Arbeitslose

... die drücken auch auf die Tasche .... Wie lange ist das noch haltbar?

Johann Hunger1
00
30.9.2010, 13:27
Einfach zum Lachen! Wer hat sie verschuldet? Wer kauft groß in Europa ein?

Ja, die kleine usa, wo 50 000 000 BürgerInnen nicht wissen, was sie morgen essen sollten, nicht lustig.

der tron
 
00
30.9.2010, 13:10
Da hat...

...der Herr Barolo aber gerade noch mal in letzter Sekunde alles richtig gemacht, als er kürzlich den Finanzkrisen-Betatest für beendet erklärt, und sich artig und lieb bei allen für die gute Mitarbeit bedankt hat.

coldturkey
23
30.9.2010, 11:00

Ich setze hiermit Moody's und alle sonstigen Ratingagenturen von W....er auf A.....öcher herab.

MUNGO1
00
30.9.2010, 12:09
Nur selbst gefaelschte ratings haben einen Wert?!

Man sollte die Unterlagen fuer die Berechnung jedes neuen ratings anfordern und einfach nachrechnen!

Eigene R.-Agenturen braucht man nicht, nur neue tintenburgen wuerden geschaffen, aber ueberpruefen koennte men doch, man hat ja einen Rechnungshof, oder'

cannery row
00
30.9.2010, 10:57
verbieten..

bzw. ignorieren. die drucken sich ihr geld quasi selbst.

nukularteilchen
12
30.9.2010, 10:22

Gehts Amerika grade schlecht und muss wieder von hauseigenen Problemen Ablenken?

praxon
00
30.9.2010, 16:49

vor dem endgültigen crash der us startet der irankrieg. mein tipp anfang november. beginnend mit einer erneuten false flag aktion.

greenberetta
00
30.9.2010, 17:11

Nicht vor Mitte nächsten Jahres, wenn nicht gar erst 2012!

Mostbluzza
10
30.9.2010, 13:32
ich hätte grad mind. 5 neue

schlechte nachrichten aus den usa ...

welche zuerst?

hack in den sack
 
05
30.9.2010, 09:55
Was mich fasziniert, ein privates und auf Gewinn ausgerichtetes Büro kann über das Schicksal ganzer Staaten entscheiden.

Rated die Ratingargenturen

Kontra
00
30.9.2010, 18:21

Die Büros beurteilen Performance. Die Performance selbst ist ein Resultat nationaler Politik. Insofern entscheiden die Staaten selbst.

klausenpown
00
30.9.2010, 13:51

An den Finanzmärkten bzw. vor allem für Fonds sind die Ratings wichtige Investment Kriterien. Staaten nur mit AAA, Unternehmen nur mit Investment Grade etc. Das sind die Regeln, die man auch an seine Kunden verkauft.

Das Problem ist sicherlich, dass sich viele Staaten sehr stark von den internationalen Finanzmärkten abhängig gemacht haben (va. die südlichen Staaten in Europa) und günstig Geld bekommen haben, nur weil sie den Euro hatten.

Staaten wie Japan etwa haben eine höhere Verschuldung, diese haben sie aber primär im Inland, bei den eigenen Bürgern. Diese sind reagieren viel weniger sensibel auf Downgradings von Rating Agenturen.

Tobias P
00
30.9.2010, 14:36

Selbstverständlich Klaus.
Betrifft alles die anderen.

UNS doch nicht.
UNS reiche Ösis.
UNS reiche Deutsche.
UNS reiche Belgier...

UNSERE Politiker haben das ja ganz ganz anderes gemacht, sind unserem System entflohen & deswegen stehen WIR viel (viel viel) besser da.

Genau.

yomellamo
00
30.9.2010, 09:49
kann mir wer erklaeren,

warum diese Ratings so seltsame skalen verwenden?

S&P: AAA, AA+, AA, AA-, A+, A, A-, BBB+, BBB, BBB-, BB+, BB, BB-, B+, B, B-, CCC+, CCC, CCC-, CC, C, D. Moody's: Aaa, Aa1, Aa2, Aa3, A1, A2, A3, Baa1, Baa2, Baa3, Ba1, Ba2, Ba3, B1, B2, B3, Caa1, Caa2, Caa3, Ca, C.
A.M.: A++, A+, A, A-, B++, B+, B, B-, C++, C+, C, C-, D, E, F, and S.
CTRISKS: CT3A, CT2A, CT1A, CT3B, CT2B, CT1B, CT3C

... warum nicht einfach in prozent ausgedrueckt von 0 bis 100?

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