Forscher nach umfassender Studie ernüchtert: Hunderte von DNA-Varianten bestimmen die menschliche Körperhöhe
London - Nicht weniger als zweihundert Forschungslabors weltweit sind am sogenannten Giant-Konsortium beteiligt, das den Namen in erster Linie wegen der beeindruckenden Größe der Kooperation trägt. Das Akronym steht aber eigentlich für Genetic Investigation of Anthropomorphic Traits (also: genetische Untersuchungen menschlicher Merkmale), und das jüngste Ergebnis der Mega-Kooperation betrifft die Körpergröße.
Nach Auswertung der DNA-Daten von 180.000 Personen legen die Forscher nun im britischen Wissenschaftsjournal "Nature" (online) mittels einer sogenannten genomweiten Assoziationsstudien erste umfassende Erkenntnisse darüber vor, welche Gene die Körpergröße bestimmen. Und das sind ziemlich viele: Die Genetiker gehen von mehreren hundert Gen-Varianten an nicht weniger als 180 Stellen des Genoms aus.
Doch damit nicht genug: Diese hunderten Varianten können nur rund zehn Prozent der vererbten Körpergröße erklären. Entsprechen groß ist die Ernüchterung der Forscher: Komplexe Merkmale scheinen noch komplexer zu sein, als man bisher dachte. (tasch/DER STANDARD, Printausgabe, 30. 9. 2010)