Der ÖVP-Chef lobte bei einer Pressekonferenz seine Arbeit während der letzte zwei Jahre
Wien - Eine erwartungsgemäß positive Bilanz hat Vizekanzler Josef Pröll am Mittwoch über seine ersten zwei Jahre als ÖVP-Obmann gezogen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Generalsekretär Fritz Kaltenegger meinte Pröll, dass die ÖVP seither bei Wahlen "erfolgreich" gewesen sei, die Themen vorgegeben habe und zudem ein neues Team aufgestellt habe. Als einziges Manko nannte Pröll, dass er die Koordination mit den Ländern und den Bünden noch verbessern könne.
"Schwarz erfolgreicher als Rot"
Bei allen elf Wahlen seither sei "Schwarz erfolgreicher als Rot" gewesen, verwiesen Pröll und Kaltenegger darauf, dass die ÖVP weniger Stimmen verloren habe als die SPÖ bzw. bei fünf Wahlen sogar zugelegt habe während die SPÖ überall ein Minus verzeichnete. Auf Nachfrage gestand Pröll zu, dass er natürlich nicht zufrieden sei, wenn seine Partei Stimmen verliere. "Jedes verlorene Prozent ist eines zu viel." Aber das Prinzip, dass der zweite in einer Regierung keine Chance habe, habe die ÖVP durchbrochen.
kein "überschwänglicher Sieg" in der Steiermark
Bezüglich der Steiermark-Wahl gestand Pröll zu, dass es falsch wäre von einem "überschwänglichen Sieg" zu sprechen. Der letzte Sonntag sei auch eine "Enttäuschung" gewesen, weil die ÖVP so knapp dran gewesen sei. Es sei aber ein Erfolg, so nahe an den regierenden Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ) herangekommen zu sein. Man müsse die Geschichte der letzten fünf Jahre sehen, und da sei es Landesparteichef Hermann Schützenhöfer gelungen, die steirische ÖVP zu konsolidieren und gegenüber 2005 eine Aufholjagd hinzulegen.
Inhaltlich sei es der ÖVP gelungen, Themen vorzugeben, setzte Pröll seine positive Bilanz vor. Die ÖVP stehe für Wirtschaft und Arbeit und sei auch "die Partei der arbeitenden Menschen". Personell habe er in der Regierung, in der Partei und im Parlamentsklub ein "ausgewogenes und dynamisches Team" aufgestellt. Personell erneuert habe die ÖVP auch die Bünde, wobei Pröll Michael Spindelegger als ÖAAB-Obmann und Sebastian Kurz als JVP-Obmann als "zentrale Player" explizit nannte.
Defizite bei Koordination mit Ländern und Bünden
Auf die Frage ob Eigenlob nicht "stinkt", entgegnete der ÖVP-Obmann: "Wir loben uns nicht über den grünen Klee, sondern bilanzieren die letzten zwei Jahre." Auf Nachfrage gestand Pröll dann zumindest ein, dass es bei der Koordination mit den Ländern und Bünden Defizite gegeben habe. Dabei gehe es nicht um ein Straffen der Zügel, sondern um eine bessere Koordination und darum, auch die Partei in den Mittelpunkt zu stellen. (APA)