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Ein wurzelbehandelter Zahn ist von Bakterien befreit
Foto: Tobias Bräuning, www.pixelio.de
Eine anstehende Wurzelbehandlung löst immer Unbehagen aus - da tröstet auch die Aussicht auf relativ schnelle Schmerz-Betäubung per spitzer Spritze wenig. Eine leblose Zahnhülse im Mund ist keine attraktive Option, so scheint es.
"Der Volksmund bezeichnet einen wurzelbehandelten Zahn als "tot" und das klingt dramatisch", weiß Erwin Senoner, Präsident der Landeszahnärztekammer Salzburg. Er kennt die Ängste seiner Patienten, behandelt er doch schon seit rund 40 Jahren österreichische Zähne. Dabei kann ein wurzelbehandelter Zahn heute in seiner Funktion meist mühelos mit seinen gesunden Pendants mithalten. Tot im eigentlichen Sinne ist ein Teil des Zahns, nämlich der Zahnnerv (Pulpa, Anm.) nach der Wurzelbehandlung. Die Pulpa mit ihren Blutgefäßen und Nervenfasern hat normalerweise die Aufgabe den Zahn zu ernähren, das geschieht danach nicht mehr, weil der entstehende Leerraum mit Füllmaterial befüllt wird.
Die Wurzelbehandlung hat den Sinn die bloße Substanz eines Zahns zu erhalten. Heute ist das Verfahren so ausgereift, dass kaum ein Unterschied in der Haltbarkeit von Zähnen mit oder ohne Wurzelbehandlung existiert, so Senoner. Über die Wirkung von kranken Zähnen auf den restlichen Körper gibt es die unterschiedlichsten Theorien - Herz, Nieren und Gefäße sollen gleichzeitig mitleiden. "Die noch größere Gefahr geht aber von einem nicht-wurzelbehandelten Zahn mit Eiterherd aus, weil der Kieferknochen mit-infiziert sein kann", so Senoner.
Tiefe Löcher und Gewalteinwirkung
Typische Kandidaten für eine Wurzelbehandlung sind plombierte Zähne, denen Karies stark zugesetzt hat und die sehr tiefe Löcher hatten - sie können Jahre später anfangen zu schmerzen. Eine Zahnnerventzündung mit daran beteiligten Bakterien verursacht die beachtlichen Schmerzen, die sich klopfend und pochend bemerkbar machen. Ein Zahnnerv kann auch relativ unerkannt absterben, bildet sich im Inneren Eiter, muss ebenfalls eine Wurzelbehandlung her. Ein völlig gesunder Zahn kann sich hingegen nur aufgrund einer Gewalteinwirkung entzünden. "Es reicht, wenn man mit einen Löffel ungeschickt am Zahn ankommt", so der Mediziner.
Wurzelbehandlung mal zwei
War eine Wurzelbehandlung beim ersten Mal nicht erfolgreich, muss der Zahnarzt ein zweites Mal eingreifen. Das kann passieren, wenn auf den feinen Fiederungen auf der Wurzelspitze Bakterien überbleiben, weil sie nicht erreicht wurden. In Folge kann sich ein Eiterherd bilden. Der Ausweg ist eine Wurzelspitzenresektion, bei der die Wurzelspitze weggenommen wird.
Vom Gift zu den Antibiotika
Die früher verwendeten Arseneinlagen als Vorbereitung auf eine Wurzelbehandlung sind heute Geschichte. Macht der entzündete Zahnnerv trotz Spritze solche Schmerzen, dass eine Wurzelbehandlung in der ersten Sitzung nicht möglich ist, bekommt der Patient ungiftige "Nervtötungseinlagen". Die zweite Variante: antibiotische Einlagen, die keimtötend und entzündungshemmend wirken, damit der Nerv sauber wird und die Entzündung am Knochen zurückgeht. Erst danach kann wurzelbehandelt werden.
Mit der Zahnarztlupe ausfindig machen
Im Normalfall kann der Zahnarzt die feine Zahnwurzel mit Hilfe einer Vergrößerungsbrille erwischen. Schwieriger wird es bei älteren Menschen mit verengten Kanälen oder Zähnen mit mehr Kanälen als gewöhnlich - sie sind sehr dünn. Manche Ärzte bieten Wurzelbehandlungen mit Mikroskop an, das ist dann aufwändig und kostspielig. Eine Behandlung kann dann über 1.000 Euro kosten. "Ich habe noch nie einen Fall gehabt, wo ich das gebraucht hätte, will aber nicht bestreiten, dass es manchmal notwendig ist", so Senoner.
Tausende Wurzelbehandlungen
"30.000 Wurzelbehandlungen werde ich bis jetzt sicher gemacht haben", schätzt der Zahnarzt. Früher waren es pro Tag zwei bis drei, nun sind es deutlich weniger, weil sich die Zahngesundheit sehr verbessert hat. "Mit der besseren Mundhygiene ist gleichzeitig dank der enorm scharfen Einmalnadeln, deren Einstich Patienten meist gar nicht spüren, auch die Angst vor dem Zahnarzt Geschichte geworden", ist Senoner überzeugt. (mat, derStandard.at, 4.10.2010)
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Jeder der eine Wurzelbehandlung von einem Nicht-Endodontologen durchführen lässt sollte wissen dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass sich die nicht genau gefüllten Wurzelkanäle irgendwann entzünden.
Mein 16 wurde auch vom normalen Zahnarzt wurzelbehandelt, ohne Mikroskop. 2 Jahre später hatte ich dann die Bescherung. Entzündung an der Wurzelkanalspitze. 5 Zahnärzte, darunter 2 Kieferchirurgen verschrieben Antibiotika als wären es Zuckerl. WSR stand bevor. Zum Glück erfuhr ich rechtzeitig vom Endodontolgen. Am Röntgenbild erklärte er mir dann das mein Zahn völlig in Ordnung ist - bis auf die schlechte Wurzelbehandlung - und eine WSR absolut unangebracht sei. Aber von einer Revision wissen offenbar andere Zahnärzte nichts.
mir hat mal ein zahnarzt gesagt, dass man nachdem sich immer wieder eiterherde gebildet haben nur mehr eine WSR helfen würde. Aus meiner Erfahrung lohnt sich dann der Besuch eines Facharztes für Endodontie. Der hat meinen Zahn mit Mikroskop und einem sehr aufwendigen verfahren ohne WSR hinbekommen. ich würde jetzt bei so massiven wurzelproblemen gleich zu diesem facharzt gehen.
Übernimmt die Behandlung die Krankenkasse oder muss man dafür - wie leider bei uns bei Zahnproblemen üblich - selbst Geld in die Hand nehmen?
Und wenn man selbst zahlen muss: wie hoch sind denn ungefähr die Kosten, mit denen man rechnen muss?
ernsthaft, die Mutter von meinem Freund hatte immer sehr schlechte Zähne... weiches Zahnmaterial etc.
Hat sich alle Zähne auf einmal reißen lassen und ist jetzt glückliche Zahnprotesenträgerin.
...sie schaut jetzt aber nicht unbedingt aus, wie der Stefan Raab :-)
Auch, wenns bei der Angst vorm Zahnarzt nicht nur darum geht: Die neuen Spritzen sind wirklich ein Hit, nicht mehr die großen Kolben aus meiner Kindheit. Dachte letztens, er will sich nur mitm Spiegel a bisserl im Mund umschaun, und erst als die Wange taub wurde, bin ich draufgekommen, daß das schon die Spritze war. Ganz unproblematische Wurzelbehandlung, ich hab aber auch einen Super-Zahnarzt: Jung, freundlich, erklärt alles, und fesche Mädels hat er auch. :o)
meine Angst vorm Zahnarzt ist verschwunden, als ich mal vor Angst einen hinichen Zahn nicht reparieren hab lassen, und der Schmerz ausgerechnet im Urlaub so unerträglich wurde, dass ich den halben Urlaub unter Schmerzmittel vernebelt verbracht habe.
Der Zahnarzt war eine dermaßen große Erlösung, dass ich seit dem jedes halbe Jahr zur Kontrolle gehe- damit mir das nie, nie wieder passiert.
Leider war ich so doof, erst durch Schaden zu lernen.
Kleiner Tip: mit dem Zahnarzt einen Termin vorher nur zum Besprechen der Angst ausmachen. Wenn der- oder diejenige gut ist, wird bei diesem Termin sicher eine Strategie gefunden werden, wie man am besten dieser Angst beikommt.
Wenn der Zahnarzt auf die Angst nicht eingeht, dann ist es ohnehin besser, schnell das Weite zu suchen. Denn ein unsensibler Zahnarzt bedeutet oft auch nichts Gutes für die Zähne ...
Ich war aufgrund diverser "guter" Zahnarzterfahrungen auch total panisch: Schweißausbrüche, vom Scheitel bis zur Sohle verkrampft, Angst, überhaupt den Mund aufzumachen, Übelkeit schon im Vorzimmer, etc.
(Hingegangen bin ich dennoch immer wieder, weil ich dank schlechter erblicher Voraussetzungen gar nicht umhin kann bzw sonst alles nur noch schlimmer geworden wäre.)
Wenn man aber mit Zahnärzten redet, haben viele Verständnis und zeigen sich sehr hilfsbereit gegenüber den Patienten. Schließlich ist das für sie auch kein Spaß, wenn der Patient voll fertig und vor lauter Angst de facto unbehandelbar ist.
Ansonsten kenne ich sogar Zahnärzte die Angst haben, wenn sie selbst einmal am Sessel sitzen müssen ...
Leider treffen auf mich alle Ausnahmen zu: äußerlich gesunde, kariesfreie Zähne, deren Nerven sich entzünden oder gleich absterben, Entzündungen, die teils lange nach Zeit nach den Wurzelbehandlungen auftreten und jetzt steht mir trotz dem Versuch, einen eh schon wurzelbehandelten Zahn nochmal zu öffnen um ihn von der wieder aufgetretenen Entzündung zu befreien noch eine Wurzelspitzenresektion ins Haus. Obwohl meine wirklich sehr gute Zahnärztin alles tut, um so etwas zu vermeiden ... :-(
Wenn man mit den Zähnen die A-Karte gezogen hat, kann man sich echt bedanken. Schmerzen, Umstände und hohe Kosten sind unausweichlich.
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