Steve Ballmer: "Wir müssen der Zerstörer sein"

Zsolt Wilhelm, 29. September 2010, 11:59

Microsoft solle nach Windows Phone 7, IE9, Bing und Kinect "mutig bleiben"

Es sind bewegende Zeiten für Microsoft. Windows 7 verkauft sich blendend, Office 2010 und die Beta des Internet Explorer 9 sind gestartet und Ende Oktober folgt Windows Phone 7, das den Konzern zurück ins Mobilfunk-Rennen werfen soll. Gleichzeitig ist mit Bing Wachstum in der wiederbelebten Suchmaschinensparte zu verzeichnen und mit Kinect soll zum Weihnachtsgeschäft frischer Wind in das Spielkonsolengeschäft gebracht werden. "Es kommen großartige Sachen von uns", gibt sich Konzernchef Steve Ballmer im Interview mit der Seattle Times zuversichtlich. Nach dem Debakel rund um die gescheiterte Handyserie KIN im Frühling habe man vor allem eines gelernt: "Du musst mutig sein, nach vorne blicken und fokussiert bleiben. KIN war nichts davon", so Ballmer.

Google auf Korn nehmen

Insbesondere optimistisch gibt sich der Microsoft-Boss im Hinblick auf die Suchmaschine Bing. Hier habe man mit der Yahoo-Partnerschaft Rückenwind erhalten und könne Primus Google Paroli bieten. Als Underdog müsse man zwar vieles von der Konkurrenz abschauen, man könne gleichzeitig aber auch mehr experimentieren und sich damit differenzieren. Google habe es schwerer, weil man auf das Online-Anzeigengeschäft angewiesen sei und daher konservativer bei Neuerungen vorgehen müsse. Und sehe man sich den Mitbewerber an, habe sich die Arbeit laut Ballmer bereits bezahlt gemacht. "Sie beginnen damit auf unsere Entwicklungen zu schauen und uns zu kopieren", so Ballmer. "Imitation ist die ehrlichste Form des Kompliments."

Dennoch reiche es nicht, bestehende Bereiche zu erobern, um erfolgreich zu werden. "Es gibt Dinge, die wir tun müssen, die das Spiel auf den Kopf stellen - indem wir auf neue Geräte und neue Geschäftsmodelle setzen. Unser Job ist es, der Zerstörer im diesem Geschäft zu sein und wir werden hart daran arbeiten", gibt sich Ballmer zielstrebig.

Baustelle Handy, Tablet

Ähnlich zuversichtlich ertönt auch der Blick auf den Marktstart von Windows Phone 7. Allerdings hält sich Ballmer bei der Frage, wie man denn im Umfeld von Android, Blackberry, iPhone und Co. Geld verdienen möchte, noch bedeckt. Wie man daran verdiene, sei auf "lange Sicht interessant". Jetzt ginge es darum, dass die Konsumenten die neuen Handys haben wollen. "Wenn wir Wirbel darum machen und den Hype ins Rollen bringen, werden wir auch in der Lage sein, etwas Geld damit zu verdienen."

Beim jungen Geschäft mit Tablets will Ballmer nicht mehr als einen kleinen Ausblick geben. Windows 7 würde man auf Tablets sehen, wenn es soweit sei. Manche Geräte kämen noch vor Weihnachten in den Handel, der große Schub erfolge 2011.

Das Große Geld in der Wolke

Die größten Profitchancen rechne sich Microsoft beim "Cloud Computing" aus. "Es ist die größte vor uns liegende Profitmöglichkeit. Über das Web könne man Kunden zahlreiche neue Angebote liefern, die äußerst vielversprechend seien. Gleichzeitig müsse der Konzern die "Wolke" ins Visier nehmen, um die Marktanteile gegen Mitbewerber wie Oracle und IBM auszubauen, mit denen man jetzt bereits im Unternehmensbereich konkurriere. 

Ballmers Baby

Mit der Aussicht auf Erfolg und wachsenden Umsätzen denke Ballmer auch noch nicht über eine mögliche Ablöse nach. Microsoft sei "sein Baby" und er wolle sicher gehen, dass es in sehr guter Verfassung sei.

Und um abschließend bei privateren Angelegenheiten zu bleiben, bestätigte Ballmer auch noch, dass er ein fleißiger Facebooker sei. Er wolle zwar nicht verraten, welche der 11 oder so Steve Ballmer-Profile das echte sei. Doch, "ich bin jeden Tag auf Facebook". Neuigkeiten zur bestehenden Zusammenarbeit mit dem sozialen Netzwerk verriet er nicht. (zw)

Der WebStandard auf Facebook

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Posting 1 bis 25 von 86
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heipa
 
22
30.9.2010, 14:27

so reagiert einer, der mit dem Rücken zur Wand steht. Lange sehen sich das die Aktionäre nicht mehr an. Seine Zeit ist vorbei!!

Pimpi
32
30.9.2010, 11:06
Steve Ballmer:

ein Irrer?

Die Wahrheit gepachtet
13
30.9.2010, 11:12
nein: einfach nur genial

Pimpi
21
30.9.2010, 11:13
"Wir müssen der Zerstörer sein"

gell?

Dingeldangel
03
30.9.2010, 14:05

Wie du dir vielleicht vorstellen kannst, hat Ballmer das Interview auf Englisch gegeben. Da steht also eine Übersetzung dazwischen - und die ist in diesem Fall (absichtlich oder unabsichtlich) falsch.

schokojunkie
00
2.10.2010, 18:04

Na wenn er gewollt hätte, dass es bei uns wie gewünscht rüberkommt, dann hätte er es halt auch auf Deutsch geben müssen ;-)

orlando
 
00
30.9.2010, 10:16
Große Töne...

...jedoch: bspw. eine Textverarbeitung, die für mehr als kurze Briefchen vernünftig anwendbar ist - das wäre ein wirklicher 'Angriffspunkt', der nun schon seit Dekaden nicht in Angriff genommen wurde.

Gerda Soros
01
30.9.2010, 13:56

Nun ja. Mit Microsoft Word werden jährlich mit Sicherheit Dutzende von Millionen von Dissertationen geschrieben, Dutzende Millionen Bücher mit mehreren Hundert Seiten ... alles kein Problem..

Oder arbeitest du noch mit der ersten Version von Word?

schokojunkie
00
2.10.2010, 18:05

Wenn Sie mal Word mit LaTeX vergleichen, dann werden Sie verstehen, was orlando meint. Ich weiß, die beiden kann man in Wirklichkeit nicht vergleichen, denn eines der beiden ist halt nur zum Brieferlschreiben.

Gerda Soros
00
2.10.2010, 19:29

Nochmals ... vielleicht 2% der Bücher werden mit LATEX geschrieben, der Großteil des Rests mit Word. Und da sagen Sie allen Ernstes, dass man mit Word nur Brieferl schreiben kann?

Für mich klingt das eher so, als ob Sie die Funktionen von Word nicht beherrschen...

Mathias
 
00
4.10.2010, 15:01
Im Grunde total egal mit welchem Programm das Buch geschrieben wird...

... spätestens in der Druckerei wird das Dokument auf das richtige Format konvertiert ;-)

Ein Mann, den die Frauen nicht wollen
00
30.9.2010, 09:39
Ballmer

Lieber Web Standard. Ich würde mir gerne einmal eine Ballmer Bilder Galerie hier wünschen. Man kann von ihm halten was man will, die Bilder bzw. die Mimiken/Gestiken sind einfach großartig und haben mittlerweile Kultcharakter! ;-)

Matt Canalegrande
135
30.9.2010, 08:05
altes Denken

Die Weltsicht, immer nur Konkurrenten zu sehen, die man verdrängen / in die Schranken weisen / zerstören / unterbrechen / uswusw müsse, hat ausgedient.
Man erfindet Dinge, weil sie praktisch und gut sind. Man muss deswegen den anderen nicht vernichten oder ihn schlecht reden.
Unerträglich ist nur, wenn jemand, der den Markt beherrscht, dies schamlos ausnützen kann / darf, nur weils halt möglich ist.

Erich_1
00
30.9.2010, 10:14

Die Naivität stirbt zuletzt

Theodor Holzklopf
21
30.9.2010, 09:48

mit so einer kampflustigen Einstellung werden wir den Ballmer bald einmal verlieren

Beve Stallmer
06
30.9.2010, 09:43
Ganz im Gegenteil

Genau dieses Denken ist in einem Globalisierungs-Wirtschaftssystem, dass wir haben, mehr den je ausgeprägter den je. Übernahmen und Verrdängungswettbewerb sind an der Tagesordnung.

MartinS27
028
29.9.2010, 20:03

ich habe jetzt das original-interview gelesen, und das zitat "Wir müssen der Zerstörer sein" kommt nicht vor.
Ballmer sagt "That's our job to be the disrupter in this business" - disuptor heisst ja wohl kaum zerstörer.
und davor erklärt Ballmer, dass er Apple und Google als Kokurrenten schätzt, dass sie gute Mitbewerber sind, und er redet von der Dynamik des Geschäftsfeldes. in diesem Kontext ist das "disrupter"-Zitat zu sehen, und nicht so unsympathisch wie es der Standard hier macht.

Matthias1
00
30.9.2010, 18:35

falls es ihnen noch nicht aufgefallen ist: Scheinbar dürfte der Standard seit einiger Zeit für Anti-Microsoft-Beiträge bezahlt werden, denn nur so kann man sich die andauernd negativen Themen über MS erklären (auch wenn diese teilweise vom Standard nur "erfunden" werden, siehe den Beitrag über WP7 und der neuen Werbung dazu)

her wig
02
30.9.2010, 09:38

lat. dis -rumpere: zum Erliegen bringen, stören

von da: http://de.wikipedia.org/wiki/Endo... isruptoren

Kann man natürlich interpretieren wie man will. Wenn man z.B. ein besseres Produkt anbietet und somit den Absatz des Mitbewerbers stört oder gar zum Erliegen bringt, dann ist das ja völlig ok und im Rahmen eines fairen Wettbewerbs.

Dingeldangel
312
29.9.2010, 21:47

Wie ich weiter unten schon geschrieben habe, ist ein "disruptor" eine Energie-Waffe aus StarWars und Star Trek.

Ballmer will MS mit seiner enormen Kraft also als eine Art "Energiebombe" in dieser Branche sehen - keine Rede von "Zerstörer", das ist bewußte Verleumdung der iphoneverliebten, auflagengeilen Journaille.

Martin Wildam
10
30.9.2010, 13:40
Waffe zum Zerstören

Naja, eine Waffe ist ja zum Zerstören da, oder?
BTW: Eine Weile her habe ich in einem Podcast von einer Studie einer sehr anerkannten Universität gehört, wo sich herausgestellt hat, daß diese alten Ansätze von Verdrängen und Konkurrenz eigentlich ausdienen sollten und durch die Suche nach Kooperationen und win-win-Situationen ersetzt werden. - Aber wie es halt so ist, alte Regeln halten sich manchmal noch lange nachdem schon längst das Gegenteil bewiesen wurde.

Flaschenpost
32
29.9.2010, 19:47
Warum...

muss ich immer an Monty Python´s Hell Grannies denken wenn ich diesen Steve Ballmer sehe ?

01052004
00
30.9.2010, 11:28
sorry,

so cool ist der nicht...zudem fehlen ihm stock, hütchen und stützstrümpfe...

Fred der Prophet
04
30.9.2010, 08:24
keine ahnung.

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