Microsoft solle nach Windows Phone 7, IE9, Bing und Kinect "mutig bleiben"
Es sind bewegende Zeiten für Microsoft. Windows 7 verkauft sich blendend, Office 2010 und die Beta des Internet Explorer 9 sind gestartet und Ende Oktober folgt Windows Phone 7, das den Konzern zurück ins Mobilfunk-Rennen werfen soll. Gleichzeitig ist mit Bing Wachstum in der wiederbelebten Suchmaschinensparte zu verzeichnen und mit Kinect soll zum Weihnachtsgeschäft frischer Wind in das Spielkonsolengeschäft gebracht werden. "Es kommen großartige Sachen von uns", gibt sich Konzernchef Steve Ballmer im Interview mit der Seattle Times zuversichtlich. Nach dem Debakel rund um die gescheiterte Handyserie KIN im Frühling habe man vor allem eines gelernt: "Du musst mutig sein, nach vorne blicken und fokussiert bleiben. KIN war nichts davon", so Ballmer.
Google auf Korn nehmen
Insbesondere optimistisch gibt sich der Microsoft-Boss im Hinblick auf die Suchmaschine Bing. Hier habe man mit der Yahoo-Partnerschaft Rückenwind erhalten und könne Primus Google Paroli bieten. Als Underdog müsse man zwar vieles von der Konkurrenz abschauen, man könne gleichzeitig aber auch mehr experimentieren und sich damit differenzieren. Google habe es schwerer, weil man auf das Online-Anzeigengeschäft angewiesen sei und daher konservativer bei Neuerungen vorgehen müsse. Und sehe man sich den Mitbewerber an, habe sich die Arbeit laut Ballmer bereits bezahlt gemacht. "Sie beginnen damit auf unsere Entwicklungen zu schauen und uns zu kopieren", so Ballmer. "Imitation ist die ehrlichste Form des Kompliments."
Dennoch reiche es nicht, bestehende Bereiche zu erobern, um erfolgreich zu werden. "Es gibt Dinge, die wir tun müssen, die das Spiel auf den Kopf stellen - indem wir auf neue Geräte und neue Geschäftsmodelle setzen. Unser Job ist es, der Zerstörer im diesem Geschäft zu sein und wir werden hart daran arbeiten", gibt sich Ballmer zielstrebig.
Baustelle Handy, Tablet
Ähnlich zuversichtlich ertönt auch der Blick auf den Marktstart von Windows Phone 7. Allerdings hält sich Ballmer bei der Frage, wie man denn im Umfeld von Android, Blackberry, iPhone und Co. Geld verdienen möchte, noch bedeckt. Wie man daran verdiene, sei auf "lange Sicht interessant". Jetzt ginge es darum, dass die Konsumenten die neuen Handys haben wollen. "Wenn wir Wirbel darum machen und den Hype ins Rollen bringen, werden wir auch in der Lage sein, etwas Geld damit zu verdienen."
Beim jungen Geschäft mit Tablets will Ballmer nicht mehr als einen kleinen Ausblick geben. Windows 7 würde man auf Tablets sehen, wenn es soweit sei. Manche Geräte kämen noch vor Weihnachten in den Handel, der große Schub erfolge 2011.
Das Große Geld in der Wolke
Die größten Profitchancen rechne sich Microsoft beim "Cloud Computing" aus. "Es ist die größte vor uns liegende Profitmöglichkeit. Über das Web könne man Kunden zahlreiche neue Angebote liefern, die äußerst vielversprechend seien. Gleichzeitig müsse der Konzern die "Wolke" ins Visier nehmen, um die Marktanteile gegen Mitbewerber wie Oracle und IBM auszubauen, mit denen man jetzt bereits im Unternehmensbereich konkurriere.
Ballmers Baby
Mit der Aussicht auf Erfolg und wachsenden Umsätzen denke Ballmer auch noch nicht über eine mögliche Ablöse nach. Microsoft sei "sein Baby" und er wolle sicher gehen, dass es in sehr guter Verfassung sei.
Und um abschließend bei privateren Angelegenheiten zu bleiben, bestätigte Ballmer auch noch, dass er ein fleißiger Facebooker sei. Er wolle zwar nicht verraten, welche der 11 oder so Steve Ballmer-Profile das echte sei. Doch, "ich bin jeden Tag auf Facebook". Neuigkeiten zur bestehenden Zusammenarbeit mit dem sozialen Netzwerk verriet er nicht. (zw)
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