Israelische Regierung distanziert sich umgehend von Aussagen ihres Außenministers vor der UN-Vollversammlung
New York/Jerusalem - Der Abschluss eines Friedensabkommens zwischen
Israel und den Palästinensern könnte nach den Worten von Außenminister Avigdor
Lieberman noch "mehrere Jahrzehnte" auf sich warten lassen. "Wir müssen uns auf
ein langfristiges vorläufiges Abkommen konzentrieren und das könnte mehrere
Jahrzehnte dauern", sagte Lieberman am Dienstag vor der UN-Vollversammlung in
New York. Vorher müssten die "wahren Wurzeln des Konflikts" angegangen werden,
fügte er hinzu und nannte insbesondere die "iranische Frage". Israel sieht im
Iran wegen dessen Atomprogramm eine Gefahr für seine nationale Sicherheit.
Die israelische Regierung distanzierte sich umgehend von der Rede Liebermans
und insbesondere auch von der Erwähnung eines "vorläufigen Abkommens". Der
Inhalt der Rede sei nicht mit dem Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu
abgesprochen worden, hieß es in einer Erklärung. Die
Nahost-Friedensverhandlungen würden von Netanyahu und am Verhandlungstisch
geführt "und nicht anderswo". (APA)