Auf 432 Millionen Euro

Österreichs EU-Nettobeitrag gestiegen

28. September 2010, 13:33

EU-Kommissar Lewandowski will Nettozahler stärker entlasten - Polen erstmals größter Nettoempfänger

Brüssel - Österreichs Nettobeitrag an die EU ist im vergangenen Jahr gestiegen. Wie aus dem am Dienstag von EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski vorgelegten Bericht zum EU-Budget 2009 hervorgeht, betrug der "operative Haushaltssaldo" von Zahlungen an Brüssel und Rückflüssen nach Österreich 431,5 Millionen Euro nach 341,4 Millionen Euro im Jahr 2008.

Die EU-Kommission rechnet aus Gründen der Darstellung bei der Aufstellung der "operativen Haushaltssalden" die Verwaltungskosten heraus, die vor allem in Belgien und Luxemburg hoch sind. Außerdem werden die von den EU-Staaten erhobenen Zolleinnahmen für das EU-Budget den Ländern nicht angerechnet. Die nationalen Beiträge werden dann so angepasst, dass sie den aufgeteilten EU-Gesamtausgaben entsprechen. Der von der EU-Kommission angegebene "operative Haushaltssaldo" entspricht daher nicht den tatsächlich geleisteten Zahlungen.

Laut dem EU-Bericht leistete Österreich 2009 - ohne Zolleinnahmen - einen nationalen Bruttobeitrag von 2,159 Milliarden Euro ans EU-Budget, dem standen Rückflüsse in Höhe von 1,8166 Milliarden Euro entgegen. Demnach erhöhte sich der von Österreich tatsächlich geleistete Nettobeitrag auf 342,4 Millionen Euro gegenüber 215,5 Millionen Euro im Jahr 2008.

2009 wurde noch eine weitere Änderung in der Statistik berücksichtigt: Die reduzierten Mehrwertsteuerabgaben, die Schweden, die Niederlande, Deutschland und Österreich ins EU-Budget abführen sowie Pauschalentschädigungen für die Niederlande und Schweden wurden rückwirkend auf die vergangenen drei Jahre angerechnet - dem Zeitpunkt, zu dem die Änderungen planmäßig in Kraft hätten treten sollen.

Rückflüsse

Die größten Rückflüsse verzeichnete Österreich 2009 aus dem EU-Agrarbudget (1,3 Milliarden Euro), gefolgt von Regionalhilfen (241 Millionen Euro) und anderen Infrastruktur- und Forschungsausgaben (211 Millionen Euro).

Wie aus der Aufstellung der EU-Kommission weiter hervorgeht, bleibt Deutschland mit einem Nettobeitrag von 8,1 Milliarden Euro "Zahlmeister" der Europäischen Union. Deutlich hinter Deutschland liegen Frankreich (4,7 Milliarden Euro) und Italien (4,1 Milliarden Euro). Größter Nettoempfänger ist Polen mit 6,5 Milliarden Euro, das Griechenland mit 3,3 Milliarden auf den zweiten Platz der größten Bezieher verdrängte. Bezogen auf die jeweilige nationale Wirtschaftsleistung sind Litauen und Estland die größten Profiteure aus dem EU-Haushalt und Belgien der größte Nettozahler.

Größter Empfänger von EU-Agrarhilfen war 2009 Frankreich mit 9,7 Milliarden Euro, bei Regionalhilfen erhielt Polen mit 6,1 Milliarden Euro den Löwenanteil. Bezogen auf die Wirtschaftsleistung schöpfte Litauen die höchsten Strukturhilfen und Agrarsubventionen aus dem EU-Budget ab.

Der aus Polen stammende EU-Kommissar Lewandowski mahnte in Hinblick auf die bevorstehenden Verhandlungen über den nächsten EU-Finanzrahmen nach 2013 eine deutlichere Entlastung von Nettozahlern ein. "Wir können es uns in der Zukunft nicht leisten, dass sich die Nettopositionen von den Niederlanden, Deutschland, Schweden und anderen Nettozahlern weiter verschlechtern", sagte er. "Die Fortsetzung des gegenwärtigen Trends kann große Verlierer hervorbringen und Probleme für ein neues Abkommen bereiten." (APA)

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Posting 1 bis 25 von 57
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Dreistein
 
00
11.10.2010, 15:23
Wie so Vieles in der EU sind diese Beitragszahlungen an die EU reine behördliche Geldvernichtungen.

Warum muss man zuerst etwas einzahlen, damit man einen Teil davon vielleicht wieder zurückkriegt, nachdem darum angesucht werden musste und letztendlich nach einem bürokratischem Hürdernlauf die Brüsseler Eurokratie gnädigerweise ihre Genehmigung dazu erteilt hat.

jassl11
11
29.9.2010, 08:33

deutschland zahlt pro nase doppelt so viel wie österreich

natoll
16
29.9.2010, 08:13

was wirklich witzig ist, ist dass sich diejenigen die für einen sozialstaat österreich sind ala "die reichen sollen zahlen", das ganze auf einmal völlig anders sehen wenn österreich für andere zahlt.

scheinheilige doppelmoral.

angehender Medientechniker
 
00
29.9.2010, 07:39

Griechenland und Spanien sind Empfänger, aber Italien nicht? Irgendwas will ich da nicht ganz verstehen.

diamant
01
29.9.2010, 09:46
Vielleicht weil der Norden Italiens zu den reichsten und produktivsten Regionen Europas zaehlt?

Der Sueden dagegen ist sicher ein 'Netto-Empfaenger'....

rudi ratlos3
00
29.9.2010, 07:36
EU Zahlungen

komisch dass man da von unserem de....en lopatschka nichts hört.

Der vierte Lemming von links hinten
00
29.9.2010, 07:29
Ich kann mich nicht erinnern,

dass unsere Regierung irgendwo, irgendwann diese nicht unwesentliche Erhöhung bekannt gegeben hätte.
Es wurde zwar über eine Erhöhung gesprochen, aber 90 Mio Euro mehr?
Diese Summe steht in keinem Verhältnis wenn man bedenkt, dass den Uni´s nach langem Streik nur 30 Mio zuerkannt wurden.

EN ISO 9000
 
02
29.9.2010, 00:12
Österreichs EU-Nettobeitrag ist wesentlich höher.

Sämtliche so genannte Rückflüsse müssen von Österreich zu 50 % kofinanziert werden.

Das heißt, Österreich bzw. die unnötigen Bundesländer erfinden die schwachsinnigsten Projekte, nur um EU-Förderungen in Anspruch nehmen zu können.

Millionen werden für den hundertsten Radweg oder die tausendste Studie über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit aus den Fenster geworfen, nur um Rückflüsse zu generieren. NÖ erklärt gar reiche Speckgürtelgemeinden rund um Wien zu armen Fördergebieten, um unter dem Titel Strukturförderung Unternehmen hohe Subventionen auszahlen zu können.

EU Strukturförderung ist Geldverschwendung.

Der RH sollte die Rückflüsse und Kofinanzierung durch Ö. auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüfen.

Anchel Kingsman
00
29.9.2010, 12:00

netto beitrag= fliesst ins ausland
ko-finanzierung= bleibt im inland.

st. foerderungen in Oe (ohne co-fin) die hoechsten in Europa.

nino808
10
29.9.2010, 08:21

danke!

Legia
23
28.9.2010, 23:02

Dänemark ist viel kleiner und zahlt fast doppelt so viel. Österreichs Wirstchaft profitiert ja im allgemeinen von der EU.
Freier Warenhandel, Betriebe expandieren etc... Ohne EU hätten wir auch keinen komfortablen Standort welcher Fremdfirmen anlockt, welche ja bekanntlich Arbeitsplätze schaffen. Sobald aber die allgeimeine österreichische Bevölkerung erfährt das sie für diese EU auch einen gewissen Beitrag zahlen muss, bricht sofort Unmut auf. Wir zahlen nicht nur für die EU Steuern!!!

hed
00
29.9.2010, 11:33
trotzdem ist es ein wenig absurd

geld in eu-töpfe einzuzahlen, um dann über langwierige bewilligungsverfahren (stichwort bürokratiekosten) einen teil davon wieder zurückzuholen.

und profitieren von der eu tut ja nicht nur österreich, sondern auch alle anderen mitgliedsstaaten. somit geht das argument ein wenig ins leere.

Curd Hombre
22
28.9.2010, 22:05
Naja - wir sollten schon auf runde Summen kommen:

machen wir halt 450 Mio EUR draus - oder wegen meiner 500 Mio EUR - dann weiß ich wenigstens wofür ich jeden tag von 4.30 uhr bis 18.30 Uhr außer haus zur Arbeit bin!

Franz Waschbär
10
28.9.2010, 20:58
kein problem

ich habe als österreicher prinzipiell kein problem damit ein nettozahler zu sein. die EU soll von mir aus auch eine sozialtransfer-union werden. ABER
der return-of-investment ist wegen der noch "schlimmeren" demographie-pyramide im süden und vor allem im osten aller voraussicht nach negativ.
dieses (wirtsschaftliche) argument ist berechtigt, da die EU von anfang an eine rein wirtschaftliche ausrichtung hatte. wenn ich mit als einzelner eu-staatsbürger also ebenfalls anmaße wirtschaftlich zu denken, muss ich leider die transfers als stranded investment bezeichnen.

DirtyHarry
23
28.9.2010, 20:54

wahnsinn
griechenland bekommt sowieso schon soviel geld von der eu

und da haben faymann und pröll auch noch zusätzliche haftung für griechenland übernommen

leaping frog
01
29.9.2010, 12:57
schenken, haften & borgen

zu komplizierte begriffe für normal-poster.

o_lok
22
28.9.2010, 19:39

eignet sich natürl wunderbar zum EU-Bashing. denn kaum jemand redet darüber, wie viel über Umwegrentabilität wieder reinkommt, weil es statistisch nun mal fast unmögl zu erfassen ist. gab ja vor einiger Zeit eine Statistik, wie viele Zehntausende Arbeitslose mehr es in Ö ohne EU gäbe.

unabhängig davon: glaubt jemand wirkl, das Große Ö könnte auf dem Weltmarkt gg USA, China, Indien, EU (ohne Ö), etc mithalten?

da hessebenk © SchORF
14
28.9.2010, 21:00
Quatsch!

Nur weil mein anderer Meinung ist, muß man nicht gleich Bashing betreiben!

Ihrer Logik zur Folge, sollten wir besser noch ein Vielfaches unseres aktuellen Nettobetrages den Brüsseler bzw. Europäischen Bürokraten in den Hintern schieben - es kommt ja sodann doppelt und dreifach über die Umwegrentabilität zurück.

Ich finde diesen Standpunkt nur einfältig!

Traumpass - Spieler
21
29.9.2010, 09:52

du hast die richtige und passende überschrift für dein posting gewählt. "totaler quatsch" würds auch treffen.

es geht gar nicht um (berechtigte) kritik, sondern um blödsinnige anti-eu propaganda, die unsachlich und unwahr ist. und wwenn dann irgendein clown soe wie du mit den pöhsen "brüsseler bürokraten" daherkommt, dann erkennt man an diesem ganz deutlich das kronezeitung niveau.

Curd Hombre
14
28.9.2010, 22:06
Genau - wie beim (T)€-Fighter:

der hat ja wegend er Komensation auch nix gekostet!

das die Kompensation nur beim Grafen Ali MP gelandet ist, hat ja niemand egsagt! ;-)

Fipo1
22
28.9.2010, 18:30
Danke !

Danke liebe EU, danke auch an die SPÖVP !

Atoar
32
28.9.2010, 17:22

unterm Strich holen wir durch die Wirtschaft immer noch mehr rein...

Lemure
 
28
28.9.2010, 18:15
Wer "wir"?

Die oberen 10000, die Gewinnmaximierer, die Globalisierer, aber sicher nicht KMB und untere Einkommen, bei denen man ja so gut einsparen kann, weil sie ja die Mehrheit sind.

Traumpass - Spieler
11
29.9.2010, 09:53

typischer quatsch einen völlig uninformierten. aber ich weiss warum du dich nicht informierst: dadurch würdest du merken dass deine lächerliche meinung unsinn ist.

diamant
34
28.9.2010, 17:04
Der Beitrag Oesterreichs ist eigentlich sehr niedrig!

Der Bevoelkerung und dem Wohlstandniveau nach muesste unser Beitrag eher bei dem Schwedens angesiedelt sein!
Warum dieser grosse Unterschied?

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