Zweifel an Bankenrettung

Ratingagenturen stürzen Irland tiefer in die Krise

28. September 2010, 13:02

S&P warnt vor einer Verteuerung der Bankenrettung, die Risikoaufschläge für irische Staatsanleihen sind auf Rekordhoch

Dublin - Angesichts der horrenden Kosten für die Rettung des irischen Bankensystems wachsen die Zweifel an der Zahlungsfähigkeit des hoch verschuldeten Landes. Die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) warnte am Dienstag, falls die Regierung mehr als die veranschlagten 35 Mrd. Euro in die marode Anglo Irish Bank pumpen müsse, drohe Irland eine weitere Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit. Die Agentur Fitch stellte ebenfalls fest, die derzeitige Bonitätsnote könne erneut in Gefahr geraten. Investoren verlangten deshalb für den Kauf irischer Staatsanleihen die höchsten Gefahrenzulagen seit Einführung des Euro.

Die irische Regierung muss die Investoren überzeugen, dass sie das Bankensystem stützen und gleichzeitig das höchste Staatsdefizit in der Europäischen Union in den Griff bekommen kann. Die Zweifel daran haben jedoch zuletzt stark zugenommen, weil die Konjunktur an Kraft verliert und zudem eine politische Krise droht. Deshalb waren zuletzt an den Märkten sogar Spekulationen aufgekommen, Irland müsse auf internationale Hilfe aus dem Euro-Rettungsschirm und vom Internationalen Währungsfonds (IWF) zurückgreifen. Dies wurde jedoch von allen Beteiligten zurückgewiesen.

Mittlerweile kaufen Anleger zehnjährige irische Anleihen nur noch, wenn die Rendite dabei gut 4,5 Prozentpunkte höher ist als bei deutschen Titeln. Auch die Risikoaufschläge für andere Problemländer wie Portugal nahmen deutlich zu. Wenn die Furcht der Anleger nicht abnimmt, wird sich die Schuldenkrise erneut verschärfen, weil Irland dann immer höhere Zinsen für seine Schulden zahlen müsste.

Zweifel an Bankenrettung

Erst am Montag hatte die Ratingagentur Moody's Zweifel daran geäußert, ob das Land für alle Verpflichtungen der Anglo Irish Bank einstehen kann. Moody's stufte deshalb die Schuldtitel des verstaatlichten Instituts scharf herunter. Die irische Regierung bekräftigte am Dienstag jedoch ihren Beistand für das Institut.

Die Zweifel an der Kreditwürdigkeit konnte sie jedoch nicht zerstreuen. "Ich kann nicht so tun, als ob das derzeitige Rating völlig sicher ist", sagte Fitch-Analyst Chris Pryce. "Dies bedeutet jedoch nicht, dass eine Herabstufung unmittelbar bevorsteht oder unvermeidbar ist." Er forderte die Regierung auf, ihre Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen, wenn sie wie erwartet in dieser Woche Details zur Rettung der Anglo Irish vorlegt. Gefahren für Irlands Kreditwürdigkeit drohten jedoch auch, weil die Mehrheit der Regierung im Parlament wackele und zudem der im Dezember fällige Haushalt für das kommende Jahr die richtigen Signale setzen müsse.

Die Regierung in Dublin will spätestens Anfang Oktober mitteilen, wie sie die geplante Stilllegung der Anglo Irish organisieren und finanzieren will. Bereits die dafür bisher vorgesehenen 25 Mrd. Euro treiben Irlands Haushaltsdefizit in diesem Jahr auf etwa 25 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung. Standard & Poor's schätzt, dass sich die Rechnung insgesamt auf 35 Mrd. Euro belaufen wird. (APA/Reuters)

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Posting 1 bis 25 von 54
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agarthianer
00
29.9.2010, 00:49
Paragraph 278a
 
00
28.9.2010, 22:34
Kurze frage:

nach welchen Kriterien bzw. wie nimmt eine Ratingargentur die einstufung eines Landes vor?

also dann ...
02
28.9.2010, 21:06
welch ein kasperl-theater : zuerst wurden jeder dreck... mit aaa (ja -a...a...a) bewertet,

und nun ist es eben anders ...

das solch ein völlig korruptes system nicht mehr lange hält, weiss jeder.
soziale unruhen sind e r w ü n s c h t,
weil sonst keine änderung im politsumpf kommt !

DirtyHarry
01
28.9.2010, 20:52

Änderungsvorschlag betreffend Titel:

Staatsverschuldung stürzt Irland tiefer in die Krise

Debian
08
28.9.2010, 18:10
Volksverdummung

So wird man also von den Medien und der gesamten Expertenschar veräppelt. War nicht Irland über Jahre hinweg das Musterland der EU, der keltische Tiger. Fast alle Journalisten, Politiker und Ananlysten haben uns das immer vorgebetet. Und grade diese Ländern fallen der Reihe nach. An die gesamten EU Basher, eines ist sicher, die USA sind weit schlimmer dran, nur haben die den Vorteil, dass der Dollar noch die Leitwährung ist. Sehr wichtige US-Bundessaaten sind fast pleite. Kalifornien, Florida, Georgia usw. Aber der Euro-Raum ist nur ein Nebenkriegsschauplatz. Der Währungskrieg wird zwischen China und den USA ausgetragen, wann ist noch nicht klar, aber er wird kommen.

leiser
04
28.9.2010, 18:27

der währungskrieg findet bereits längstens statt.
der marode dollarraum hat versucht die krise auf den euro überzuwälzen (mittels goldman sachs, ratingagenuren auf griechenland, spanien, portugal) und war dabei erfolglos, auch dank der hilfe chinas.

RS69
 
04
28.9.2010, 18:39

Gar nicht so erfolglos - Dank Hilfe der Europäer. ;-)

RS69
 
01
28.9.2010, 18:16

Ist ja nicht unerwartet, oder?

Zwei Ursachen:

Gerade in Wachstumsländer wird viel investiert - fremdes Kapital. Wenn das bei der Krise abgezogen wird, kommt's umso härter.

Und natürlich auch deshalb, weil alle Strukturen auf starkes Wachstum ausgelegt waren und jetzt zusammengestutzt werden.

Gold und Silber kaufen
 
15
28.9.2010, 17:27
Natürlich geht man jetzt wieder auf die Ratingagenturen los....

Zur Klarstellung: Ich halte die Agenturen für Schwachsinn. Wer Anleihen kaufen will, sollte sich gefälligst selbst ein Bild von der Bonität des Schuldners machen, anstatt auf diese Manipulations-Agenturen der US-Hochfinanz zu hören.

Tatsache ist aber, dass Europa heillos überschuldet ist. Der Euro wird bald Geschichte sein. DAS ist es, was uns beschäftigen sollte, nicht diese hirnamputierten Ratingagenturen.

Dalien
 
04
28.9.2010, 17:06
Es wurden die "gerettet"

die für die Krise verantwortlich zeichnen.

Wir zahlen für die Rettung der Verantwortlichen UND müssen die Krisen-Folgen und Folge-Krisen tragen!

Der Grund: Korruption!

Die Korruption hat global gesehen apokalyptische Ausmaße angenommen.
Wir können davon ausgehen das rund 80% ALLER Politiker schwerstens korrupt sind...und die wenigen die es nicht sind werden dazu gezwungen!

caspar balthasar melchior
10
28.9.2010, 15:57
wer ratet ratingagenturen?

mirko burijan
00
28.9.2010, 15:10
ratingagenturen in der krise ...

das wär einmal eine nette meldung.

leichen schmaus
 
00
28.9.2010, 16:37
Stimmt irgendwie,...

...die hätten Irland schon länger herunterstufen sollen, aber wahrscheinlich haben die noch die Urlaube vergangener Jahre konsumieren müssen...

Howard Roark1
 
00
28.9.2010, 15:32
Keine Bange: Sind sie schon!

durazell
22
28.9.2010, 14:37
Schön zu sehen, wie nachhaltig der vielgerühmte Aufschwung Irlands zu sein scheint.

Monty B.
23
28.9.2010, 14:29
nix da! die krise is vorbei! oder?

Miklaus Röchlinger
15
28.9.2010, 14:28

haben die Ratingagenturen mit ihren unseriösen Einschätzungen nicht maßgeblich zum Entstehen der Wirtschafts- und Finanzkrise beigetragen?

Wer glaubt denen denn eigentlich noch?

RS69
 
00
28.9.2010, 18:17

wieso unseriös?

Howard Roark1
 
00
28.9.2010, 15:32
Offenbar die Märkte?

who´s.next
00
28.9.2010, 15:34

Nicht die Märkte, sondern die Analysten.

Howard Roark1
 
00
28.9.2010, 15:44
Nein, doch die Märkte!

Es sind die Märkte, die für irische CDS mehr verlangen. Natürlich werden die Händler von Analysen beeinflußt; aber das beweist nur, daß sie den Agenturen in ihrem Kerngeschäft weiterhin vertrauen, trotz der Irrfahrt bei RMBS.

Natürlich ist das jetzt ein Argument mehr für eine Europäische Ratingagentur; aber bitte schön eine die ECHT unabhängig ist und nicht die semi-offiziöse Variante, die jetzt diskutiert wird; die könnte sich dem Verdacht der Willfahrigkeit kaum entziehen.

HM2
01
28.9.2010, 13:23
Wurde uns Irland bis vor kurzem nicht als Musterland vorgehalten?

RS69
 
00
28.9.2010, 18:17

Das passt doch zusammen.

Walter Bimini
63
28.9.2010, 14:23
wenn sie die liste der bisherigen eudssr vorzeigeländer im geiste durchgehen,

werden sie sehen, daß das immer ein sehr schlechtes zeichen ist. auch die länder das baltikums waren einst musterknaben und jetzt sind sie pleite. dasselbe gilt auch für ungarn. und von polen hört man in der letzten zeit auch nur mehr sehr wenig. was sehr verdächtig ist. denn zuerst ist ein land musterland, dann hört man nichts mehr darüber und zuletzt kommt es an den tag, daß es leider pleite ist und gerettet werden muß.

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