Voves liebäugelt mit FPÖ

27. September 2010 18:47
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    Foto: apa/hochmuth

    SP-Chef Voves könnte bei der Wahl zum Landeshauptmann auf die Blauen angewiesen sein.

Außerhalb der Steiermark herrscht Verunsicherung bis Entsetzen über eine mögliche rot-blaue Koalition

Macht Franz Voves eine Koalition mit der FPÖ? Lässt sich der steirische SP-Chef tatsächlich von Gerhard Kurzmann, der selbst in der FPÖ als Rechtsaußen gilt, zum Landeshauptmann machen? Das ist die entscheidende Frage, die nicht nur die steirische Politik beherrscht, sondern auch massive Auswirkungen auf die Bundespolitik und auf die Koalitionsregierung in Wien haben könnte.

Im Grunde sind derzeit nur zwei Varianten denkbar: Die SPÖ kommt wieder mit der ÖVP zusammen, und deren Chef Hermann Schützenhöfer macht Voves zähneknirschend zum Landeshauptmann. Oder Voves lässt sich auf die FPÖ ein.

Frage der Glaubwürdigkeit

In der SPÖ löst die Vorstellung einer Kooperation mit der FPÖ oder auch nur einer Annäherung, blankes Entsetzen aus. In Wien ficht Bürgermeister Michael Häupl gerade sein Duell mit Heinz-Christian Strache aus - in tiefer Feindschaft und ehrlicher Abneigung. Die Distanz zur FPÖ, auf die ein Teil des Wahlkampfes ausgerichtet ist, würde allerdings dramatisch an Glaubwürdigkeit verlieren, wenn anderswo plötzlich ein rot-blauer Pakt geschmiedet würde.

Auch Bundeskanzler und SPÖ-Chef Werner Faymann baut auf die Ablehnung der FPÖ. Faymanns Credo lautet bereits seit dem Wahlkampf im Jahr 2008, dass eine Zusammenarbeit mit der FPÖ nicht möglich und abzulehnen sei. Diese Distanzierung würde in ihrer Glaubwürdigkeit allerdings radikal untergraben werden, wenn Voves jetzt in der Steiermark mit den Freiheitlichen eine Zusammenarbeit paktieren würde. Faymann verwies am Montag noch einmal darauf, dass es in der Steiermark nun einmal das Proporzsystem gibt und Voves daher mit allen reden müsse. Es sei aber klar, dass er selbst nie eine rot-blaue Koalition abschließen würde, betonte Faymann. Er werde dem steirischen Landeshauptmann aber auch keine Ratschläge über die Medien erteilen.

Dass Voves einem rot-blauen Projekt gegenüber nicht ganz abgeneigt ist, hat er schon mehrmals durchblicken lassen. Auch am Wahlabend am Sonntag wies Voves darauf hin, dass es in der Steiermark nicht um Koalitionen gehe, sondern um eine Zusammenarbeit in der Regierung, die in der Steiermark nach dem Proporzsystem per Verfassung quasi vorgeschrieben sei.

Voves braucht allerdings eine Mehrheit im Landtag, die ihn zum Landeshauptmann wählt. Dazu müsste er eine Vereinbarung treffen - mit der ÖVP oder eben doch mit der FPÖ. Zu letzterer Variante sagte Voves noch am Sonntagabend: "Diese Frage wird sich stellen."

Mit der Wahl in der Steiermark ist die FPÖ nunmehr in fünf Landesregierungen vertreten. In Kärnten stellen - seit der Rückkehr des Großteils des BZÖ zur FPÖ - die Blauen den Landeshauptmann. In Niederösterreich, Oberösterreich, der Steiermark und in Wien steht ihnen jeweils ein Landesrat nach dem Proporzsystem zu. In Wien ist dieser allerdings "nicht amtsführend", hat also kein Ressort.

Voves' Kollegen in den anderen Ländern sind extrem skeptisch, auch wenn sie sich mit Ratschlägen zurückhalten. Salzburgs Landeshauptfrau Gabi Burgstaller und der oberösterreichische SP-Chef Josef Ackerl appellierten beide an die ÖVP, sich in der Steiermark einer Zusammenarbeit nicht zu entziehen. Deutlich wurde nur Wiens Bürgermeister Michael Häupl: "Jeder, der glaubt, mit einer FPÖ, die das Minarettspiel veröffentlicht hat, einen gemeinsamen Nenner zu finden, dem kann ich nicht helfen."

Zerrüttetes Verhältnis

Voves hatte vor der Wahl mehrfach angedeutet, dass er eigentlich nicht mehr mit Schützenhöfer kann und will. Die Landeschefs von SPÖ und ÖVP haben zueinander ein Verhältnis, das man getrost als zerrüttet bezeichnen kann. Schützenhöfer hat am Sonntag allerdings ein Wahlergebnis eingefahren, das einen Wechsel an der Spitze der steirischen Volkspartei unwahrscheinlich macht. Der Verlust betrug zwar 1,5 Prozentpunkte, der Abstand zur SPÖ hat sich aber verkleinert. Schützenhöfer selbst erklärte am Montag, er sei zu einer Zusammenarbeit mit der SPÖ auch weiterhin bereit.

Der mächtige steirische Industriesektor drängt die ÖVP zu einer neuerlichen Koalition. Der Präsident der Industriellenvereinigung Jochen Pildner-Steinburg im Gespräch mit dem Standard: "Wir brauchen dringender denn je eine Regierung auf einer breiten Basis. Ich hoffe, dass die Parteien über ihre Schatten springen und endlich zur Vernunft kommen. Eine rot-blaue Koalition wäre alles andere als optimal." Die ÖVP völlig von der Möglichkeit einer politischen Gestaltung auszuschließen wäre "ganz schlecht", sagte Pildner-Steinburg. Der IV-Chef will auch nicht ausschließen, das eine personelle Veränderung in der ÖVP die klimatischen Bedingungen verändern könnte. (Walter Müller, Michael Völker, DER STANDARD, Printausgabe, 28.9.2010)

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LT81
27.09.2010 20:03
ned künstlich aufregen...

es ist doch noch garnichts geschehen. ich bin auch nicht für eine beteiligung der fpö, aber wenn wir uns ehrlich sind kann sich voves garnichts anderes erlauben.

er muss pokern, die spö hat durch das ausschließen der fpö schon zuviele verhandlungen gegen die övp verloren, die hält sich diese option immer offen. recht hat er, so schauts nun mal aus.

Poster sucht Posterin um nie mehr posten zu muessen
27.09.2010 19:59
Ich behaupte : Es wird wieder RotSchwarz ohne Schuetzi

Die OeVP muss ja auch an die naechste Wahl denken . RotBlau waere ja in jeder Hinsicht absurd . Auch wegen Voves persoenlichem Umfeld

Manchester05
27.09.2010 19:58
Länder sind nutzlos !

Machen wir diesem Spuk ein Ende und schaffen wir diese korrupten, bürokratischen Geldvernichtungsmaschinen. Landesregierungen dienen nur den nutzlosen, faulen Beamten die sonst nirgends gebraucht werden. Für deren Leistung würde die Grundsicherung auch reichen.
Alles hochbezahlte Arbeitslose !!!

Chairman of the Bored
 
27.09.2010 19:48
Glaub ich nicht.

So blöd ist nicht einmal der Softsozialdemokrat Voves.

eric south
27.09.2010 19:45
ist das die antifaschistische sozialdemokratie?

willy wuff
27.09.2010 19:38

böse zungen würden jetzt behaupten, dass solche gerüchte auch bewußt eingesetzt werden könnten (es gilt die khgusv), um auf die wienwahl einfluss zu nehmen!
könnte mir gut auch gut vorstellen, dass dadurch einige rotwähler empört bis entsetzt wären und dann erst recht nicht wählen gehen oder was auch immer in der wahlkabine anstellen.

Maximinianus
27.09.2010 19:48

Auf der anderen Seite gibt es Häupl die Gelegenheit auch innerparteilich konsequent gegen eine Koalition mit der FPÖ aufzutreten und zu profilieren...

IchundIch1
27.09.2010 19:43
Die SPÖ hat es nicht anders verdient

die SPÖ hat damit alle liberal, urban denkenden Wähler vor den Kopf gestoßen.

Der Knecht
27.09.2010 19:51
richtig, aber

seien wir uns mal ganz ehrlich. rot wie schwarz schielen zu braun. das ist die eigentliche tragödie!

willy wuff
27.09.2010 19:50

kennen sie den spruch: schauen ist erlaubt, gegessen wird zuhause!!
solang es beim liebäugeln bleibt, was ich sehr hoffe, kann der voves hinschauen wohin er will.

Lord Lurch
27.09.2010 19:47
"gestoßen"

Sie schreiben in der Vergangenheit. Hat die SPÖ denn schon mit der FPÖ koaliert? Eh nicht? Warum behaupten Sie dann die Unwahrheit?

shangl
27.09.2010 19:51
die spö...

...hat bereits mit der fpö koaliert...aber nein, bei dieser wahl bis jetzt noch nicht, stimmt

flux.
27.09.2010 19:37
kaffeesudleserei!

IchundIch1
27.09.2010 19:40
Allein das Voves und die SPÖ darüber nachdenkt

ist ein Schande, da dadurch im öffentlich Licht die FPÖ als regierungstauglich eingestuft wird.

donnydarko
 
27.09.2010 19:49

Hmm eventuell würde für Sie die superrote Variante in Frage kommen.

THC rein, HC raus
27.09.2010 19:35
Leute...

verschwendets nicht eure Stimmen an die SPÖ!!!
Wenns ums regieren geht ist denen ALLES recht, wie manns ja wieder mal sieht

erasmus magnifico
27.09.2010 19:50

Jede der beiden Volksparteien hält sich seit Jahrzehnten die die Türe zu den Nazis offen, egal ob Kreisky oder Schüssel. Dieser Mangel an Prinzipientreue und Charakter macht SPÖ und ÖVP auch so unglaubwürdig. Niemand steht mehr für eine Überzeugung oder in Programm, alles was kommuniziert wird ist "ich will an die Macht" oder "ich will an der Macht bleiben". Prostitution ist in Österreich legal, aber auch nicht sehr angesehen.

Lord Lurch
27.09.2010 19:42
Was sehen Sie wieder?

Die Realität, in der koalitionsmäßig noch absolut nix passiert ist - oder das was der Standard schreibt? Falls Zweiteres zutrifft, lästern Sie bitte Sie in Zukunft nie über Krone-Leser, die alles glauben, was in der Zeitung steht.

THC rein, HC raus
27.09.2010 20:11
Die Glaubwürdigkeit dieser Partei!

Das ganze Jahr schaut der Häupl grantig drein, auf den Plakaten brauchts auch schon Photo-Shop um ihn zum grinsen zu bringen, undseine Vergangenheit lässt ja wohl auch zu wünschen übrig...::Als Mittelschüler war Michael Häupl – ebenso wie sein jüngerer Bruder – Mitglied der national-freiheitlichen, schlagenden Schülerverbindung (pennalen Burschenschaft) „Jungmannschaft Rugia zu Krems“.Quelle:Wikipedia

SOWAS ABER AUCH!
27.09.2010 19:42
Sah man ja bei Tschüssel, war offensichtlich ein blendender Lehrer!

angehender Medientechniker
 
27.09.2010 19:35

Wenn da tatsächlich Bewegungen in diese Richtung unternommen werden, dann kann ich mir eigtl. nur vorstellen, dass das dazu dient den Schwarzen zu zeigen "Wir könn(t)en auch ohne euch".

IchundIch1
27.09.2010 19:34
FPÖ flüchet vor Alexander van der Bellen

http://gruene.blog2.at/2010/09/2... um=twitter

Voves sollte sich von Van der Bellen was abschauen.

Lord Lurch
27.09.2010 19:24
"Ob sich Voves das wirklich antun wird, ist fraglich."

Also schreibt Walter Müller in seinem Kommentar. In diesem seinem Artikel - gemeinsam mit Michael Völker - heißt es aber dass "Voves mit der FPÖ liebäugelt". Was denn nun? Wärs nicht ehrlicher zu schreiben: "Wie alle anderen wissen wir auch noch nicht, was jetzt passiert."?

cafevanilla
27.09.2010 19:23
Quelle für "Voves liebäugelt mit FPÖ"?

Ist das der Rückschluss vom Standard, weil er gesagt hat, dass sich diese Frage stellen wird, oder gibt's eine andere Aussage aus der sich schließen ließe, dass Voves mit der FPÖ wirklich liebäugelt und nicht nur zähneknirschend zur Kenntnis nimmt, dass er mit denen auch verhandeln wird müssen - möglicherweise?

Die Überschrift ist eine Auftragsarbeit der Wiener Grünen - und zwar ziemlich unverblümt. Hoffentlich zahlen die Wiener Grünen dem Standard nichts für den Artikel, dann wär's frech.

Leo N.
27.09.2010 19:19
Nichts für ungut, Freunde.

Aber Titel samt Inhalt dieser Story sind nichts anderes als der Versuch, eine theoretische Option zur Bedrohung hochzujazzen. Kein guter Journalismus, sowas.

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