Mashaal fordert von Abbas Abbruch der Verhandlungen

27. September 2010, 15:35

Hamas sieht palästinensische Führung in "absurder" Position und wünscht Versöhnung mit Fatah

Damaskus - Hamas-Führer Khaled Mashaal hat an den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas appelliert, die Verhandlungen mit Israel unverzüglich abzubrechen. Abbas müsse sein Versprechen einhalten, keine "Gespräche mit dem Feind" zu führen, "wenn dieser die Kolonisierung (des Westjordanlandes) fortsetzt", betonte der Hamas-Politbürochef am Montag vor Mitgliedern der Konsultativversammlung der Arabischen Liga in Damaskus. In einer derart geschwächten Position zu verhandeln, wäre "absurd", sagte Mashaal. Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu sei definitiv nicht der "Mann für einen Frieden in der Region", fügte er hinzu.

Die Hamas ist nach den Worten von Mashaal auf dem Weg zu einer Versöhnung mit der Fatah von Abbas. Einer umfassenden Einigung stünden nur noch kleinere Streitpunkte im Weg, sagte der Hamas-Exilführer. Von beiden Seiten würden "ernsthafte und effektive Schritte" zur Versöhnung unternommen. Für Anfang Oktober sei ein weiteres Treffen in Kairo geplant.

Absolute Mehrheit im Jahr 2006

Die palästinensischen Parlamentswahlen vom Jänner 2006 hatte die Hamas mit absoluter Mehrheit gewonnen. Im Juni 2007 wurde die Fatah nach einem blutigen Machtkampf aus dem Gazastreifen verdrängt. Abbas löste damals die Hamas-geführte Einheitsregierung unter Ismail Haniyeh auf und setzte in Ramallah ein Notstandskabinett unter Salam Fayyad ein. Die Hamas hat erklärt, sie sei bereit, mit der Fatah über "alle Optionen" zu verhandeln, "die nicht unseren nationalen Interessen und den Rechten unseres Volkes zuwiderlaufen". Die Forderung nach Anerkennung der "zionistischen Entität" könne aber nicht Gesprächsgegenstand sein.

Die Hamas lehnt das Programm der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) ab, weil darin Israel anerkannt wird. Die von der Fatah gelenkte PLO wird von der Staatengemeinschaft als legitime Vertretung des palästinensischen Volkes anerkannt und ist völkerrechtlich der Vertragspartner Israels.

Die marxistische Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) ist unterdessen aus der PLO ausgetreten. Die PFLP wurde von dem verstorbenen Arzt Georges Habash gegründet. Ihr Führer Abu Ali Mustafa (eigentlich Mustafa Sibri) wurde 2001 im Gaza-Streifen von der israelischen Armee "gezielt getötet".

Ein einflussreicher Abbas-Mitarbeiter hat am Montag erneut mit dem Abbruch der Friedensgespräche mit Israel gedroht, sollte der Siedlungsbau im Westjordanland fortgesetzt werden. Neue Bauarbeiten würden "zum Zusammenbruch der Verhandlungen und zum Zusammenbruch des politischen Prozesses" führen, sagte Ex-Minister Yasser Abed Rabbo im israelischen Rundfunk. (APA/dapd)

Horhej Castilio
00
28.9.2010, 14:55
Mavi Marmara und die gezielte Tötung...

Wo kann ich es sonst Posten ?

http://alles-schallundrauch.blogspot.com/2010/09/u... urden.html

erlich
20
27.9.2010, 18:38
... mr. khaled mashal ...

... weiss hoffentlich noch - wer ihm am 25.9.1997 in amman das leben gerettet hat?! mir scheint, so übermäßig dankbar hat er sich seither nicht verhalten!?

Tower Hill
01
28.9.2010, 06:16
lol

Netanjahu hat eher seinen Agenten das Leben gerettet. Die wären sonst wegen Mordes hingerichtet worden.

manfred maier
26
27.9.2010, 16:19
wie soll abbas die scheinverhandlungen abbrechne können?

...nachdem die wahl der palästinenser auf eine art "gelöst" wurde, welche frappant an die rechtfertigung des putsches in chile durch den mutmasslichen kriegsverbrecher kissinger erinnert.
der befand, "die USA könnten die wahl des unverantwortlichen volkes nicht akzeptieren".....
also, der einzige rückhalt, die einzige legitimation des wahlverlierers abbas ist die unterstützung seiner "verhandlungspartner".....
nicht spuren hiesse wohl zum terroristen mutieren oder immerhin durch einen willigen scheinverhandler ersetzt zu werden.
da so oder so kein ergebnis vorgesehen ist, welcher den landraub israels auch nur ansatzweise rückgängig machen würde ist auch - egal was dieser abbas "verhandelt" - für die mehrheit der palästinenser inakzeptabel.

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