Westbahnchef im Interview

"In vielen Ländern ist Bahnfahren sehr sexy"

Regina Bruckner, 28. September 2010, 08:57
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    Stefan Wehinger: "In vielen Ländern - zum Beispiel in Frankreich - ist Zug fahren sexy"

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    foto: spirit design

    Spirit Design entwickelte die Innen- und Außengestaltung der neuen - unverkennbaren - Westbahn-Züge.

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    Wehinger, als er noch im Dienste der ÖBB stand, die er heute nicht kommentieren will.

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    Uns so schauen die "spanischen Kühe" aus.

Stefan Wehinger über spanische Kühe, was die neue Westbahn von Billigairlines und die Mitarbeiter am Westbahnhof abschauen

Ab Dezember 2011 werden die ersten privaten klassenlosen Züge unter dem Namen "Westbahn" im Stundentakt zwischen Wien und Salzburg fahren. Mit Ex-ÖBB-Personenverkehrsvorstand Stefan Wehinger als "Lokführer". Die ÖBB wird von Wehinger nicht kommentiert. Kein Wort will er zu seinem ehemaligen Arbeitgeber sagen. Was sein Projekt, die neue Westbahn (betrieben von der Rail Holding mit Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner im Hintergrund) von den ÖBB unterscheiden wird, wieso die Zugbegleiter keine Zugbegleiter sind, was ihre Aufgabe ist, was man von den Low-Cost-Airlines abschaut und was das Zug fahren mit der Westbahn kostet, erzählt er im Interview mit Regina Bruckner.

***

derStandard.at: Noch rund 440 Tage bis zum Start der Westbahn. Die ÖBB bauen Personal ab. Sie haben wohl keine Probleme, Mitarbeiter zu bekommen?

Stefan Wehinger: Wir haben seit es uns gibt - also 16. Oktober 2008 - sehr viele Bewerbungen bekommen, sowohl aus dem Bahn- als auch aus dem Busbereich. Nein, Personalsorgen haben wir keine.

derStandard.at: Sie wollen ja mit vergleichsweise wenig Personal auskommen. Halb so viel wie die ÖBB, Ihr ehemaliger Arbeitgeber.

Wehinger: Bei uns werden wenige Mitarbeiter im Büro sitzen, aber sehr viele am Zug sein, also überall dort, wo es Kundenkontakt gibt. An einem Zug sind sieben Leute von uns, bei einem vergleichbaren ÖBB-Zug sind es drei Leute. Insgesamt werden bei uns 250 Mitarbeiter beschäftigt sein.

derStandard.at: Bei den ÖBB gibt es wiederkehrende Diskussionen um "überbezahltes" Personal. Werden Ihre Mitarbeiter halb so viel verdienen wie jene bei den Bundesbahnen?

Wehinger: Die ÖBB zahlen nicht besser als der Markt. Sie haben nur sehr viele Mitarbeiter, die in einem bestimmten Schema sind und dadurch fortschreitend höhere Gehälter bekommen. Die ÖBB zahlen bei Einsteigern in den Markt sehr schlecht. Es ist kein Spaß, heute Lokführer zu werden. Absolut nicht.

derStandard.at: Die Anforderungen an Ihre zukünftigen Mitarbeiter unterscheiden sich einigermaßen von jenen bei den Bundesbahnen. Die Zugbegleiter sollen eher Allrounder sein.

Wehinger: Bei uns sind das Kundenbegleiter, weil diese Mitarbeiter ja den Kunden begleiten und nicht den Zug. Zuständig sind sie für alles. Der Mitarbeiter beginnt seinen Dienst damit, dass er den Zug in Ordnung bringt, grob reinigt, WC kontrolliert, Klopapier und Seife nachfüllt. Einfach alles, sodass man gerne einsteigt.

derStandard.at: Werde ich sofort merken, dass ich nicht in einem Zug der ÖBB, sondern mit Ihnen mitfahre?

Wehinger: Der Kundenbegleiter empfängt Sie gleich an der Tür. Sagt: "Das ist Ihr Wagen, Sie haben ja reserviert. Ich komme sofort zu Ihnen." Das passiert an jeder Station. Das ist unser Trick und vermittelt eher das japanische Gefühl. Schon am Eingang weiß man, wo man hingehört. Es gibt auch keine Automaten. Wenn die Leute sitzen, kommt der Kundenbegleiter und verkauft dort die Fahrkarte - ohne Aufschlag. Am Ziel, in Salzburg, wird wieder der Zug gereinigt, Klopapier und Flaschen nachgefüllt. Wenn die nächsten Fahrgäste kommen, ist der Waggon schon wieder in Top-Zustand.

derStandard.at: Das klingt wie das Modell der Low-Cost-Airlines.

Wehinger: Absolut. Eigentlich orientieren wir uns sehr stark an der ursprünglichen Lauda Air, die das meiner Meinung nach richtig gemacht hatten. Dass das wirtschaftlich anders ausgegangen ist, hatte ganz andere Gründe. Die Mitarbeiter zu den Kunden bringen, und nicht umgekehrt, ist die Devise.

derStandard.at: Stichwort Lauda Air: Man hat Sie nach Ihrem Rücktritt bei Niki, bei LaudaMotion oder auch bei KTM verortet. Eigentlich alles recht sexy Marken. Werden Sie aus der Westbahn auch eine sexy Marke machen?

Wehinger: In vielen Ländern ist Bahnfahren sehr sexy und eine ganz aufregende Industrie. Es ist nur bei uns aufgrund des Rufes der ÖBB nicht so aufregend. In Deutschland, in der Schweiz und in Frankreich sind das ganz tolle Industrien. Da sind Milliarden an Investitionen dahinter. Was die Luftfahrt vor zwanzig Jahren war, wird die Bahn jetzt erst werden. Leider noch nicht bei uns.

derStandard.at: Sie wollen mit sieben Doppelstock-Triebwagenzügen mit je 500 Sitzplätzen unterwegs sein. Sie werden aber nicht schneller sein als die ÖBB?

Wehinger: Nein. Ab 2013 fahren wir in zweieinhalb Stunden nach Salzburg. Das ist eine Zeit, die Sie mit einem Auto nicht auf legalem Weg erreichen. Und ob Sie zwei oder zweieinhalb Stunden fahren, spielt nicht so eine große Rolle wie die Frage, wie Sie sich in der Zeit fühlen, was Sie geboten bekommen und was es kostet.

derStandard.at: Ich sehe hier schon den Prototyp eines Sitzes mit Steckdose. Ist das eines der Dinge, die ich geboten bekomme?

Wehinger: Jeder Sitz, also ausnahmslos jeder Kunde im ganzen Zug, hat eine eigene Steckdose.

derStandard.at: Sie haben bereits die Kosten als wichtiges Argument für den Bahnkunden angesprochen. Haben Sie sich die Tarife schon ausgedacht?

Wehinger: Wir fahren zum Halbpreis der zweiten Klasse der ÖBB. Viel tiefer kann es nicht gehen. Der Vorteilskartenpreis der ÖBB ist also unser Hauspreis.

derStandard.at: Dafür muss ich wahrscheinlich auf Gastronomie verzichten.

Wehinger: Keineswegs. Wir haben ein Restaurant pro Wagen, wenn auch ein kleines. Das heißt, Sie müssen nicht durch den gesamten Zug wandern, um dorthin zu kommen. Auch das wird von den Mitarbeitern mitbetreut. Das ist sein Kaffee und sein Wagen und sein Zuhause sozusagen.

derStandard.at: Haben Sie schon Uniformen und den Rest vom Corporate Design entworfen?

Wehinger: Alles fertig. Aber das halten wir geheim bis zuletzt.

derStandard.at: Haben Sie schon einen fertigen Zug?

Wehinger: Im März bekommen wir den ersten fix fertigen Zug. Das ist ein brandneues Modell. Die Außenhülle ist vorgegeben - die SBB (Anm. Schweizer Bundesbahnen) fährt mit den gleichen Zügen. Der Rest ist wie Wohnung einrichten; wir haben eigene Designer, die das für uns machen. Unsere Sitze gibt es zum Beispiel in ganz Europa nicht. Die sind speziell für uns gemacht, sie sind verstellbar, aus Leder - spanische Kühe - mit abgesetzten Nähten. Wir wollen aber keinen Luxus bieten, sondern unauffällig gut sein.

derStandard.at: Mit Investitionen von 120 bis 125 Millionen Euro will die Rail Holding AG nach fünf Jahren operativ positiv fahren. Womit verdient man in diesem Business das Geld?

Wehinger: Mit den Fahrkarten, womit sonst?

derStandard.at: Wir haben ja über die Billig-Airlines gesprochen. Könnte ja sein, dass ich bei Ihnen dann als Kunde so wie dort für alle möglichen Services zahlen muss, etwa wenn ich fünf Koffer mit auf Reisen nehme.

Wehinger: Das gibt es bei uns nicht. Es gibt einen Hauspreis und fertig. Wir haben ein ganz einfaches Tarifsystem. Alle unsere Preise passen auf eine Internet-Seite und können auf einen Blick eingesehen werden. Sie können jedes Ticket umtauschen, stornieren, das ist alles 100 Prozent transparent.

derStandard.at: Sie wollen ja auch expandieren. Gibt es Interesse an der einen oder anderen Nebenbahn, die die ÖBB auslaufen lässt?

Wehinger: Nein. Da bräuchte man bei den meisten Nebenbahnen hohe Investitionen um überhaupt fahren zu können. Der Unterschied zwischen Österreich und der Schweiz ist: In der Schweiz wurden die Nebenbahnen - also die Gleise - immer erhalten. Bei uns wurde keine Entscheidung getroffen, und man hat die Nebenbahnen langsam hinsiechen lassen. Jetzt ist es zu spät. Was andere Expansionspläne betrifft, die wir haben, wollen wir nicht zu früh die Klappe aufreißen. Zuerst müssen wir beweisen, dass die Westbahn funktioniert.

derStandard.at: Wir sind ja hier (Anm.: Das "Westbahnbüro" ist in der Wiener Mariahilfer Straße angesiedelt) nicht weit weg vom Bahnhof. Lassen Sie sich durch einen Baustellenbesuch gelegentlich inspirieren für Ihre neue Bahn?

Wehinger: Jede Woche. Mit jedem neuen Mitarbeiter machen wir einmal eine Führung am Westbahnhof. Wir schauen uns die Baustelle an und die ÖBB-Züge, wie sie dastehen, ob sie schmutzig sind, ob der Bahnsteig schmutzig ist, wie die ÖBBler ausschauen, wenn sie ankommen. Wir schauen uns ankommende Reisezüge an. Da fällt auf, dass als erster der Schaffner aussteigt und dann erst die Passagiere. Das wird es bei uns nicht geben. (rb, derStandard.at, 28.9.2010)

Wissen: Die WESTbahn Management GmbH ist eine 100- Prozent- Tochter der Rail-Holding. An dieser sind Stefan Wehinger und Hans-Peter Haselsteiner zu je 35, ein Schweizer Investor zu 30 Prozent beteiligt.

STEFAN WEHINGER geb. 1966 in Ludesch, Vorarlberg. Dipl. Ing der technischen Physik, Dr. rer. nat der Naturwissenschaften. Vor der WESTbahn war er Vorstand der Montafonerbahn AG und anschließend Vorstand der ÖBB Personenverkehr AG.

Link: WESTbahn

Kommentar posten
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phorus
00
25.2.2011, 20:28

noch als ÖBB-manager hat wehinger die millionenteure studie "Was muss ein Mitbewerber der ÖBB machen, um besonders erfolgreich zu sein?" in auftrag gegeben. kurz darauf war er bei der westbahn beteiligt. schlau!

schlau war auch haselsteiner, der erst die zuschläge für millionenschwere bahnbauprojekte bekam, und somit von den öbb die aufbereitung seiner eigenen späteren bahnstrecke auch noch bezahlt bekam.

die lohn- und arbeitsbedingungen bei dieser westbahn ag wird man sich, wenn es soweit ist, noch genau anschauen müssen.

thomas31584
01
10.10.2010, 02:20
Ob in Deutschland Bahnfahren wirklich "sexy" ist...

bezweifel ich als Deutscher. Es wäre jedoch schön, wenn es das wäre. Hier gibt es auch viel zu verbessern. Zwar gibt es Milliarden-Investitionen, jedoch scheinen diese nur auf Prestige aus zu sein. Es gibt genügend Strecken auf denen es Kapazitätsprobleme gibt und auch vernachlässigte Nebenbahnen - hier sind die Unterschiede von Bundesland zu Bundesland teils groß. In NRW gibt es überraschend viele mittelgroße Städte ohne Bahnanschluss. Gerade im dichtbesiedelten NRW nicht zu verstehen. Ein Konzept wie Bahn2000 in der Schweiz gibt es in Deutschland leider nicht. Private "Fernbahn"-Konkurrenz zur DB ist durchaus gerne gesehen. Vielleicht fahren Sie ja auch bald in Deutschland? Schauen Sie sich mal um.

Jo eh...
02
4.10.2010, 16:40

Sich die bestgehende Bahnstrecke Österreichs zu nehmen und dort erfolgreich zu sein ist IMHO nicht sooo schwer. Die echte Frage ist: wer schafft es auf den Nebenstrecken rentabel zu sein? Bzw.: ist das überhaupt möglich?

Und die letzten zwei Sätze sind wirklich Unsinn. Wehinger sollte mal drüber nachdenken warum das so ist.

Pimpi
00
29.9.2010, 16:21
Die Bahn, sexy?

Na hör mal. Was soll an dem Betrieb sexy sein?

Kein Witz
00
29.9.2010, 12:40
Also nochmals zum Thema sexy

Wer sich das erste Bild mal gibt, das schaut ja eher aus, als ob noch das letzte Ferkel zum Schweindltransporter hastet!

der_kleine_pariser
 
01
29.9.2010, 20:34

ist in Frankreich (genau gesagt Ile de France), der da abgebildete Zug ist recht toll, hat 1200 Sitzplätze, ok, altes wagenmaterial aus den 70ern (für Frankreich eigentlich nicht wirklich alt, die ÖBB würden sich aber dafür schämen)

aber die Sexy SNCF haben noch viel besseres zu bieten :
http://vraitourisme.free.fr/trains/couscous.htm
baujahr 1965 (!), bleiben uns diese fahrzeuge auch noch bis 2013 erhalten!!!

Beim bremsen stinkt's vertrauenserweckend, jedesmal wenn der Zug abfährt (und ich fahre täglich damit) bin ich froh, dass ich nur eine Station fahren muss und bete, dass ich heil ankomme.

alles in Allem kein Wunder, dass der ÖV6Anteil in der ile de France nicht einmal 2/3 des Anteils im Zentralraum Wien ist (Modal Split).

curieux
00
14.10.2010, 14:39
Ich stimme Ihnen zu

Aus eigener Erfahrung. Diese Doppelstockzüge mit 5 Plätzen pro Reihe (3 + 2) ähneln vor allem in der Hauptverkehrszeit einem Hühnerkäfig aus der Batteriehaltung! Wenn das das Vorbild für die neue Westbahn ist?

OttotheBusdriver
00
30.9.2010, 08:57
interessante Seite, ich versteh leider kein spanisch

was ist ein "déexcrémentateur " ?

der_kleine_pariser
 
00
30.9.2010, 19:30

spanisch :-)

c'est français, ehhh...

ist ein vom autor erfundenes wort für häusl :-)

Chris.S
01
29.9.2010, 10:57
Nebenbahnen? "Nein. Da bräuchte man bei den meisten Nebenbahnen hohe Investitionen um überhaupt fahren zu können."

Genau aus diesem Grund, kann man die ÖBB, trotz Unfähigkeit der ÖIAG etc., einfach nicht privatisieren, zumindest nicht komplett .

Welcher Investor, der bei Trost ist, investiert schon in Verlust-Strecken?

Simskoarl
 
00
29.9.2010, 14:41

Die ÖBB investiert aber auch nicht

der_kleine_pariser
 
00
29.9.2010, 20:51

Das ist auch nicht ihre Aufgabe.

Simskoarl
 
00
29.9.2010, 23:06
Doch

Das ist Aufgabenbereich der "ÖBB Infrastruktur AG".

Quim Barreiros
00
30.9.2010, 00:39

Jein, laut Eisenbahngesetz muss den Bau und Betrieb des Schienennetzes der Staat bezahlen, wenn die Einnahmen aus der "Schienenmaut" nicht ausreichen.

didi111
01
29.9.2010, 10:13
Na, wenn das die Top Guns aus Niederösterreich lesen...

Weil irgendwie ist das unfair.

Das Land NÖ kaufte um mehrstellige Millionenbeträge schwerdefizitäre Nebenbahnen von den ÖBB ab, welche die ÖBB schon in den 90iger Jahren zusprerren wollte.

Und jetzt müssen sie bei schwererm Gegenwind die teuer erkauften Nebenbahnen zusperren und den Verkehr auf die Strasse verlegen (wahrscheinlich hat das keine Auwirkungen auf die Klimaziele).

Dann müssen sie auch noch um teurers Geld die Bahntrassen wieder rückbauen.

Und der pöse Wehinger fährt mit einem schlichten Konzept öffentlichkeitswirksam auf der Westbahn.

Aber vielleicht kommen die begnadeten Denker vom Traisenstrand auch noch auf den Gedanken, sich auf die Westbahn zu fokussieren.

Stündlich dann der Glatzenexpress!!!

Elegantestes Conversations-Lexicon für alle Stände
01
29.9.2010, 12:02

Die NÖler können doch hochzufrieden sein:

- Posten für Freunderl in der neuen Landesgesellschaft
- Bauaufträge für Freunderl
- Aufträge für Busunternehmerfreunderl

Oder glauben Sie dass es um irgendetwas anderes geht?

sonne-licht
 
01
29.9.2010, 09:50
österreich

ein land wo innovationen zur schnelleren, efffizienteren, kostengünstigeren und einfacheren gestaltung von alt-eingesessesenen wasserköpfen verhindert wird!

wer glaubt, dass nur so bei der öbb ist, soll einmal bei der wirtschaftskammer sich umsehen!

in österreich bekriegen sich ja die wasserköpfe untereinander, weils nicht genug bekommen können!

innvoation und unterstützung für neue zukunftsweisende ideen, werden immer blokiert, weils die "alten" nicht für nötig halten und für die "jungen" nichts über haben!

leid tun mir die "paar" ausnahmen, die es auch in österreich gibt!

mayflower2
00
29.9.2010, 09:26
Für Pensionisten,vor allem in Ungarn.

Und jedem seine eigene Busspur
11
29.9.2010, 09:14
Jeder noch so tolle Wunderwuzzi Harvard Boy

ist an der ÖBB kläglich gescheitert und und das wird auch Herr Kern. Denn das, was notwendig wäre, das Kehren mit eisernem Besen und Abschneiden von politischen Zöpfen (wie bei der AUA jetzt) das würde man wohl nur einem Ausländischen Eigentümer gestatten, niemals einem politisch bestellten Manager. Daher ist das Geschwafel von "In vielen Ländern ist Bahnfahren sehr sexy" irgendwie lächerlich. Höchstens in Legoland!!!!!!!!!!!1

Wilhelm Guschlbauer
00
29.9.2010, 11:10
Nein!

Ich wohne in einem - wunderschönen - Kaaf nicht weit von Bordeaux, mit einem TGV Bahnhof 8 km vom Haus. Die SNCF hat - leider - oft - Verspätung, weil man ihr z.B. die Kupferkabeln stiehlt und dann die Ampeln, etc. nicht mehr funktionieren. Aber bei mehr als 30 min. muss die SNCF eine km-bedingte Teil- Pauschale rück erstatten.
Nach Paris (550 km) zahle ich - je nach Tageszeit - ca. 34 euro. Gestern aus Nantes mit Umstieg in Tours habe ich 37 eur gezahlt. Es ist vielleicht nicht sexy, aber irrsinnig praktisch.

der_kleine_pariser
 
01
29.9.2010, 20:26

lieber Landsmann,

die SNCF hat so tolle Gründe für Verspätung, unglaublich. das mit den Sabotageakten, das geht ja noch, da kann sie nix dafür, aber :

*Laub auf den Schienen
*auf einen Arzt warten, weil sich jemand in der Tür eingezwickt hat.
*Regen
*Stromausfall wegen Kurzschluss
*...

Die SNCF sind so ziemlich der erbärmlichste Bahnbetrieb, den ich in Europa kenne, abgesehen davon, dass es in Frankreich praktisch keine Eisenbahn mehr gibt, weil alles stillgelegt ist und auf jenen Strecken, die nicht stillgelegt sind, fahren drei Züge am Tag.

Mich wundert's nicht, dass die Franzosen nur sehr selten Bahn fahren! Unpünktlich, unkomfortabel, und man kommt nirgendswo hin!

Wilhelm Guschlbauer
00
29.9.2010, 21:39
Das ist totaler Schwachsinn!

Ich fahre viel mit der SNCF, habe sogar in meinem Kaaf einen Bahnhof, der bedient wird und direkt mit dem TGV nach Paris verbindet. Die TGVs sind bisweilen verspätet, aber im Grossen und Ganzen funktioniert das tadellos. Als mein TGV gestern in Poitiers 4 Min. stehen blieb ( die 2. Garnitur wurde abgekuppelt) waren zwei andere TGV nach Paris im Bahnhof und fuhren in 2 Min Abstand ab.
In vielen Gegenden sind allerdings nur 3 Züge am Tag und das genügt im allegemeinen. In meinem Kaaf (St. Emilion, 1000 Einw.) bleiben 6 Züge aus Sarlat oder Bergerac stehen - in beiden Richtungen.

der_kleine_pariser
 
01
29.9.2010, 23:31

bei den SNCF isnd sowohl das >klassische< eisenbahnnetz als auch das TGV6netz (das letztere allerdings weniger) extrem störungsanfâllig.

auf unserer Linie zb. fâhrt oft stundenlang kein zug,w eil irgendwo irgendein Triebwagen liegen geblieben ist. Zwar ist die Strecke zweigleisig, Zweirichtungsverkehr auf beiden Gleisen gibt's aber offensichtlich nicht.

aber auch mit dem TGV ist jede 4. Fahrt ordentlich verspätet (20min, dann ist aber mein Anschluss weg und ich warte am Abend 2h, geld zurück gibt's aber keines).

und dass der Zug im falschen Bahnhof landet, das gibt's auch nur bei der SNCF (mit langer Tradition)...

der_kleine_pariser
 
00
29.9.2010, 23:16

St. Emilion ist ja wirklich ein priviligierter Ort!

Das ist eine von jenen Kleinstädten, die nicht nur einen Bahnhof haben, sondern wo es sogar noch Züge gibt!

Die grösste Stadt Frankreichs ohne Bahnanschluss die ich kenne, ist Carpentras (30.000EW!!!), Städte mit 10.000Ew ohne Bahnanschluss sind absolut normal.

Die SNCF wollen übrigens bis 2030 (!) den Regionalverkehr vervierfachen, dann sind sie auf dem Niveau von Deutschland 2007, also immer noch 23 Jahre hinten.

hier ein Seminarbericht der FNAUT, ab S.50 ein sehr interessanter Beitrag über den Regionalverkehr, besonders interessant der Vergleich zwischen München und Lyon, S.55
http://www.fnaut.asso.fr/images/do... esperi.pdf

Roter Meerrettich
12
29.9.2010, 08:14
Klingt ja alles super ...

... äh ... warum macht das nicht die ÖBB?
Und warum hat der Typ das nicht gemacht wie er noch bei der ÖBB war? War er kein Entscheidungsträger???
Oder hat er so ein Konzept mutwillig verhindert um sich später mal die Rosinen rauszupicken.
Und warum verschenkt die ÖBB quasi ihre "beste Strecke"???

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