Zu dick oder zu dünn

27. September 2010, 14:57
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    foto: wiener programm für frauengesundheit

Nur vier von zehn Personen haben Normalgewicht - Diverse Maßnahmen sollen ein "gesundes Gewichtsverständnis" fördern

Wien - Der Kampf mit den Kilos wird immer mehr zum gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Problem, warnte die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely bei einer Pressekonferenz. Nur knapp 40 Prozent der Männer und 42 Prozent der Frauen gelten in Österreich laut Adipositasbericht als "normalgewichtig". Vor allem viele Frauen und Mädchen seien mit ihrem Aussehen unzufrieden. Angesichts dieser Problematik geht die Stadt Wien ab Jänner 2011 in die Offensive: Mittels Vortragsreihe und Task Force soll ein "gesundes Gewichtsverständnis" gefördert werden, kündigte Wehsely an.

Krankes Verhältnis zum eigenen Körper

Das Gesundheitssystem bewege sich auf einem schmalen Grad, umriss die Stadträtin die Problematik. "Einerseits ist es unbestritten, dass massives Übergewicht das Risiko für zahlreiche Erkrankungen erhöht", unterstrich sie, "andererseits können Ernährungs- und Gewichtsempfehlungen zu einer übermaßigen Beschäftigung mit dem Gewicht und zu einem verkrampften und gesundheitsschädigenden Verhältnis zum eigenen Körper führen." Überdies warnte Wehsely vor dem zunehmenden Trend der Diskriminierung und Stigmatisierung von Menschen, deren Körperformen nicht dem herkömmlichen Schönheitsideal entsprächen.

Geschäftsinteressen

Gewicht sei inzwischen kein individuelles, sondern vielmehr ein gesellschaftliches Thema geworden, das immer mehr zum Mittelpunkt von Geschäftsinteressen werde, meinte Frauengesundheitsbeauftragte Beate Wimmer-Puchinger. So hätten zahlreiche Industriezweige Interesse an den Gewichtssorgen der Österreich, um für ihre ständig neuen Angebote zur Gewichtsreduktion und Körperveränderung auch Bedarf zu kreieren - wie etwa Schönheitsoperationen und Ernährungsberatungen.

Es sei wichtig, der Verunsicherung der Menschen entgegen zu wirken und das Selbstbewusstsein zu stärken, betonte Wehsely: "Wir brauchen nicht so sehr ein vermeintlich gesundes Gewicht, sondern vor allem ein gesundes Gewichtsverständnis." Deswegen sei eine "unhysterische" Diskussion über dieses Thema notwendig. Das soll mit Maßnahmen gelingen, welche die Stadt 2011 setzen will.

Vortragsreihe ab Jänner

Im Jänner 2011 startet eine Vortragsreihe rund um die Themen Gewicht und Ernährung, die bei freiem Eintritt besucht werden kann. Zugleich soll eine Task Force aus Experten unterschiedlicher Fachrichtungen gegründet werden. Ziel sei es, ein "Gesamtkonzept für Wien zu stricken", erklärte Wimmer-Puchinger. Erste Ergebnisse sollen in der zweiten Jahreshälfte 2011 vorliegen.

Tagung in Wien

Bereits morgen, Dienstag, widmet sich im Wiener Rathaus die internationale Tagung "Kampf ums Gewicht" mir mehr als 550 Teilnehmern diesem Thema. Unter anderem analysieren Experten die gesellschaftlichen und ökonomischen Einflussfaktoren auf die Bewertung von Gewicht und die dahinter stehenden wirtschaftlichen Interessen. Um 17.15 Uhr liest der deutsche Schauspieler Rainer Hunold im Festsaal aus seinem Buch "Ich bin nun mal dick. Ein Wohlfühlbuch". Der Eintritt zu Lesung ist frei. (APA)

Weitere Informationen und Programm

Konferenz "Der Kampf ums Gewicht"

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schmalen Grat

nicht Grad.
ein ähnlich häufiger Fehler wie
die Geisel der Menschheit ;-)

ich bin 185cm gross und wiege 143kg. ich fuehle mich sauwohl, ich bin gesund, huebsch, sportlich aktiv und meine mitmenschen bewundern mich. vorallem mein stammwirt.

Stelzen zerteilen

und Bierkrügel stemmen ist k e i n Sport!

Also MIR wären Sie zu dünn!

nicht 43, h u n d e r t -dreiundvierzig

Ich hoffe Ihr Posting ist so wie ich es verstanden habe - Ironie. Ansonsten tun Sie mir echt leid.

gesund, huebsch, sportlich aktiv und meine mitmenschen bewundern mich

http://www.gi.alaska.edu/~jesse/tr... atters.jpg

@sport

beim hosenbillard stört das gewicht auch irgendwann wenn man den queue nimmer greifen kann!

sportlich aktiv?

der einarmige Donut-Curl zählt - selbst in mannigfaltiger Wiederholung - nicht als Sport...

hmm vl ein sumoringer? gibts sowas in österreich überhaupt?

was bei diesen artikel immer vergessen wird:
ja, normalgewichtige menschen leben vielleicht länger als fettleibige.
aber: wird ein fettleibiger länger leben, nur weil er sich auf normalgewicht runterhungert? die mit zahlreichen wissenschaftlichen studien belegte antwort ist: nein!

vielleicht fühlen sich Fettleibige aber wohler wenn sie sich auf Normalgewicht hungern und dadurch steigt ihre Lebensqualität? Wer will scho fett und grauslich sein...

wie soll dauerndes hungern die lebensqualität steigern?

na dann her mit den links zu den studien ;)

Was haben die Studien der Masse in den letzten
dreißig Jahren gebracht?
Nichts.
Die Menschen werden immer dicker!
Der Kapitaltalfaschismus tobt und sein Erfolg verbrennt die Massen langsam.
Somit hat Länge des Sterbens mehr zugenommen als
die Länge des Lebens.
Der goldener Kalb in seinem vollen Glanz.
Das alles, durch kommunalen Bewußtseinsraub.

die studien haben wissen gebracht.

zum rest sag ich mal lieber nichts, sonst werd ich heute noch unrund ;)

Je mehr wir wissen, um so tiefer schweigen wir und um so hoffnungsloser vereinsamen wir.
(José Ortega y Gasset)

sie können gern um unwissen, oder gar im glauben, leben, ich werde sie nicht daran hindern.

aber nur mit wissen kann man die welt zum positiven verändern.

Ich stelle jetzt einfach mal in den Raum, dass die presonic schon wieder einen neuen Nick hat.... der Schreib- und Argumentationsstil ist so ähnlich.

Im Übrigen ist es am gesündesten, von vornherein nicht fett zu werden, aber das ist eh jedem klar.

Ich stelle einmal so in den Raum, daß Sie Verfolgungswahn haben, und nicht glauben können, daß es mehr als ein paar Stimmen gegen die vermaledeite Crew esofighter gibt.

und dieselben Inhalte

fett ist gut (nein, optimal!) impfen ist schlecht (nein, das Ende der Menschheit!) usw usf

Solange wir Gesundheit am Gewicht festmachen, wird sich nichts ändern.
Es gibt kein gesundes Gewicht, es gibt nur eine individuell gesunde Ernährung bzw. Lebensweise. Das Gewicht reguliert sich dann von selbst.
Jemand der chronisch mit Vitaminen, Mineralstoffen,.... mangelernährt ist, bzw. zu viele belastende (Zusatz)Stoffe zu sich nimmt, kann nicht gesund sein, egal welches Körpergewicht er hat.

mangelernährung gibts bei uns aber - außer vielleicht in den altenheimen - nirgends.

und wieviel % der wiener stadtregierung gelten als normalgewichtig?

es gibt kein idealgewicht

sondern einen körperfettanteil und eine körperfettverteilung die, zumindest nach einigermaßen abgesicherten kenntnissen, ideal ist.

jeder der mit gewicht oder bmi daherkommt, kennt sich nicht aus, oder will kohle machen.

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