"Offenes Zeitungsarchiv"

Burgenlands älteste Zeitung wurde digitalisiert und online gestellt

27. September 2010, 12:19

200.000 Seiten der "Burgenländischen Freiheit" mittels Roboter eingescannt

Eisenstadt - Fast 90 Jahre, nachdem die erste Ausgabe der "Burgenländischen Freiheit", besser bekannt unter dem Kurznamen BF, erschienen ist, hat der Verein "Freunde der BF" nun das Onlinearchiv der ältesten burgenländischen Zeitung präsentiert. Ab sofort ist das Archiv rund um Geschichten aus Politik, Wirtschaft, Sport und Gesellschaft kostenlos im Web abrufbar. Etwa 4.000 Einzelausgaben und rund 200.000 Seiten wurden digitalisiert, so Michael Gerbavsits vom Verein über das Projekt "Offenes Zeitungsarchiv".  Kaltenbrunner Medienberatung und scharf_net GmbH entwickelten für die insgesamt rund 200.000 Seiten des Blattes eine zeitgeschichtlich begleitete Archivlösung.

"Viel Erleichterung" für Forscher bringe das Onlinearchiv, sagte Kultur- und Wissenschaftslandesrat Helmut Bieler bei der Präsentation. Aber auch Schüler und Studenten sowie Hobbyhistoriker können via Internet in die Geschichte des Burgenlandes eintauchen und Informationen sammeln, waren sich Bieler und Gerbavsits einig.

Für die Realisierung des bisher "umfangreichsten Wochenzeitungsarchiv im Web", so Projektmanagerin Daniela Kraus, wurde ein vollautomatischer Buchscanner, der sogenannte "ScanRobot", eingesetzt. "Das Buch wird in die Maschine gelegt, dabei reicht es, wenn es bis zu 60 Prozent geöffnet ist", erklärte Christoph Bauer, Geschäftsführer und Mitentwickler des Roboters. "Dieser Vorgang ist besonders schonend für die Zeitungsseiten", so Bauer.

Die Kosten für das Onlinearchiv der BF betrugen insgesamt 150.000 Euro. Davon wurden 75 Prozent durch Förderungen des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung finanziert, die restlichen 25 Prozent hat das Land übernommen.

Die BF wurde im Jahr 1921 gegründet. Im Jahr 1934 wurde die Wochenzeitung verboten, ab 1946 konnte sie wieder erscheinen. Als "Burgenländische Freiheit" war sie bis zum Eigentümerwechsel Parteizeitung der burgenländischen Sozialdemokraten. Im Jänner 2007 wurde die Leykam Medien AG Mehrheitseigentümer und änderte mit der Nummer 12 im März 2007 das Layout des Blattes. Die letzte Ausgabe erschien 2009. Das Onlinearchiv endet mit der Nummer 51 vom 20. Dezember 2007. (APA)

Cape Code
00
28.9.2010, 12:50
der sozimüll hat damals schon keinen interessiert

jetzt müllt er auch noch das internet zu

ThE aThEiSt
01
28.9.2010, 11:50

Auch wenn ich nicht aus dem Burgenland bin, finde ich diese Sache sehr interessant. Habe mir mal, zum Spass, mein Geburtsjahr (1974) angesehen. Alleine die in der Zeitung enthaltene Werbung ist es wert einen Blick zu riskieren.

komajo
20
27.9.2010, 17:55
Parteiblätter

haben wenig Wert, das sie aus einseitiger Perspektive berichten und kommentieren.
Interessanter wäre es, wenn man in der ehemaligen Oberwarter Zeitung online stöbern könnte.

Zappelzapp
00
28.9.2010, 00:56
Zeigen Sie einmal einem überzeugten Genossen

passende Berichte aus der Online-Arbeiterzeitung. Zum Beispiel, was die SPÖ noch 1955 zur Neutralität gesagt hat oder Kreisky im Wahlkampf 1970 zu Staatsschulden. Im burgenländischen Ableger findet sich bestimmt allerhand Erhellendes etwa zum Thema Kery.

zinn glaeckl
00
28.9.2010, 00:20
Anmerkung: Umfang und Qualität

des Kulturteils der Burgenländischen Freiheit waren über viele Jahre hervorragend und beispielhaft.
Da gab es z.B. einen Journalisten wie Franz Probst, ein Kulturmensch, wie man ihn heute in Westpannonien kaum mehr findet.

Bei den deklarierten Parteizeitungen wusste man auch, woran man war. Heute dominiert der verlogene Boulevard, der sich unabhängig nennt, in Wirklichkeit aber mehr Politik macht,als jede klassische Parteizeitung.

Der burgenländische Landeshauptmann Kery überzog einmal mit einem - stark verallgemeinernden - Sager auf einem Wiener Parteitag:
"Die einzige Unabhängigkeit der so genannten unabhängigen Journalisten ist die von ihrem Gewissen."
Ganz unrecht hatte er angesichts der heutigen Medienprodukte nicht.

Andi Arroganti
00
27.9.2010, 21:47

wäre meiner meinung nach entweder ein job für die burgenländische landesbibliothek oder man sollte es über anno machen

komajo
00
28.9.2010, 06:14

Was ist anno?
Bis die Burgenländische Landesbibliothek die OZ ins Netz gestellt hat, sehe ich wahrscheinlich die Rüben von unten.

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