Verbote als Grund

Weniger Gentechnik in der EU

27. September 2010, 15:05
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    foto: ap/kaestner

    2007 wurde in Deutschland noch Genmais angebaut. Im Bild ein reifer Kolben des umstrittenen genmanipulierten Mais MON 810 des US-Konzerns Monsanto auf einem Feld im brandenburgischen Badingen nördlich von Berlin.

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    grafik: apa

Grund sind Verbote in Deutschland und Frankreich - Weltweit nahm der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen im Vorjahr aber zu

Brüssel - Der Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen hat im Vorjahr weltweit zugenommen. Nach Angaben der Agro-Biotechnologie-Agentur ISAAA (International Service for the Acquisition of Agri-Biotech Applications) stiegen die Anbauflächen von 2008 auf 2009 auf 134 Millionen Hektar.

Verbote in der EU

In der EU ging dagegen der Anbau von 107.717 auf 94.750 Hektar zurück. Das ist nicht einmal ein Zehntelpromille der gesamten Gen-Anbaufläche weltweit.

Ausschlaggebend für diese Entwicklung waren auch die Anbauverbote in Deutschland und Frankreich. In beiden Ländern gilt seit 2009 ein Bann für gentechnisch veränderten Mais (MON810). 2007 hatten französische Bauern noch 21.000 Hektar mit Gen-Mais ausgesät. Den stärksten Gen-Anbau im EU-Bereich gibt es in Spanien mit 76.057 Hektar, allerdings wurde auch hier gegenüber 2008 (79.269 Hektar) ein Rückgang verzeichnet.

Die Länder mit den größten Flächen für gentechnisch veränderte Pflanzen sind die USA (64 Mio. Hektar), Brasilien (21,4), Argentinien (21,3), Indien (8,4) und Kanada (8,2). Weltweit nutzen 14 Millionen Landwirte Gen-Pflanzen, überwiegend in Entwicklungsländern (13 Mio.). Im vergangenen Jahr sind gegenüber 2008 700.00 Landwirte neu hinzugekommen. Die kommerzielle Nutzung von Gen-Sorten konzentriert sich weiterhin auf Sojabohnen, Mais, Baumwolle und Raps.

Agrarminister beraten

Die EU-Landwirtschaftsminister beraten am Montag u.a. über die Selbstbestimmung der Staaten beim Anbau gentechnisch veränderter Lebensmittel (GVO). Österreich ist durch Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich (ÖVP) vertreten. Der betonte, dass "Österreich mit seiner Initiative der Selbstbestimmung beim Gen-Anbau Europa verändert hat". Bei der Tagung der Agrarminister habe es große Zustimmung für die Möglichkeit gegeben, dass jedes Land national selbst über den Anbau von Gen-Pflanzen entscheiden könne. Er habe jedenfalls "viel positive Resonanz" beim Agrarministerrat von seinen Kollegen erhalten. Einige andere hätten sich lediglich skeptisch über die wirtschaftlichen Auswirkungen und WTO-Fragen geäußert. Auch bei letzterem sieht Berlakovich kein Problem. Allerdings habe die EU-Kommission zusätzlich ein Rechtsgutachten in Auftrag gegeben, das im Oktober vorgestellt wird. Bei der Begründung der Ablehnung des Gen-Anbaus sollten auch Umwelt- und Gesundheitsaspekte herangezogen werden, "dadurch wird es keine Schwierigkeiten bei der WTO geben".

Dass es bei der sogenannten Koexistenz-Regelung Probleme mit anderen EU-Ländern geben könnte, glaubt der Minister nicht. "Es war mir wichtig, die Gentechnik-Freiheit Österreichs abzusichern. Und wenn ich die Grenzregionen anschaue, dass die Bauern nicht draufzahlen, wenn es eine Kontamination aus Nachbarstaaten gibt". Hier müsste es im Fall des Falles auch bilaterale Gespräche geben.

Neue Leitlinien zur Koexistenz

Das GVO-Selbstbestimmungspaket sieht auch neue Empfehlungen der EU-Kommission mit Leitlinien zur Koexistenz - dem Nebeneinander von gentechnisch veränderten und konventionellen Pflanzen auf den Feldern - vor. Dabei soll den EU-Staaten die Möglichkeit gegeben werden, noch strengere Maßnahmen ergreifen zu können. Das Ziel sei es, die biologische Landwirtschaft, die eine Nulltoleranz gegenüber GVOs hat, besser zu schützen.

Bei der Freisetzungsrichtlinie geht es eben um jenen von Österreich federführend initiierten Punkt, der den EU-Staaten das Recht gibt, den Anbau von GVO komplett oder für bestimmte Sorten zu untersagen. Neu ist, dass in der Argumentation künftig auch ethische und nicht nur wissenschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Das bedeutet, dass eine Ablehnung der Bevölkerung zum Anbau von GVO für ein nationales Verbot reicht. Laut Diplomaten würde eine derartige Regelung auch vor dem EuGH halten, außerdem sei sie WTO-konform. Die noch kritisch eingestellten Staaten wollen sichergestellt wissen, dass es keine Handelshemmnisse gibt. Beschlüsse gibt es keine, es handelt sich um einen Gedankenaustausch der Minister. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 26
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Sternschnuppe23
00
19.10.2010, 13:40
Wenn Stöger, dann sollte auch Berlakovic

Gentechnikverbote sind längst überfällig. Da Stöger will jetzt eine gentechnikfrei - Gütesiegel einführen (www.lebensmittelcharta.at), was ja pi mal daumen echt ok zu sein scheint.

Ich denk mir halt nur mit einem Gütesiegel ist zwar ein Anfang gemacht, aber dann sollte auch der Agrarminister sich was ausdenken...

Herzerzog Johann
01
28.9.2010, 03:16
Wir sind erst glücklich ...

... wenn alles gen- und atomfrei ist.

Trevor Goodchild
01
27.9.2010, 21:37
Gottseidank, und hoffentlich bleibt das auch so!!!

Und das eine ZehntelPromille kann auch noch verschwinden, wenns nach mir ginge!

Niemand & Keiner
02
27.9.2010, 20:18

Im Würgegriff von Monsatan ähäm Monsanto und ander Gentech-Firmen!

Salz Burger
00
28.9.2010, 18:26

Würgegriff? Die Bauern, die diese Pflanzen anbauen, machen das recht freiwillig. Und werden es nur dann von Dauer tun, wenn ihnen mehr Geld bleibt, als mit herkömmlichem Saatgut.

iron man1
00
27.9.2010, 17:31

Ich wette in ein paar Jahren haben wir das Zeug in der EU. Nur eine Frage der Zeit

Killer Bunny
00
27.9.2010, 19:17

Versuchsfelder gibt es ja schon und einen "kleinen Unfall": In Deutschland hat sich das Zeug mit dem Nachbarfeld ausgekreuzt. Was für ein Wunder ... Da gibt es kein Entkommen mehr. Herbeigeführt durch die globale Zuchtindustrie gilt das für Rinder auch.

iron man1
02
27.9.2010, 23:58
Eine Petition gibt es ja schon

https://secure.avaaz.org/en/eu_gmo... 952&v=7250

Werd ich gleich mal ausfuellen. Fast eine Million haben underschrieben

sun is shining
03
27.9.2010, 14:58
ich empfehle

das buch: mit gift und genen bzw. den gleichnamigen Film: http://video.google.de/videoplay... 979693623#

Vorsicht: kann Wut erzeugen!

Bartkauz
04
27.9.2010, 15:23

Niemand braucht den Scheissdreck in Europa,hauts euch über die Häuser MONSANTO....

Salz Burger
00
28.9.2010, 18:24

dafür, dass es niemand braucht, wird es aber schon recht umfangreich angebaut und vor allem die Produkte importiert.
Scheint also doch fast jeder haben zu wollen.

Trevor Goodchild
00
27.9.2010, 21:35
Monsanto wird sich von selbst nie zurückziehen,

denn wie jedem Konzern gehts auch hier nur um Gewinne, egal ob die Welt daran zugrunde geht.

Monsanto wird weiterhin ordentliche Summen in Lobbying stecken, und versuchen die Situation zu verändern.

Es hilft nur ein generelles Verbot, das in die Eu Verfassung zementiert gehört, dann ists für diesen Zweig von Monsanto vielleicht hier wirklich vorbei.

Salz Burger
00
28.9.2010, 18:25

es gibt genug europäische Pflanzenzüchter, die auch mit Gentechnik arbeiten. Die will bestimmt niemand umbringen. Deshalb wird es auch kein europäisches Verbot geben. Das ist sowieso nur in jenen Ländern denkbar, wo die öffentliche Meinung von ängstlichen Fortschrittsgegner dominiert wird. Das ist in Frankreich, Deutschland und Österreich. Bei 27 EU-Ländern ist das gar nicht der Rede wert.

Poldi Fesch
00
9.10.2010, 18:04
wie deppert musz man

eigentlich sein, um Gentech gut, rauchen schlecht zu finden ?

Salz Burger
00
10.10.2010, 09:51

Naja, gar nicht. Aber ich sehe ein, dass bei Rauchern die Denkfähigkeit etwas eingeschränkt sein kann. Es wird ja nicht nur die Lunge geschädigt.

Rauchen ist nachweisbar sehr schädlich. Suchen Sie mal nach Todesursachen.
Im Gegensatz gibt es noch keinen einzigen Toten wegen gentechnisch veränderter Nahrung. Warum wohl? Eben. Weil hier etwas erzeugt wird, das möglichst gesund sein soll.

Poldi Fesch
00
10.10.2010, 10:10
offensichtlich

befarf er nicht des Rauchens, um geistig eingeschraenkt zu sein, wie die Gentechverteidiger beweisen

Salz Burger
00
10.10.2010, 10:14

dann erklären Sie doch mal, was an Gentechnik schlecht sein soll?

Poldi Fesch
00
10.10.2010, 10:18
jetzt vermute ich,

wir reden nicht von der Gentechnik im allgm. sondern von der Landwirtschaftlichen. Vor allem einmal, die nicht kontrollierbare Industrie, die dahinter steht. Dann das Produkt per se, es raubt den Fruechten das Terroir. Nicht zuffaellig sind die beiden Nationen, die am meisten vom Essen verstehen, It. + Fr so dagegen

Salz Burger
00
10.10.2010, 10:47

ja, Gentechnik in der Landwirtschaft.
Die ist sehr gut kontrolliert. Unternehmen, die veränderte Pflanzen freisetzen wollen, müssen recht umfangreiche Kontrollen, die sie selber bezahlen müssen, über sich ergehen lassen um im Falle einer Unbedenklichkeit dann erst die Erlaubnis zu bekommen. Da sind auch europäische Pflanzenzüchter dabei. Wenn wir hier in Österreich nicht mitmachen, entstehen diese Arbeitsplätze eben woanders, die aus den verbesserten Pflanzen erzeugten Produkte werden dann trotzdem auch hier verkauft und kosten noch mal Arbeitsplätze hier, weil die einheimischen Betriebe (Landwirtschaft und Industrie) mit den veralteten Züchtungsmethoden nicht mithalten können / dürfen.

Poldi Fesch1
 
00
10.10.2010, 11:23
welche verbesserten

Produkte ?
Schon einmal eine Apfel von einer Uraltstreuobstwiese mit einem aus dem Supermarkt verglichen ? Gleiches bei Paradeisern. Ist mir gelungen, Samen einer autochton ligurischen Art aufzutreiben. Kein Vergleich.
Auszerdem, welche Produkte ?

Salz Burger
00
10.10.2010, 11:30

Welche Produkte? Beispielsweise eine genveränderte Kartoffel, die für die Erzeugung von Klebstoffen verwendet wird und die einen Inhaltstoff nicht hat, der bei normalen Kartoffeln mit viel Chemie entfernt werden muss. Solche neuen, gezielt gezüchteten Pflanzen ersparen der Umwelt viel Chemie.

Natürlich sind die Äpfel aus der Uraltstreuobstwiese nicht mit jenen im Supermarkt vergleichbar. Wenn die aber so gut wären, müssten sie sich doch recht teuer verkaufen lassen. Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, warum das nicht passiert? Offensichtlich wollen die Kunden diese nicht und ich vermute, die Streuobstwiese ist eine recht uneffiziente Art, Äpfel zu produzieren, sonst hätten sich nicht diese Spezialkulturen durchgesetzt.

Poldi Fesch1
 
00
10.10.2010, 11:43
es sind vor allem die

Supermaerkte, die die Dinger nicht wollen. Nahrungsmittel sollten auszerdem nach Geschmack u. nicht nach Effizienz produziert werden. Eben fuer den feinen Geschmack, nicht fuer den Supermarkt.

Das Klebstoffbeispiel waere ja ganz gut, bliebe es bei industrieller Nutzung. Gegen die hat ja keiner was, dasz der Muell aber auf den Tisch kommt, ist aegerlich.

Salz Burger
00
10.10.2010, 12:44

Die Supermärkte wollen das, was sich verkaufen lässt, also das, was die Kunden wollen. Die wollen eben mehrheitlich nicht den sauren Apfel von der Streuobstwiese.
Übrigens gibt es genug Quellen für besondere Äpfel, man muss sie nur finden und entsprechend gut zahlen. Wäre ich Bauer, hätte ich überhaupt nichts dagegen, alte Sorten anzubauen. Ich vermute aber, die meisten Konsumenten wollen nicht genug für diese Äpfel zahlen.

Stimmt, die Firma mit der Klebstoff-Kartoffel hat übrigens beantragt, die Reste verfüttern zu dürfen. Ist ja auch ganz sinnvoll. Ich verstehe nur nicht, wieso Sie diese Kartoffel als Müll bezeichnen.

Poldi Fesch1
 
00
10.10.2010, 13:23
irgendwie ein bisserl

muehsam heute
Weil wir gerade dabei sind u. die glotze bei mir hier, in Ligurien, im Hintergrund laeuft.
Sowohl Rai als auch Mediaset bringen jeden so 2 Std ueber gutes essen bzw. sorgfaeltige Produktion der Grundprodukte
http://www.lineaverde.rai.it/dl/portal... l?homepage

http://www.tv.mediaset.it/rete4/mela_verde/

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