Westjordanland

Jüdische Siedler feierten Ende des Baustopps

26. September 2010, 21:10

Grundsteinlegung noch vor Mitternacht - Auch positive Signale auf beiden Seiten

Jerusalem - Wenige Stunden vor dem Ende des befristeten Baustopps im Westjordanland haben jüdische Siedler in der Ortschaft Kiriat Netafim den Grundstein für den Bau eines Kindergartens gelegt. Einige Demonstranten rückten mit Baufahrzeugen und Baumaterialien an. In der Siedlung Revava versammelten sich rund 2.000 Menschen und ließen 2.000 Luftballons in den Farben der blau-weißen israelischen Flagge in den Himmel steigen. Die Ballons sollten die 2.000 Wohnungen symbolisieren, die nach Angaben der Siedler zügig errichtet werden sollen. Zuvor hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu die jüdischen Siedler zur Zurückhaltung aufgefordert.

"Heute ist es vorbei und wir werden alles tun, damit das nie wieder passiert", sagte der Siedlerführer Dani Dayan zu dem vor zehn Monaten verhängten Baustopp, der um Mitternacht auslaufen sollte. "Wir kehren mit neuer Energie und neuer Entschlossenheit zurück, dieses Land zu bevölkern." In Revava erklärte der Likud-Abgeordnete Danny Danon, die Siedler seien zehn Monate lang wie Bürger zweiter Klasse behandelt worden. "Heute kehren wir zurück, um im ganzen Land Israel zu bauen."

Netanyahu hatte das Moratorium im vergangenen November als Geste des guten Willens verkündet und eine Verlängerung bereits ausgeschlossen. Zugleich deutete er aber an, dass die Baumaßnahmen nicht so umfangreich ausfallen würden wie zunächst vorgesehen - geplant sind derzeit mehrere Tausend Häuser. Netanyahu steht allerdings unter dem Druck seiner Koalitionspartner, die Bautätigkeit wiederaufzunehmen.

Hinweise auf Kompromissbereitschaft

Auf beiden Seiten gab es allerdings Hinweise auf eine gewisse Kompromissbereitschaft. So sagte der palästinensische Präsident Mahmoud Abbas in einem Zeitungsinterview, er werde den Verhandlungstisch nicht sofort verlassen, sollten die Bautätigkeiten wieder aufgenommen werden. Stattdessen werde er die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) und die Arabische Liga einberufen, um eine gemeinsame Antwort zu formulieren. Zuvor hatte Abbas eine Verlängerung des Moratoriums als Voraussetzung für ein Friedensabkommen mit Israel gefordert. Die Regierung in Jerusalem müsse sich entscheiden zwischen Frieden und einer Fortsetzung des Siedlungsbaus, sagte Abbas vor der UN-Vollversammlung in New York.

Wegen des Streits über das Auslaufen des Baustopps sind die direkten Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern nur drei Wochen nach ihrem Beginn ins Stocken geraten. US-Präsident Barack Obama forderte in dieser Woche in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung eine Verlängerung des Baustopps. Das Weiße Haus erklärte am Sonntag, Israel und die Palästinenser müssten die Verhandlungen fortsetzen.

Unterhändler beider Seiten, Saeb Erekat für die Palästinenser und Yitzhak Molcho für die Israelis, verhandelten in den USA über eine Einigung. Aus Kreisen des israelischen Verteidigungsministeriums verlautete, Israel habe bei Gesprächen mit den USA die Idee vorgebracht, alle künftigen Projekte könnten von Minister Ehud Barak persönlich abgesegnet werden. Damit würden im Wesentlichen die derzeitigen Restriktionen beibehalten, ohne dass das Moratorium formal verlängert wird.

In der Praxis hat der Baustopp die laufenden Arbeiten in den Siedlungen nur um etwa zehn Prozent reduziert. Allerdings ging der Bau neuer Gebäude um 50 Prozent zurück, wie die israelische Friedensorganisation Peace Now erklärte. (APA/dapd/dpa)

manfred maier
02
27.9.2010, 16:07
feiern für den frieden?...."Demographie bis 2020: Arabische Mehrheit in Israel und den Gebieten"

http://www.hagalil.com/archiv/20... raphie.htm
...wohl kaum, denn dieser frieden ist nicht erwünscht und auch nicht möglich in einem staat, welcher sein selbstverständnis - geschichtlich durchaus verständlich - aus der religiösen zugehörigkeit bezieht....und hier gibt es massive probleme, wie hagalil anhand einer studie zur demographie belegt.
grossisrael mittels landraub, arabern als bürger 2. oder 3. klasse, palästinenser hinter mauern, wahlverlierer wie abbas gestützt von den tätern als "verhandlungspartner",........
da bleibt wohl nur die verbrüderung mit willigen diktatoren und die unterwerfung unwilliger.....sowie die frage, ob ein derartiges "konstrukt" tatsächlich auf dauer halten kann und israel nützt.

King David
01
27.9.2010, 15:54
Kein Interesse am Frieden?

Ein sehr guter Kommentar über die Israelis und den Wunsch auf Frieden.

http://www.dw-world.de/dw/articl... 38,00.html

Franz Schwingenschrot
19
27.9.2010, 07:37
Schuldig

Was würden wohl die Israelis dazu sagen, wenn die Palästinenser plötzlich beginnen, neben Tel Aviv Siedlungen zu bauen? Eben. Und die bösen Palästinenser sind dann wieder schuld, wenn es zu Unruhen kommt.
http://gedaunknsplitta.blog.de

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