Umfrage

Traumjob: Spaß vor Sicherheit und Freizeit

24. September 2010, 17:04
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    Für den Traumjob sind viele Faktoren entscheidend.
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Topstudierende legen überraschend wenig Wert auf künftige Arbeitsplatzsicherheit und "Work-Life-Balance" - Dafür soll der Beruf richtig Spaß machen

Im Wettbewerb um erstklassig qualifizierten Nachwuchs müssen Unternehmen deutlich stärker die unterschiedlichen Ansprüche von Frauen und Männern sowie deren Studienhintergründe berücksichtigen. Dies sind zentrale Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Karrierenetzwerks e-fellows.net und der Unternehmensberatung McKinsey & Company.

Viele Kriterien sind für Männer und Frauen zwar ähnlich, doch variieren auch einige Faktoren. Topstudentinnen wollen sich danach weitaus mehr mit ihren künftigen Kollegen und Kolleginnen identifizieren, als dies bei männlichen Talenten, sogenannten High Potentials der Fall ist. Darüber hinaus achten Frauen mehr als Männer darauf, dass ihr künftiger Arbeitgeber aktiv seine Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt wahrnimmt, also Corporate Social Responsibility mit ernsthaften und nachhaltigen Inhalten erfüllt sind.

Männliche High Potentials hingegen legen im Vergleich zu Frauen mehr Wert auf ihre Chancen am Arbeitsmarkt, die Höhe des Einstiegsgehalts, die Attraktivität des Firmenstandorts und den internationalen Charakter ihres Wunscharbeitgebers.

"Arbeitgeber müssen sich im Wettbewerb um Toptalente viel mehr als bisher auf deren Bedürfnisse einstellen", sagt Nelson Killius, Partner im Münchner Büro von McKinsey, zu den Umfrageergebnissen. Neben dem Geschlecht hat zudem auch noch der Studienhintergrund der befragten Frauen und Männer erheblichen Einfluss auf die Kriterien für die Wahl des Arbeitgebers. Die Umfrage zeigt: Wer Wirtschaftswissenschaften, Mathematik oder Physik studiert, legt im Vergleich zu Studierenden anderer Fachrichtungen mehr Wert auf Aufstiegsmöglichkeiten; Ingenieure, Biologen und Chemiker hingegen erwarten vor allem Innovationsstärke. Geisteswissenschafter wiederum werten kollegiale Zusammenarbeit und Verantwortungsübernahme als besonders wichtig.

Work-Life-Balance

In einigen Punkten sind sich weibliche und männliche High Potentials aber studienübergreifend weitgehend einig: Spaß an der Arbeit ist die Grundvoraussetzung für die Bewerbung, ebenso wie die Begeisterung für das Produkt oder die Dienstleistung des Arbeitgebers. Überraschend das Ergebnis zu Kriterien wie Arbeitsplatzsicherheit und einer ausgewogenen Work-Life-Balance: Sie sind von minderer Bedeutung für Toptalente, obwohl genau das in den vergangenen Jahren Topthemen der Personalverantwortlichen zu Fragen des Gewinnens von Toptalenten für das Unternehmen waren.

Sie rangieren bei den Befragten allerdings tatsächlich auf den hintersten Plätzen bei den Kriterien, die für die Wahl eines Arbeitgebers letztlich ausschlaggebend sind. Insgesamt bleibt eine wissenschaftliche Laufbahn der Umfrage zufolge das bevorzugte Arbeitsfeld der High Potentials. Doch auch hier zeigen sich je nach Studienrichtung erhebliche Unterschiede. Während fast jeder dritte Mathematiker, Physiker und Informatiker und jeder fünfte Mediziner in der Wissenschaft arbeiten möchte, strebt dies bei den Ingenieuren nur jeder Zehnte an.

Geringstes Interesse an der Wissenschaft haben die Wirtschaftswissenschafter, von denen nur 7,4 Prozent angeben, am liebsten akademisch arbeiten zu wollen. Studienfachübergreifend folgen in der Gesamtskala der beliebtesten Branchen nach der Wissenschaft die Unternehmensberatung, die Automobil- und die Elektro- und Technologieindustrie.

"Bevorzugte Informationsquelle der Studierenden bei der Jobsuche bleibt das Internet. Unternehmen sollten dies noch mehr bei der Gestaltung ihres Webauftritts berücksichtigen", empfiehlt McKinsey-Berater Killius.

Am häufigsten nutzen die Befragten Firmenwebsites und Onlinekarriereportale, um sich zu informieren. Von großer Bedeutung bleiben aber auch der Austausch mit Freunden und Familie sowie die persönlichen Erfahrungen im Rahmen eines Praktikums. Die Reputation des Unternehmens ist also wesentlicher Faktor.

Netzwerk im Hintergrund

In der Umfrage "Most Wanted - die Arbeitgeberstudie" äußerten sich mehr als 4300 e-fellows.net-Stipendiaten aller Fachrichtungen zu ihren Berufswünschen sowie zu den Kriterien für die Wahl ihres Wunscharbeitgebers. e-fellows.net vergibt Europas erstes Onlinestipendium und knüpft ein Netzwerk zwischen den besten Studierenden aller Fachrichtungen und Topunternehmen der deutschen Wirtschaft. Gründer sind McKinsey, die Deutsche Telekom und die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Dem Netzwerk gehören knapp 120.000 Mitglieder an, darunter mehr als 21.000 Stipendiaten. (Karin Bauer/DER STANDARD; Printausgabe, 25./26.9.2010)

Andreas Unterweger
00
29.9.2010, 17:20
jaja echt ... High potential blabla bla Trainee etc.

hab bei zwei rennomierten Unternehmen gearbeitet ... 60 h + für Brutto 10 eur /Std. juhuu

richtiger Dreck

Management Quatscher
02
27.9.2010, 19:07

Top-Executives der Top-Weltmarktführer suchen händeringend nach Top-Studierenden ... für ein gacki-Praktikum um 200 Euro pro Monat.

Schon sehr top alles heutzutage. Wirklich.

Neil Robertson braucht Snooker
00
25.9.2010, 11:15

Bingo!

Berti Mueller
03
24.9.2010, 22:41

wenn man mich vor 10 jahren gefragt hätte, wäre mir die freizeit auch völlig egal gewesen - da gab es auch nur karriere, job, usw.

aber man reift. jetzt, mit kind, frau und einem immer breiter werdenden interessensfeld wächst der faktor FREIZEIT als wichtiges kriterium immer mehr.

Noussom Dakkor
01
25.9.2010, 12:35

Vorsicht, gleicht keifen wieder die selbsternannten Leistungsträger über den Hedonismus im Allgemeinen und den Wunsch des Arbeitnehmers nach ausreichender Freizeit im Besonderen und schreiben von der Notwendigkeit, "etwas aufzubauen" und "zu schaffen".

Als ob das ohne Freizeit nicht möglich wäre :-/

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