Offener Brief

Fhs und Unis fordern Regierung zum Überdenken der Sparpläne auf

24. September 2010, 14:59

Offener Brief von Chefs der Universitäten- und der FH-Konferenz an Faymann und Pröll: "Falsche Weichenstellung korrigieren"

Wien - Die Chefs von Universitätenkonferenz (uniko) und Fachhochschul-Konferenz (FHK) fordern in einem am Freitag veröffentlichten Offenen Brief die Regierungsspitze auf, die "falsche Weichenstellung bei Bildung und Forschung zu korrigieren". Uniko-Präsident Hans Sünkel und FHK-Präsident Werner Jungwirth bitten Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP), die geplanten realen Kürzungen im Bildungs- und Forschungsbereich zu "überdenken" und nicht dort den Rotstift anzusetzen, wo Zukunftschancen geschaffen werden.

Wie aus dem im März vom Ministerrat beschlossenen "Finanzrahmen" hervorgeht, sollen die Kürzungen für Bildung und Forschung zwar deutlich geringer ausfallen als in anderen Bereichen. Dennoch sollen im kommenden Jahr für den Bereich Bildung, Forschung, Kunst und Kultur um 104 Mio. Euro weniger zur Verfügung stehen als im Budget 2010 (Bundesvoranschlag).

"Große Besorgnis"

Dass künftig nicht nur keine zusätzlichen Mittel mehr in diese zentralen Sektoren fließen sollen, sondern sogar reale Kürzungen geplant seien, erfüllt die Hochschulvertreter "mit großer Besorgnis". "Dies steht in krassem Widerspruch zum grundsätzlichen Bekenntnis zur Bedeutung von Bildung und Forschung im aktuellen Regierungsprogramm", schreiben Sünkel und Jungwirth.

Viele Staaten hätten in den Zeiten der Krise erkannt, dass gerade im Bildungs- und Forschungsbereich zusätzliche Mittel investiert werden müssen, schreiben der uniko- und der FHK-Chef. Dagegen würden "die Aufwendungen für das österreichische Forschungs-, Universitäts- und Hochschulsystem schon jetzt hinter den politischen Zielsetzungen der EU-Kommission, des Nationalrats und auch der Bundesregierung zurück bleiben".

Sünkel und Jungwirth fordern deshalb Bundes- und Vizekanzler "nachdrücklich auf, diese Position der Bundesregierung zu überdenken. Bei allem Verständnis für die schwierige Lage der öffentlichen Haushalte und den sich daraus ergebenden Konsolidierungsbedarf sollte der Rotstift nicht ausgerechnet dort angesetzt werden, wo es nach übereinstimmender Ansicht aller einschlägigen Experten darum geht, Zukunftschancen zu schaffen und nachhaltig zu sichern." (APA)

kleiner Schelm
00
28.9.2010, 09:07
Endlich

ziehen FHs und Unis an einem Strang (und in die gleiche Richtung!).

4321
01
26.9.2010, 12:38

gut und richtig, auch wenn bald 10 jahre zu spät -
inhaltlich würde ich mir mehr substanz und verdeutlichende beispiele wünschen, um endlich ein aufwachen zu bewirken und auch verschiedenen bevölkerungsgruppen die auswirkungen vor augen zu führen. von den einzelnen fachrichtingen, instituten würde ich mir dazu zahlen, daten, fakten wünschen, etwa soz. "nachhaltigkeit" gaststudentinnen; wu auswirkungen finanzstandort, usw.- ausserdem ein gegenüberstellen zu steuerleistungen großunternehmen. die politik muss endlich aufwachen!

kleiner Schelm
00
26.9.2010, 22:23
Noch mehr blödsinnige Wissensbilanzen?

Aufgabe der FHs und Unis ist Lehre auf akademischem Niveau, und der Unis zusätzlich die Erhaltung und Fortführung von Forschung, Wissenschaft und Kultur auf "ihren" Fachgebieten. Es gibt dazu allerlei Zahlen, Daten und Fakten. Zu finden aber nicht im Standard, wieso auch?

leo lander
20
25.9.2010, 23:22
die einzige sinnvolle Entscheidung unserer unseligen Regierung

Queen of Sheba
 
20
25.9.2010, 16:47
Leider auch nur ein allgemeines Gejammere ohne Schwerpunktsetzung.

http://www.reko.ac.at/universit... 4920#A4920

janeinvielleicht
01
25.9.2010, 13:14

naja, ob da ein offener brief reicht. die sollen sich ruhig mal was trauen und vielleicht streiken, oder demonstrieren. nur so eine idee.

bratak
02
25.9.2010, 15:03
erinnert mich an die scrubs folge ...

wo gezeigt wird, wie kelso mit anträgen umgeht, und dann gezeigt wird, wie ein antrag direkt vom türschlitz in einen papierschredder geleitet wird

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