Häufige Auslöser eines Tinnitus sind Stress, meist im Berufsleben, oder auch starker Lärm
Berlin - Eine Psychotherapie kann bei Tinnitus hilfreich sein. "Psychotherapeutische Verfahren bieten zahlreiche Möglichkeiten, Techniken zur Bewältigung des belastenden Ohrgeräusches zu erlernen", erklärt Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN).
Stressbewältigung
Zum Beispiel die kognitive Verhaltenstherapie: Dabei würden unter anderem Strategien zur Aufmerksamkeitsumleitung und Stressbewältigung aufgezeigt, mit denen die Belastung durch den Tinnitus minimiert werden könne. Psychodynamische Ansätze widmeten sich seelischen Belastungen, die hinter dem Tinnitus stecken könnten, Entspannungsverfahren trügen zum Stressabbau bei.
Häufige Auslöser eines Tinnitus sind Stress, meist im Berufsleben, oder auch permanenter oder kurzfristig auftretender starker Lärm. "Ein plötzlich auftretender Tinnitus infolge eines Hörsturzes oder starker Lärmeinwirkung sollte unverzüglich mit durchblutungsfördernden Medikamenten behandelt werden", rät Bergmann. Er könne sonst chronisch werden. "Aber auch gelegentlich wiederkehrende Ohrgeräusche sollten ernst genommen werden und von einem Nervenarzt abgeklärt werden."
Besteht ein Hörgeräusch länger als sechs Monate, wird von einem chronischen Tinnitus gesprochen. Die Wahrscheinlichkeit einer Spontanheilung oder einer medizinischen Beseitigung wird dann als unwahrscheinlich eingeschätzt. (APA)